Kategorie-Archiv: Sehenswürdigkeiten

Fuji-Q Highland

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag schon gestern Abend verfasst haben, aber ich war nach drei kurzen Nächten und einem langen, anstrengenden und aufregenden Tag einfach zu erschlagen. Dass ich 15 Stunden geschlafen habe, sagt wohl so einiges aus… Dafür aber jetzt die extra lange und extra motivierte Version des Eintrags!

Gestern Morgen hab ich mich nach 4 Stunden Schlaf aus dem Bett gequält und habe zum Aufwachen erstmal eine Dusche genommen. Warum tut man so etwas? Weil man einen Freizeitpark besucht! Viele unter euch kennen das bestimmt: die Nacht war kurz, aber man freut sich so auf den Freizeitpark, dass einem das egal ist. Vor allem war das hier nicht irgendein Freizeitpark, das war Fuji Q! DER Amusement Park in Japan. Seine Achterbahnen hielten oder halten immer noch einige Rekorde: Die höchste Achterbahn mit 79m (wurde abgelöst), die schnellste mit 172 km/h (wurde abgelöst, aber immer noch schnellste Startgeschwindigkeit), die steilste (121° Gefälle) und der höchste und neueste 4th-Dimension Coaster. Ihr könnt euch also meine Aufregung vorstellen. Vorm Verlassen des Dorms habe ich noch eine Hausarbeit abgeschickt und dann ging es los.: um 5.36 Uhr die Bahn am Heimbahnhof nehmen, um 6.30 Uhr in Shibuya in die Yamanote-Line einsteigen und um 6.45 Uhr in Shinjuku ankommen. Dort mussten dann noch Tickets abgeholt werden und die restliche Truppe eingesammelt werden. Insgesamt waren wir 6 Leute: Miri, Nate, seine Freundin Natsumi, sein Arbeitskollege Shogo, ein anderer Freund namens Yosuke und ich. Pünktlich, wie immer hier in Japan, ging es um 7.10 Uhr mit dem Bus los Richtung Fujiyoshida. Eigentlich hatten wir geplant auf der Hinfahrt zu schlafen, allerdings hat das nicht ganz hingehauen. Der Blick war einfach zu schön. Und wie waren absolut begeistert, dass Schnee lag. Und dass die Berge so schön sind. Und dann waren wir da.
Nein, im Ernst: Mount Fuji ist der schönste und perfekteste Berg, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Er sieht aus, als hätte ihn jemand gemalt und dann in die Landschaft gesetzt. Unglaublich. Eines schönen Tages möchte ich ihn tatsächlich besteigen.

Wir kamen gegen 8.45 Uhr in Fujiyoshida an und haben dann ein schönes Frühstücksrestaurant gefunden. Dort wurde ausgiebig gefrühstückt (ich hatte Pizzatoast und hab mir Pommes mit Miri geteilt). Es war ziemlich günstig und die Getränkebar war super. Kaffee, Kakao, Tee, Wasser, Saft, sogar Suppe!
Gegen 9.45 uhr ging es dann zurück Richtung Park. Die ungefähr dritte Schneeballschlacht wurde ausgefochten und wir hatten alle unglaublich gute Laune. Nach dem Tickets ausdrucken ging es dann rein und wir mussten entscheiden, welche Achterbahn wir als erstes nehmen wollen. Dank kurzer Wartezeit ging es auf die Fujiyama – und die trägt ihren Namen nicht umsonst! Bei der Fahrt auf den höchsten Punkt (79m) hat man einen wunderbaren Ausblick auf den schneebedeckten Fuji. Bei der ersten Fahrt war ich zu nervös, um den Ausblick richtig zu genießen; etwas später bei der zweiten dafür um so mehr. Da es bei Achterbahnen aber ja grundsätzlich nicht (nur) um den Ausblick geht, hier das Erlebnis: Wahnsinn. Die längste Achterbahnfahrt meines Lebens und das meinte ich todernst. Die Fahrt dauert gefühlte 4 Minuten und macht unfassbaren Spaß. Nach der Fahrt in der ersten Reihe bei vielleicht 5° über Null hatte ich Tränen in den Augen, aber bei dem ganzen Adrenalin war mir das völlig egal. Das Foto hat mich wunderbar erwischt: mit weit aufgerissenem Mund am Schreien.

Das Wetter war zwar kalt und ein wenig windig, aber in der Sonne war es teilweise doch so warm, dass Miri und ich unsere Jacken aushatten. Das konnte man von den Japanern natürlich nicht erwarten; die haben alle heldenhaft gefroren. Die gute Laune haben wir aber den ganzen Tag über nicht verloren, nur Shogo war des öfteren etwas panisch. Er kommt mit Achterbahnen nicht so gut klar. Oder mit Höhen. Aber er war äußerst tapfer und hat alles mitgemacht! Ein Pluspunkt des “im Winter einen Freizeitpark besuchens”: es ist wenig los. Wir haben nie länger als 50 Minuten angestanden.

Die nächste Bahn sollte eigentlich Dodonpa sein, die Hochgeschwindigkeitsbahn. Wir standen etwa 20 Minuten an, als die Bahn Schwierigkeiten gemacht hat und kurzzeitig geschlossen wurde. Dafür bekamen wir aber einen FastPass, der es uns später erlauben würde, einfach durchzugehen ohne warten zu müssen.
Danach sind wir glaube ich auf die Takabisha; die Achterbahn mit dem steilsten Gefälle. Durch eine 90° Auffahrt und das Gefälle sieht sie aus wie ein riesiges R. Fairerweise muss man aber dazu sagen: das Gefälle ist nicht alles an der Bahn. Sie ist unglaublich gut gemacht! Das R ist auch nicht gleich zu Beginn, davor hat man erstmal eine Wahnsinnsfahrt, die am Anfang durchs Dunkle geht. Das war unglaublicher Spaß, bei der Auffahrt am R hab ich aber die Augen zugemacht, weil ich das auf dem Rücken liegen nicht so gut vertrage. Leider hab ich dann am Überhang die Augen nicht aufgemacht, was mich im Nachhinein ein wenig ärgert. Man hängt mit dem Wagen einige Sekunden auf der leichten Abfahrt des R und kann den Blick nach unten genießen, bevor es dann in das richtig steile Gefälle geht. Das Gefühl ist der Wahnsinn und der Blick… naja :D
Danach ging es glaube ich auf Eejanaika, den 4th-Dimension Coaster. Ihr wisst nicht, was das  ist? Nicht schlimm, wusste ich bis gestern auch nicht. 4th-Dimension bedeutet, dass der Achterbahnsitz in sich selbst nochmal drehbar ist, so dass der Blickwinkel verändert werden kann. Und das ist… wow. Verrückt. Und ehrlich gesagt nicht so mein Fall. Was allerdings auch an der Bahn liegen kann. Aber langsam.
Man muss seine Schuhe ausziehen, um auf die Bahn zu dürfen, was im Winter jetzt nicht so toll war. Was nimmt man aber nicht alles auf sich. Man steigt mit dem Rücken zur Fahrtrichtung in die Bahn ein und dann werden Unmengen an Sicherheitsgurten agelegt. Erst einer um Hüften, dann von beiden Seiten über die Schultern; das wird dann nochmal mit einem Gurt über die Brust gesichert. Dann wird von oben noch ein Sicherheitssystem runtergedrückt, so dass man sich nicht aus dem Sitz heben kann und DAS wird dann nochmal mit einem Gurt unten am Sitz befestigt. Das klingt jetzt vielleicht übertrieben, aber glaubt mir: ihr seid verdammt froh drum. So wie der Sitz gedreht wird, braucht man das Zeug. Es ging dann recht gemütlich los mit ein paar Drehung und einer Kippund des Sitzes nach vorne Richtung Schienen. Dann ging es rückwärts den Berg hoch. Lange. Und da man sich im Sitz nicht bewegen kann, kann man sich auch nicht umdrehen, um nachzuschauen. Oben ging es dann eine recht gemütliche Senkung runter zum nächsten Gipfel und ab da wurde es verdammt verrückt. 90° Gefälle, du schaust auf die Schienen und ab da weiss ich nicht mehr so richtig, was passiert ist. Ich hab mir die Seele aus dem Leib geschrieen, weil mit der Drehung des Sitzes die abartigsten Blickwinkel auf die Bahn möglich sind und dank der vielen Kurven, Drehungen, Inversionen und was weiss ich wurde ich ganz schön hin-und hergeschleudert. Das ist wohl auch der Grund, warum ich die Bahn nicht mag: ich finde sie unkomfortabel und rau. Definitiv ein Erlebnis, aber ich wollte sie kein zweites Mal fahren. Da war ich mir mit Natsumi sehr einig. Wir saßen nebeneinander und als die Fahrt vorbei war und wir abgebremst wurden, war es neben mir sehr leise. Viel zu leise. Da fiel mir auch auf, dass es während der Fahrt komplett still neben mir gewesen war – und aus eigener Erfahrung weiss ich, dass das kein gutes Zeichen ist. Also hab ich versucht, sie anzuschauen, hab die Hand rübergestreckt und sie gefragt, ob alles okay ist. Sie hatte während der Fahrt ziemliche Angst gehabt und konnte die Augen nicht aufmachen und es hat ihr nicht gefallen, kam dann heraus. Zuerst dachte ich, sie würde anfangen zu weinen, weil sie wirklich geschockt aussah, aber sie hat sich erstaunlich schnell gefangen. Da wir beide recht fertig waren, haben wir uns an den Händen gehalten, bis wir dann endlich raus konnten. Miri war absolut begeistert, Yosuke auch, Nate fand die Bahn auch ganz gut und Shogos Urteil gilt irgendwie nicht. Wir blieben aber bei unserem Urteil, dass wir kein zweites Mal fahren.

Der Tagesablauf ist mir nicht mehr so ganz im Kopf (zu viel Adrenalin), aber nach dieser Bahn sind wir Richtung Haunted House gelaufen. Auf dem Weg dorthin sind wir noch auf eine Wasserachterbahn, weil man dort nicht anstehen musste. Die Fahrt war nicht sehr spektakulär; das schönste ist, dass man in einem geschlossenen Boot sitzt und nicht nass werden kann. Man fährt einen Berg hinunter und am Ende dieses Berges taucht man so tief und fest in das Wasser ein, dass man im Boot ganz schön nach vorne geschleudert wird und eine Welle produziert wird, die in einem wunderhübschen Bogen 10 Meter weit bis auf den Betonplatz spritzt. Bei schönem Wetter werden dort sicherlich einige Leute sehr nass. :D
Wir waren ebenfalls noch auf einem Free Fall Tower – ich hasse und ich liebe die Dinger zur gleichen Zeit. Der hier war doch gut 40 Meter hoch und man hatte wunderbaren Ausblick. Sie haben einen auch ziemlich lange warten lassen, bis man gefallen ist. Aber sehr lustig.

Nun zum Haunted House: Es ist eines der gruseligsten der Welt und hat Platz in einem verlassenen Krankenhaus. Es gibt auch keine Bahn, die hindurch führt, sondern man läuft. Wir mussten fast eine Stunde warten, bis wir rein durften. Zu Beginn gab es eine Einführung von einer Krankenschwester im blutverschmierten Kittel, dann ging es in einen kleinen Raum, in dem uns ein kurzer Horrorfilm gezeigt wurde, wie das Krankenhaus zu einem von Zombies besetzten Ort wurde. Weiter ging es in eine kleine Kammer, in der Fotos gemacht wurden. Hier gab es den ersten, kleinen Schock, damit die Fotos besser werden. Dann wurden wir in das Krankenhaus entlassen. Es gab Pfeile, die den Weg wiesen und darum war ich auch ganz froh. Und dann habe ich fast den ersten Zombie verpasst. Ich hatte meine ganze Konzentration nach vorne gerichtet und auf einmal hab ich jemanden kreischen hören, irgendetwas oder irgendjemand hat sich schmerzhaft in meinen Arm gekrallt, Miri schießt an mir vorbei und als ich mich umdrehe, steht hinter mir ein Zombie. Zum Glück schon ein paar Meter weg, aber pfüh! Danach hatte ich panische Angst, letzte in der Gruppe zu sein und habe mich immer wieder umgeschaut.
Das Haunted House ist wahnsinnig gut hergerichtet: man schaut um eine Ecke, sieht einen Flur mit vielen Türen runter und denkt sich: das ist eine äußerst schlechte Idee. Man überlebt den Flur, kommt in Räume, die mit Vorhängen abgetrennt sind, macht sich beinahe in die Hose vor den Gestalten auf den Betten und dann, ja dann kommt man in einen engen, dunklen Flur, vollgestellt mit Wägen voller Zeugs. Auch das überlebt man, ohne vor Angst zu sterben und dann generiert Nate, der vorne geht, den schlimmsten Gruselmoment selbst, indem er gegen das von der Decke hängende Schild mit dem Pfeil läuft und hysterisch anfängt zu schreien, was die ganze Gruppe in helle Panik versetzt. Anschließend Lachen, aber erst Panik.
Die Runde durch das Krankenhaus dauert etwa 40 Minuten; es gibt Notausgänge, für die, die es nicht mehr aushalten. Die Akteure, alle wahnsinnig gut als Zombies verkleidet, sind sporadisch eingesetzt – die Deko nimmt schon viel Gruselarbeit ab! -, aber unglaublich gut. Was bedeutet, dass man sich bei jedem Akteur beinahe ins Hemd macht vor Angst. Vor allem, weil sie einem nachlaufen. Brrr. Beste Szene: du betrittst einen Raum, recht übersichtlich, du denkst dir: ach ja, geht ja. Dann bemerkst du, dass hinten, direkt vorm Ausgang, etwas auf einem Schaukelstuhl sitzt und schaukelt. Du hoffst, dass es eine Puppe ist, aber dir ist klar: damit kommst du nicht durch. Also gehst du langsam durch den Raum, krallst dich schon panisch an deiner Nachbarin fest. Du bist fast an der Türe, als der Zombie auf gruseligste Art und Weise aus seinem Schaukelstuhl aufspringt. Du schreist und begehst mit deiner Freundin einen großen Fehler: Anstatt vorwärts zu rennen, weichst du zurück. Zack bist du von der Gruppe getrennt und der Zombie hat sein Ziel erreicht. Da standen also Miri und ich, völlig panisch aneinander gekrallt. Und in diesem Moment beweist ausgerechnet Shogo den größten Mut: er kommt zu uns zurück. Am Zombie vorbei. Er holt uns und wir rennen schreiend am Zombie vorbei durch die Tür.
Es gab noch einige erwähnenswerte Szenen: Nate, der versucht Natsumi durch eine Tür zu tragen, während sie sich am Türrahmen festkrallt; ein Faden, der mir ins Gesicht schlägt, als wir durch einen Flur laufen (Schreianfall); eine Metallstange, die irgendwo dagegen schlägt und Nate so erschreckt, dass er zwei Meter nach links gegen die nächste Wand springt, während Natsumi schreiend auf den Boden fällt. Und so weiter.
Die Tour ist so riesig und so gut gemacht, dass ich immer noch keine Ahnung habe, wie viele Etagen das Krankenhaus eigentlich hat und wo wir überall lang sind. Nur eines steht fest: Treppen sind sicheres Gelände.

Nach dem Haunted House sind wir in eine weitere Attraktion, in der man in Zweier- oder Dreierteams Aufgaben lösen muss. Es gibt mehrere Level, die man alle durchstehen muss. Klingt ganz interessant, allerdings sind die Rätsel so schwer, dass wir alle direkt zu Anfang gescheitert sind. Dafür haben sich die 50 Minuten Anstehen leider nicht gelohnt.
Hiernach gab es Essen bei Mo’s Burger und wir sind endlich auf die Dodonpa gekommen. Nicht Anstehen müssen hat die Sache noch schöner gemacht. Ich saß mit Miri in der zweiten Reihe und los ging es. Erstmal gemütlich um eine Kurve gefahren und dann auf die gerade, übertunnelte Strecke, auf der man abgeschossen wird. Man verbringt einige bange Sekunden, bis der Countdown beginnt. Da ich schon Erfahrung mit der Blue Fire gemacht hab, hab ich bei eins eingeatmet, was die Sache wesentlich angenehmer macht. Miri wusste das nicht und hat absichtlich ausgeatmet. Problem: Wenn du in 1,8 Sekunden von 0 auf 172 km/h beschleunigt wirst, ist Atmen nicht drin. Die Fahrt ist super, sehr schnell (haha) und hat einige gute Kurven und Berge drin. Kurzer Schockmoment: ich hab die Arme hochgerissen und habe unglaublichen Spaß, als wir über einen Berg katapultiert wurden. Und in diesem Moment wurde ich dank Fliehkräften ein ganzes Stück aus meinem Sitz gehoben (kein Sicherheitssystem, das über die Schulter geht, sondern nur an den Hüften). Aus meinen Freudenschreien wurden kurzzeitig Panikschreie, aber ich habs überlebt. Ich glaube auch nicht, dass ich hätte rausfallen können, aber mit Festhalten ist man an dieser Stelle doch gut bedient. Aber das wäre ja langweilig.
An diesem Punkt des Tages waren wir schon alle ziemlich müde. Ich habe gemerkt, dass wegen der anstrengenderen und spannenderen Fahrten ich sehr viel fertiger bin, als das in deutschen Vergnügungsparks der Fall ist. Es war auch schon dunkel, damit sehr viel kälter und wir diskutierten also, was wir als nächstes tun sollten. Miri wollte nochmal auf eine große Fahrt, aber irgendwie waren wir alle recht entscheidungsunfreudig. Schließlich sind wir auf Pizza-la (ja, es heißt echt so). Da ist ein riesiger Ring, an dem man außen sitzt. Über-Schulter-Gurte versprachen Spaß – und den bekamen wir. Shogo war hier nicht dabei, weil er Nackenschmerzen hatte. Der Boden klappte nach innen ein, das Ras bewegte sich leicht zur Seite – und im nächsten Moment befanden wir uns schon gut 15 Meter über dem Boden. Das Rad ist wie eine riesige Schiffschaukel konzipiert,  nur dass es sich dabei noch dreht. Es geht auch gut über den 90° Winkel zum Boden hinaus, was noch viel mehr Spaß macht. Fazit: es war super, aber unfassbar kalt. Meine Hände waren abgefroren danch. Handschuhe mitzunehmen wäre ja auch zu viel Gepäck gewesen…
Wir haben also Shogo nochmal aufgesammelt, waren auf einem Karussel mit Pferden (ich habe keine Ahnung, wie man die nennt) und diesmal – ja liebster Freund, das ist an dich gerichtet! – hatte ich ein Pferd, das hoch und runter ging! So. :P
Anschließend wollten wir eigentlich Eis laufen gehen. Die Bahn war riesig und wunderschön angelegt mit beleuchteten Bäumen. Ein Augenschmaus. Leider war die Schlittschuhmiete aber sehr hoch, also haben wir das gelassen. Da es schon 10 Minuten vor Parkschluss waren, haben wir es “call it a day” genannt und Schluss gemacht. Wir haben den Park verlassen, Miri und ich haben uns noch einen Crepe geholt und wir sind durch “La ville de Gaspard et Lisa” gelaufen. Süß angelegt und außerdem gab ein zwei animierte Kurzfilme; einer hat ein wenig durch Paris geführt und der andere war einfach nur zuckersüß. Da wir zwischendurch einen angeschalteten Heizpilz gefunden haben, war uns sogar recht warm. Nach den Filmchen sind wir Richtung Busstation und dort ins Cafe. Wir haben noch Postkarten gekauft und dann einfach nur da gesessen und gewartet, bis der Bus kam. Auf dem Rückweg habe ich mit nur kurzen Unterbrechungen durchgeschlafen und als Miri mich in Shinjuku geweckt hat, sah ich aus wie der König der Zombies. Ringe unter den Augen und irgendwie zerknautscht. Zudem hatte ich noch Nackenschmerzen. Ein paar Schlucke kaltes Wasser haben mich wieder unter die Lebenden gebracht (Miris Kommentar: “Du hast ja Augen!”) und die Kälte beim Aussteigen sowieso. Zusammen sind wir dann in die Yamanote-Line eingestiegen und zurück nach Shibuya gefahren. Dort haben sich alle Wege getrennt, aber wir waren uns einig, dass der Tag super war. Miri und ich wollten eigentlich noch Brot kaufen, allerdings war uns nicht klar, dass kurz vor Ladenschluss das Angebot wohl nicht mehr sehr groß sein würde. Immerhin haben wir eins rausgefunden: Im Gegensatz zu vielen deutschen Bäckereien reduzieren japanische nicht das Essen vor Ladenschluss.
Wir haben den Local heimgenommen; die längere Fahrt war uns egal, wir wollten einfach nur sitzen. Zu Hause hab ich dann nur noch kurz Emails gecheckt, was Kleines gegessen und nach Abschminken und Zähne putzen war ich noch im Ohuro, dem heißen Bad. Nach dem langen, anstrengenden, kalten Tag einmal mit über 40° heißem Wasser komplett durchgewärmt zu werden, ist wundervoll. Und hilft beim Einschlafen! Um 23.00 Uhr war mein Tag also zu Ende, aber er hat sich absolut gelohnt!

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Minato Mirai

Eigentlich sollte ich ja zu Hause sein und brav an Hausarbeiten schreiben und Videos machen und und und… ABER: Jetzt, wo das Heimkommen in greifbare Nähe gerückt ist, habe ich einfach jegliche Motivation verloren, noch irgendetwas zu machen. Ich will, dass das Semester rum ist, dass mein Freund hier ist; ich will reisen, Japan erleben, mein Japanisch ausprobieren, Lukas und Lukas treffen, einen Abschiedsabend in Tokyo veranstalten, eine über 30-stündige Reise auf mich nehmen und dann endlich zu Hause sein!!! In weniger als 6 Wochen bin ich wieder zu Hause. Und von diesen 6 Wochen werden 3 Wochen Durchs-Land-Reiserei sein. Also ist es im Grunde genommen nicht mehr lange. Und trotzdem zieht es sich so unendlich… Die Lage im Dorm macht es nicht besser: verdreckte öffentliche Räume wie Duschen und Toiletten (die werden von Tag zu Tag schlimmer), nicht sonderlich gutes Essen und ständiger Straßenlärm. Ich bin froh, wenn ich ausziehen kann und trotzdem tut es mir irgendwie leid, dass ich nicht das neue Dorm in Ikebukuro (sehr viel zentraler und näher an der Uni sowie mit eigenem Bad und Küchenzeile) erleben kann.  Ich will keinesfalls sagen, dass mein Aufenthalt hier schlecht oder unbefriedigend war – im Gegenteil: wer meinen Blog gelesen hat, weiss, was ich hier Tolles, Unbeschreibliches, Verrücktes und Ungewohntes erlebt habe und dass ich es genossen habe. Aber zu Hause ist zu Hause und mit einem fixen Termin wird alles schlimmer…

Jetzt aber zum eigentlichen Sinn dieses Blogeintrages:
Statt zu Lernen war ich heute mit Miri in Minato Mirai. Das ist in Yokohama – und es ist wunderschön. Wir haben uns noch mit Marlin, einem Freund von Miri verabredet. Allerdings waren wir Mädels sehr viel früher da, also haben wir uns die wunderschöne Station angeschaut, in der wir angekommen sind. Japaner bauen desöfteren Malls über größere Zugstationen und das war hier definitiv der Fall. Eines der ersten Male, dass ich eine Station von innen fotografiert habe.

das rechts an der Wand ist übrigens ein Gedicht von Friedrich Schiller, das auf Deutsch und Japanisch niedergeschrieben ist
das rechts an der Wand ist übrigens ein Gedicht von Friedrich Schiller, das auf Deutsch und Japanisch niedergeschrieben ist

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riesige Rolltreppe!
riesige Rolltreppe!

Dann ging es raus – und meine Güte, war das kalt!!! Dazu muss man sagen, dass es hier in Tokyo Mitte Januar angenehme 9-12° sind, meistens sonnig und nicht allzu windig; also sehr gut auszuhalten. Wir haben in Mianto Mirai die Station verlassen und wurden erst einmal beinahe vom Wind umgepustet. Wow. Kalt. Sehr kalt. Ich habe mich über mich selbst geärgert, dass ich keine Handschuhe dabei gehabt habe, da mir beim Fotografieren beinahe die Hände abgefroren sind. Sogar Miri hatte kalt (das kann man fast als 8. Weltwunder deklarieren); im Gegensatz zu mir friert sie aber gerne. Uah.
Wir haben draußen Straßenkünstlern zugeschaut und sind dann rüber zu dem kleinen Vergnügungspark, der Minato Mirai 21 ausmacht. Dazu gehören kleinere Attraktionen und – ein Riesenrad!!

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das Riesenrad! Gleichzeitig auch Uhr^^
das Riesenrad! Gleichzeitig auch Uhr^^

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Fluss, der den Vergnügungspark und das Stadtviertel teilt
Fluss, der den Vergnügungspark und das Stadtviertel teilt
ein einsame Palme
ein einsame Palme

Marlin hatte uns aber gebeten, damit auf ihn zu warten. Da er sich zwischendurch ein wenig verlaufen hatte und damit länger gebraucht hatte, sind wir schon mal auf zwei Attraktionen gestiegen und hatten unglaublichen Spaß. Danach hatten wir kalt und wollten zwecks Bekämpfung besagter Kälte eine heiße Schokolade. Freudig haben wir also das Krispy Kreme Donuts geentert und festgestellt: die haben keinen Kakao! Das fanden wir unverschämt, also ließen wir die lecker aussehenden Donuts links liegen und haben uns auf die Suche nach dem Starbucks gemacht. Das war etwas schwieriger als erwartet, dabei haben wir aber eine sehr leckere Bäckerei gefunden, in der wir zwei süße Teilchen für jeden gekauft haben. Im Starbucks gabs dann noch einen heißen Kakao und dann war Marlin endlich da. Ich habe ihn heute erst kennengelernt (Schreiben im Gruppenchat auf Facebook und Line zählt nicht), aber er war mir sofort äußerst sympathisch, als er gesagt hat: “Wir kennen uns zwar nicht, aber ich umarme dich jetzt einfach trotzdem zur Begrüßung!” Tatsächlich ist er wirklich ein ganz toller Mensch. Wir haben über den Abend schon beschlossen, dass wir uns noch zum Sushi essen treffen wollen, bevor ich abreise.
Mit Marlin sind wir dann noch auf zwei weitere Attraktionen, bevor es dann endlich aufs Riesenrad ging. Wir haben mit Absicht gewartet, bis es dunkel wurde, weil die Stadt dann so schön beleuchtet ist. Ganz nebenbei war es das erste Mal, dass ich Riesenrad gefahren bin. Das Erste, was Marlin sagt, als wir einsteigen und uns setzen: “Wow, als ihr euch gesetzt habt, hat sich die Gondel aber ganz schön in eure Richtung bewegt!” Danke. Vielen Dank, Marlin. Zwei Personen sind halt schwerer als eine! Mensch.
Man hat vom Riesenrad wirklich einen wunderbaren Ausblick über die Stadt. Ich hab Fotos gemacht, aber auf keinem kommt die Atmosphäre so wirklich rüber. Leider… Irgendwann habe ich egoistischerweise beschlossen, es aufzugeben, Bilder machen zu wollen und habe einfach die Aussicht genossen.
Nach der Fahrt waren wir noch in einem großen (und warmen!!) Gebäude, das wie eine Arcade ist, in der man alle erdenklichen Spiele spielen kann. Wir haben versucht, einen Teddy zu angeln, aber als es beim dritten Versuch nicht geklappt hat, haben wir aufgegeben. Anschließend wollten wir eigentlich was Essen gehen. Ja, wir waren sogar schon auf dem Weg dorthin, als Miri und ich die Schnapsidee hatten, bei gefühlten 0° Außentemperatur Wasserachterbahn fahren zu wollen. Die sich natürlich im Freien befindet. Marlin hat das kategorisch abgelehnt und hat schon mal in der warmen Mall gewartet. Miri zund ich haben uns eiskalt (haha, Wortwitz…) Tickets gekauft und sind los. Hier eine Sache, die mich an japanischen Achterbahnfahrten UNFASSBAR stört: Man muss immer seinen Schal ausziehen. Leute, die mich gut kennen, wissen, wie heilig mir meine Schals sind (vor allem im Winter!). Die werden nur dann ausgezogen, wenn ICH will. Nicht, wenn Andere wollen. Mein Freund erinnert sich bestimmt an die Gelegenheit, bei der ich fünf Minuten mit dem Angestellten an einer Achterbahn diskutiert habe, bis er aufgegeben hat und ich meinen Schal anlassen durfte. Was soll schon passieren, wenn mein Schal hinter meinem Jackenkragen versteckt ist und nicht mal am Hals rausschaut?! Genau: rein gar nichts. In Japan geht das so leider nicht. Zum Ersten kann ich ihnen nicht erklären, dass ich nicht gewillt bin meinen Schal auszuziehen und dass schon nichts passieren wird und zum Zweiten wäre es ihnen wohl auch egal, selbst, wenn ich es ihnen in fließendem Japanisch erklären könnte. Ich mich also meinem Schicksal ergeben (allerdings nicht, ohne auf Deutsch rumzumeckern) und die Fahrten am Hals frierend genossen. Die Wasserachterbahn war super: zwei Berge, der letzte richtig steil. Wir sind Deutsche, also haben wir uns nicht drum gekümmert, wie laut wir schreien. Die am Rand stehenden Japaner fandens witzig. Ich saß vorne und bin nicht mal allzu nass geworden – was zum Erfolg der Fahrt beigetragen hat. Wir haben dann den ergeben wartenden Marlin gejoint und sind Ramen essen gegangen. Nach dem Ramen haben wir uns entschlossen, dekadent zu sein und Crêpe zu essen. Allerdings nicht puren Crêpe; das wäre ja zu einfach. Nein! Mein Crêpe war mit Sahne und Schokoeis gefüllt. Zu dem Schokoeis waren dann noch Schokosoße, Schokotropfen sowie Browniestücke hinzugefügt. Miri und Marlin hatten Vanilleeis mit Sahne,  Schokosoße und Bananenstückchen. Diabetes, here we go! War uns aber egal. Während dem Essen haben wir uns dann langsam Richtung Bahnhof bewegt, das es inzwischen schon halb neun war. Am Bahnhof gabs dann wieder eine Umarmung und wir haben uns auf den einstündigen Heimweg gemacht. Es war ein teurer Tag, aber er war es definitiv wert. Ich werde auch meinen Freund (ja, Warnung an dich!) nach Minato Mirai schleifen. Und wieder Riesenrad fahren! Jetzt greife ich aber schon mal vor und zeige euch einige Bilder. :)

abends ist das Riesenrad wunderschön beleuchtet!
abends ist das Riesenrad wunderschön beleuchtet!

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Eingang zu einem Teil des Vergnügungsparks
Eingang zu einem Teil des Vergnügungsparks

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leuchtendes Herz...
leuchtendes Herz…
... mit meiner Wenigkeit davor
… mit meiner Wenigkeit davor
nochmal das Riesenrad
nochmal das Riesenrad
auch die anderen Achterbahnen sind beleuchtet
auch die anderen Achterbahnen sind beleuchtet
wunderschön beleuchtete Bäume
wunderschön beleuchtete Bäume
Blick über Yokohama
Blick über Yokohama
Tokyo ist weitläufig...
Tokyo ist weitläufig…
einfach, weil es schön aussieht
einfach, weil es schön aussieht

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An dieser stelle ein großes Danke schön, an alle, die immer noch meinen Blog lesen. Ich freue mich, euch alle bald wiederzusehen!!! <3

Eulencafe

Ja, ihr habt richtig gelesen: Eulencafe. Davon gibt es mehrere in Tokyo. Manche sind als richtiges Cafe gestaltet, in dem man Essen und Trinken bekommt und die Vögel hinter Glas sind. Es gibt nur noch ein weiteres Cafe neben unserem, in dem es nur Eulen gibt und das den Besuch mehr als Erlebnis gestaltet.

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Ich habe Samstag eine Reservierungsemail losgeschickt und für Sonntag, 18.00-19.00 Uhr eine Bestätigung erhalten. Miri und ich sind heute gegen 16.00 Uhr aufgebrochen und nach Akihabara gefahren. Wir haben das Cafe recht gut gefunden und da wir noch Zeit hatten, bevor es losging, haben wir noch eine heiße Schokolade getrunken und uns etwas umgesehen. In der Email hieß es, dass man sich vor dem Cafe aufstellen und warten soll; mindestens fünf Minuten vor der reservierten Zeit. Wir sind Deutsche, also waren wir früher da. Wir wurden dann freundlich gebeten, noch zu warten. Einige Japaner sind dann noch zu uns gestoßen und dann ging es los: zuerst wurden Hefte ausgeteilt, in denen Regeln zum Umgang mit den Eulen standen. Zum Glück gab es die auf Englisch…. Während wir gewartet haben, kamen die Besucher vor uns raus und haben ihr Abschiedsgeschenk erhalten. Dann durften wir endlich rein. Bezahlen, Jacke ausziehen und Handtasche abstellen, Hände desinfizieren und ein Getränk aussuchen. Es gab nur Wasser in Flaschen, was daran liegt, dass die Eulen frei im Raum auf Stangen sitzen und alles andere hygienisch nicht zu verantworten ist.
Wir wurden also gebeten, uns zu setzen und es gab eine Einführung in Japanisch (von der ich ehrlich gesagt kein Wort verstanden habe). Dann durften wir aufstehen und uns umsehen. Man durfte alle Eulen streicheln und fotografieren; wenn man sie auf die Hand nehmen wollte, musste man sich an das Personal wenden. Ich habe mir erst alle Eulen angeschaut, ein paar gestreichelt und dabei viele Fotos gemacht. Dann habe ich die erste auf die Hand genommen – ich habe klein angefangen und das war auch glaube ich gut so. Ich hatte noch nie einen Vogel auf der Hand und es ist doch etwas gewöhnungsbedürftig. Ich habe mich zuerst gar nicht getraut, mich zu bewegen; das wurde dann aber besser. Und: Eulen sind unglaublich weich. Ihre Federn sind so zart, das ist unbeschreiblich!!
Ich hatte insgesamt drei Eulen auf dem Arm: eine kleine, eine etwas größere und dann eine mittelgroße. In Miri’s Liga (Uhu) habe ich mich aber nicht getraut…
Das Personal war super freundlich, hilfsbereit und obwohl wir mindestens 12 Leute waren, immer schnell da, wenn man sie gebraucht hat. Die Stunde war leider viel zu schnell rum…
Beim Rausgehen haben wir unser Foto bekommen, sogar laminiert, und ein Abschiedsgeschenk. Wir waren super euphorisch und haben einstimmig entschieden, dass die 1.500 Yen gut angelegt waren! Jetzt aber endlich Eulenfotos!

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Sitzgelegenheit und beleuchtete Bäume nahe des Bahnhofs
Sitzgelegenheit und beleuchtete Bäume nahe des Bahnhofs
zwei süße kleine Kerle; der rechts hatte gerade Pause, weswegen man ihn nicht hochnehmen konnte
zwei süße kleine Kerle; der rechts hatte gerade Pause, weswegen man ihn nicht hochnehmen konnte

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Yamashita san, ein unglaublich putziges und freches Kerlchen
Yamashita san, ein unglaublich putziges und freches Kerlchen
meine erste Eule
meine erste Eule

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müde Eule... ich dachte zuerst, sie wäre nicht echt und bin erschrocken, als sie sich bewegt hat :D
müde Eule… ich dachte zuerst, sie wäre nicht echt und bin erschrocken, als sie sich bewegt hat :D
Pause... schlafen...
Pause… schlafen…
Takoyaki, der Größte im ganzen Cafe
Takoyaki, der Größte im ganzen Cafe
Eulenübergabe
Eulenübergabe
etwas unsicher mit diesem großen Vogel auf dem Arm
etwas unsicher mit diesem großen Vogel auf dem Arm
schon etwas bessere Freunde...
schon ein wenig vertrauter…
hübscher Kerl!
hübscher Kerl!
HILFE!! Was tut er?!?!
HILFE!! Was tut er?!?!
wieder Freunde...?
wieder Freunde…?
Klar! Freunden gibt man Küsschen ;)
Klar! Freunden gibt man Küsschen  ;)
die beiden mochten sich (^_^)
die beiden mochten sich (^_^)
entspanntes Pärchen
entspanntes Pärchen
Miri und der zweite Uhu (ich habe seinen Namen vergessen)
Miri und der zweite Uhu (ich habe seinen Namen vergessen)
sie scheinen sich sehr gut zu verstehen, aber mir war das ne Nummer zu groß
sie scheinen sich sehr gut zu verstehen, aber mir war das ne Nummer zu groß
so bekommen die Eulen ihr Wasser zwischendurch
so bekommen die Eulen ihr Wasser zwischendurch
müde!
müde!
ihn hatte ich auch noch auf dem Arm; leider scheint das einhändige Foto machen aber nicht geklappt zu haben...
ihn hatte ich auch noch auf dem Arm; leider scheint das einhändige Foto machen aber nicht geklappt zu haben…

Das war nur eine Auswahl an Fotos (ich habe gut 130), aber ich habe versucht, alle Eulen zu zeigen und euch anhand von Bildern die lustige Geschichte von mir und der großen Eule zu erzählen. Miri hat sich tot gelacht über mich… Allerdings habe ich den Kerl auch einmal souverän wieder eingefange, als er losgeflogen ist. Das kann einen ganz schön erschrecken, vor allem, weil die Flügel viel länger sind, als man es erwartet, wenn man sie nur am Körper sieht… An dieser Stelle großen Dank an Miri, die all die Fotos von mir und meinem großen Eulenfreund gemacht hat. Sind wunderbare Schnappschüsse dabei, wie man sieht. Ich glaube, sie hatte großen Spaß beim Fotografieren :D
Wenn ihr mal die Gelegenheit dazu habt, lasst euch auf keinen Fall ein Eulencafe entgehen. Es lohnt sich…

Fieldtrip ins Life Security Center

Ja schon wieder ein neuer Eintrag, unfassbar…
Mit unserem Japanischkurs waren wir heute im Life Security Center in Tokyo. Was genau es dort alles gibt, erfahrt ihr gleich.
Mein Weg dorthin war ein ganzes Stück länger als der übliche zur Uni; immerhin musste ich nicht umsteigen. Eigentlich wollte ich zusammen mit Kaydie und Steph vom Dormitory aus starten; Kaydie war allerdings krank und Steph zu spät – da ich Deutsche bin, noch etwas zu trinken gebraucht habe und außerdem den rausgesuchten Zug nicht verpassen wollte, hatte ich drei gute Gründe, nicht länger als 5 Minuten zu warten. Glücklicherweise habe ich keinerlei Problem damit, alleine Zug zu fahren. Ich bin also zum Express gewechselt und dann etwa eine Stunde bis nach Kinshicho gefahren. Dort habe ich dann sorgfältig meinen Stadtplan studiert und bin Richtung Life Security Center marschiert. Da unsere Lehrerin sinnvollerweise den ganzen Block als Treffpunkt markiert hat, musste ich ein wenig suchen, bis ich den Eingang gefunden hatte. Ich war drei Minuten zu früh da, aber keine Lehrerin in Sicht (ich muss auch zugeben, dass ich nicht im Gebäude nachgesehen habe, weil ich vorm Gebäude treffen als einzig sinnvolle Option erachtet habe). Also habe ich einer Kommilitonin geschrieben, wo sie wäre. Ich habe sie und zwei Jungs aus dem Kurs dann an der Hauptstraße getroffen und wir haben unsere Lehrerin angerufen. Ein sehr lustiges Gepräch, das auf Japanisch stattgefunden hat.
Isaiah am Telefon: Sensei? Isaiah desu. Sensei wa doko? (Sensei= Lehrer; hier ist Isaiah. Wo sind Sie?) Sensei: …. Isaiah: Wakarimasen. (Verstehe/weiss ich nicht) Sensei: …. Isaiah: Wakarimasen. [Morgan und ich bekommen einen Lachanfall] Sensei: …. Isaiah: Honjo Fire Station no chikaku (bei der Honjo Fire Station) Sensei: …. Isaiah: Aaaaah wakatta wakatta (verstanden) [legt auf] She’s inside the building.
Nach dieser aufschlussreichen Konversation sind wir dann reingegangen, wo sie tatsächlich gewartet hat. Ich habe Kaydie entschuldigt und Verspätung sowohl für Steph als auch für Alejandro und Brady angekündigt (mit denen stand ich in LINE-Kontakt, sie sind von der Station aus in die falsche Richtung gelaufen. Wozu schicke ich Stadtpläne herum??). Anstatt 12.45 Uhr war es dann nach 13.00 Uhr bis wir anfangen konnten. Zuerst wurde ein Film gezeigt über die Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis am 11.3.2011 (kurz vor Anfang haben Alejandro und Brady uns dann tatsächlich gefunden).

Der Film war interessant, aber auch unglaublich schockierend. Man hat ja schon viele Bilder der Überschwemmung gesehen, aber Videos davon zu sehen, wie der Tsunami Schutzwälle einfach überrollt und Autos, Häuser und Schiffe mit sich reißt, war wirklich schockierend. Die Zerstörung an der Ostküste Japans ist wirklich verheerend; da wurden ganze Städte einfach ausgelöscht von Wasser, das teilweise so hoch stand wie mehrstockige Gebäude. Die Messgeräte waren nicht mehr in die Lage, die Höhe des Tsunamis zu messen, weil sie bei 9,30 Metern aufhören… Nach dem Tsunami kamen dann große Feuer in vielen Regionen dazu. Sogar in Tokyo sind Menschen durch das Erdbeben gestorben und viele Pendler sind nicht nach Hause gekommen. Am gruseligsten waren aber die Bilder von Hochhäusern in Shinjuku, die hin und her geschwankt sind – allerdings mehrere Meter!

Danach ging dann der lustige Teil los: erlebe, wie stark Wasser sein kann, das gegen eine Tür drückt; erlebe ein Erdbeben (Boden und Hochhaus); lösche einen Brand und erlebe einen Taifun. Den Tsunami haben sie glücklicherweise nicht nachgestellt…
Die Instruktionen waren zwar komplett auf Japanisch, weswegen man leider nicht alle interessanten Zusatzinformationen mitbekommen hat, aber unsere Lehrerin hat alles auf “einfaches” Japanisch übersetzt, sodass wir wussten, was wir zu tun hatten.

Erster Teil: Drücke eine normale Tür bzw. eine Autotür auf, gegen die Wasser strömt
Klingt einfach, ist es aber nicht. Das Ganze wurde natürlich nicht mit Wasser, sondern mit Elektrik simuliert, seinen Zweck erfüllt hat es aber trotzdem.
An der normalen Wohnungstür hab es die Höhen 10, 20, 30 und 40 Zentimer. 10 und 20 ist okay, 30 fand ich schon ziemlich schwer und 40 habe ich grade einen Fingerbreit aufbekommen, obwohl ich mich mit dem ganzen Körper dagegen geworfen habe. Ein Einziger von uns – ein Deutscher!  :D – hat es geschafft, im zweiten Anlauf und mit viel Mühe. Soweit ich verstanden habe, sind es bei 40 cm Wasserhöhe 64 Kilogramm, die gegen die Tür drücken. Wow…
An der Autotür habe ich kläglich versagt. Dadurch, dass man eine sehr viel ungünstigere Hebelwirkung hat, da man sitzt, hab ich nicht mal die 30 cm Wasserhöhe nicht geschafft. Hier haben glaube ich alle Jungs die 40 cm geschafft – allerdings mit Mühe (und ich durfte trainierte Rückenmuskeln bewundern ^_^ ).

Zweiter Teil: Erlebe ein Erdbeben der Stärke 7 (11.3.2011)
Eine Plattform war als Raum eingerichtet mit Herd, Schränken aus Schaumstoff und einem Tisch, dessen Beine und Platte gepolstert waren. Die Anweisung war: während dem Erdbeben auf den Boden knien, an den Tischbeinen festhalten, Kopf unter den Tisch halten. Nach dem Beben mit einem Kissen den Kopf schützen, Gas am Herd ausmachen und die Tür checken.
Wir haben also in Viererteams die Plattform geentert, die dann ein Stück hochgefahren wurde.
Der erste Teil war zwar nicht wirklich angenehm, vor allem, wenn man bedenkt, dass in der Wirklichkeit Tischbeine nicht gepolstert sind, aber ganz gut auszuhalten. Ich habe dann die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, das Gas auszumachen.
Der zweite Teil simuliert dann die gleiche Stärke, allerdings mit dem Zusatz, dass man sich in einem Hochhaus befindet (und zwar nicht im ersten Stock!!). Da war der Spaß dann vorbei. Ich habe mich nur noch panisch an mein Tischbein geklammert und versucht, nicht überall anzustoßen. Der Tisch ist auch noch durch die Gegend gerutscht. Hier sind dann auch die Schaumstoffschränke umgefallen (ein Glück war das näher an Alejandro als an mir). Es hat sich angefühlt, als würde das Beben Ewigkeiten dauern und als es endlich vorbei war, habe ich es kaum geschafft, aufzustehen und das Gas auszumachen. Alejandro, der faule Kerl, blieb schön auf dem Boden knien und hat mir Anweisungen gegeben. :D
Wir sind dann von der Plattform gewankt und waren froh, als wir auf stabilem Untergrund 5 Minuten sitzen und einen Film schauen konnten. Morgans Kommentar: “If I have to experience that during my stay here, then Sayonara Japan!” (Wenn ich das während meinem Aufenthalt hier erleben muss, dann auf Wiedersehen Japan!) Sehr treffend…
Was ich gelernt habe: Während einem Erdbeben möchte ich nicht in einem richtig hohen Hochhaus sein (20. Stock aufwärts). Bei einem Beben dieser Stärke bleibt kein Mensch aufrecht stehe und Tische – egal, ob gepolstert oder nicht – sind wirklich ein sehr willkommenes Überlebensutensil, auch wenn sie verrutschen.

Dritter Teil: Lösche ein Feuer, das nach einem Erdbeben ausgebrochen ist
Auch hier haben wir wieder in Viererteams gearbeitet. Das Feuer war natürlich nicht echt, sondern nur auf einem Screen dargestellt. Wir haben mit Wasser gelöscht und dort, wo der Wasserstrahl den Screen getroffen hat, wurden Sensoren ausgelöst und das Feuer ging aus. Das erste Team hat überlebt, meines leider nicht (auf meiner Seite war ordentlich gelöscht, ich schwöre!). Das fand ich im Bezug auf Erdbeben jetzt nicht besonders spektakulär, aber für den Alltag doch sehr praktisch: bis heute wusste ich nämlich nicht, wie man einen Feuerlöscher bedient. Wichtige Alltagsdinge, die einem niemand beibringt… Was diese Übung dann aufgeworfen hat, war die Frage, ob alle in ihren Wohnungen einen Feuerlöscher in greifbarer Nähe haben. Ich im Dorm hab einen eine Tür weiter, aber sowohl Morgan und Isaiah als auch Alejandro und Brady haben keinen in der Wohnung. Über eine Anschaffung wird jetzt ernsthaft nachgedacht.

Vierter Teil: Erlebe einen starken Taifun
Dafür durften wir uns alle in Schale werfen – Regenjacke mit Schutzvisier vorne, Regenhose und Gummistiefel. Dann ging es in den Simulationsraum, wo es die Instruktionen gab. Der Instructor hat sich im Vorhinein schon entschuldigt, was einiges heißen will.
Als es dann losging, hab ich verstanden, warum. Wind ohne Ende, Wasser, das einem horizontal ins Gesicht bzw. das Schutzvisier klatscht – unschön. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man normalerweise nicht so gut ausgerüstet ist. Jetzt verstehe ich auch völlig, warum hier die Uni ausfällt, wenn ein Taifun angekündigt ist und warum man das Haus nicht verlassen soll…

bevor die Taifun-Simulation losging
bevor die Taifun-Simulation losging

Danach war unser Erlebnis auch schon rum, aber ich muss sagen: es war lustig, interessant und hat einem die Augen geöffnet dafür, wie stark die Natur wirklich ist…
Nach dem Fieldtrip bin ich zurück zur Uni, wo ich mit Miri und Nate zu Abend gegessen hab und dann bin ich direkt heim, um euch das Erlebte mitzuteilen.

Ein weiteres, unschönes Erlebnis möchte ich aber auch noch mit euch teilen: als ich letzten Samstag zur Uni fahren wollte und am Bahnhof ankam, stand eine riesige Menschenmenge vor den Barrieren und niemand ging rein. Ich war zuerst verwirrt, weil ich die Ansagen nicht verstanden habe und auch die Laufschrift auf den Displays nicht entziffern konnte. Eine Kommilitonin hat mich dann aufgeklärt: es gab einen Unfall auf den Schienen und von Azamino (eine Station vor uns) bis nach Nagatsuta (fünf Stationen hinter uns) fuhr kein Zug mehr. Anderthalb Stunden lang. Wir hatten dann einen komplizierten und langen Weg zur Uni, aber meine Gedanken sind eher bei dem Menschen, der es als letzten Ausweg gesehen hat, sich vor einen Zug zu werfen. Befremdlich war auch, dass die Menschen hier von so etwas nicht mehr schockiert oder entsetzt sind; es scheint zum Alltag zu gehören. Ich bete für diesen Menschen und seine Familie – und dafür, dass unsere Gesellschaft Suizid nicht als alltäglich akzeptiert…

Touri-Tag und Fall Leaves

Eigentlich wollte ich den Blogeintrag ja schon gestern verfassen, allerdings war ich vom Tag so müde, dass ich es nicht mehr geschafft habe, Fotos zu sortieren und zu schreiben…

Lukas und ich haben uns gestern um 10.00 Uhr in Shibuya getroffen (verwunderlich, dass Studenten so etwas freiwillig an einem freien Tag tun, nicht wahr?) und sind dann eine halbe Stunde bis an die Tokyo Station gefahren. Die ist sehr groß und auch etwas verwirrend, aber wir haben den richtigen Ausgang genommen und als ich mich draußen zur Station umgedreht habe, war ich verwundert wie unglaublich schön sie von außen ist! Auch das ganze Stadtviertel, in dem wir angelangt waren (Chiyoda), war anders, als ich es bisher von Tokyo gewohnt bin. In Shibuya und Harajuku und besonders in Shinjuku gibt es überall kleine Seitensträßchen, die nicht mal gut geteert sind und in denen man sich unglaublich schnell verläuft. Davon war hier weit und breit nichts zu sehen. Lukas hat das sehr schön auf den Punkt gebracht: “Hier sieht es so aus, als hätte sich tatsächlich mal ein Städteplaner hingesetzt und sich überlegt, wie man so etwas offen, übersichtlich und schön gestaltet!” Das trifft völlig zu. Das heißt aber auch nicht, dass Shibuya keinen Charme hat; im Gegenteil…
Wie dem auch sei: wir sind dann eine sehr schöne Allee runtergelaufen zum Emperor’s Palace. Den Palast selbst sieht man leider nicht, aber der Park und die Umgebung sind wirklich lohnenswert! Vor allem mit den bunten Blättern momentan… Ihr werdet euch in diesem Eintrag sehr viele Bilder von Bäumen anschauen müssen; einfach, weil der Herbst in Japan unglaublich schön ist und sooo anders als in Deutschland…

Lustige Anekdote: ich habe grade ein Bild gemacht, als ich gesehen habe, dass jemand auf mich zukommt und sich neben mich stellt. Da ich weiss, wie schwierig es ist, in Japan ein Bild zu machen, in das kein Mensch reinläuft, wollte ich weggehen. – da hält mich dieser Mann auf! Ich verstand erst gar nicht, was er von mir wollte, bis ich nach einigen Gesten gemerkt hab, dass der unbedingt ein Foto mit mir haben will! Also habe ich mein schönstes Gaijin-Lächeln aufgesetzt und mit ihm posiert (er war allerdings auch Ausländer). Lukas hat sich kaputt gelacht über meinen verwunderten Gesichtsausdruck, aber ich habe gehört, dass Ausländerinnen das dort öfters passiert…

Nachdem wir uns den Park angeschaut hatten, sind wir weiter. Auf unserem Weg habe wir dann eine interessante Gebäudespitze gesehen und dachten, dass wir uns das mal näher anschauen. Offensichtlich war das das Parlamentsgebäude (oder irgendein anderes Regierungsgebäude); davon wurden dann natürlich auch gleich Fotos gemacht. Danach haben wir uns in der Nähe in einen Park gesetzt und noch etwas geredet. Weil es noch recht früh war, haben wir uns dazu entschlossen, auch noch zum Tokyo Tower zu laufen. Das hat etwas über 20 Minuten gedauert; wir haben auf unserem Weg über Kanji gerätselt, in Hinterhöfen Tempel entdeckt und so weiter. Was einem in Japan halt so passiert.
Da die Fahrt auf die erste Plattform des Tokyo Towers nur 800 Yen kostet, wenn man Student ist, haben wir das dann spontan auch noch gemacht. Die Aussicht dort war leider nicht so gut, weil es gestern ziemlich neblig war (deswegen auch keine weiteren Bilder vom Skytree). Aber der Rundblick war doch sehr interessant; wir haben sogar Stadtviertel und Gebäude erkannt.
In den Geschäften unter dem Tokyo Tower haben wir eine leckere japanische Rice Bowl gegessen – Lukas mit Lachssashimi und ich mit Garnelen und zwei weiteren Fischsorten. Nachtisch haben wir uns auch gegönnt

Danach sollte es eigentlich nach Akihabara gehen, aber da das in der Nähe des Ueno-Parks liegt, sind wir zuerst dorthin, weil sich der Park im Hellen natürlich mehr lohnt. Dort gab es eine Art Straßenfest mit ganz vielen Essensständen und einem Truck, auf dessen Bühne als Ninja verkleidete Kinder zu HipHop Liedern getanzt haben.
Außerdem waren noch viele andere Straßenkünstler da; ein Mann, der wie ein Roboter getanzt hat, einer, der Kunststücke mit Reifen gemacht hat und eine Gruppe von Männern und Frauen in Kimono, die einen traditionellen Tanz aufgeführt haben.

Schlussendlich ging es noch nach Akihabara ins Yodobashi, ein riesiges Einkaufszentrum, in dem wir einfach ein bisschen “geschnust” und uns umgeschaut haben. Da wir uns aus Müdigkeits- und Fußschmerz-Gründen dazu entschlossen hatten, nicht mehr nach Roppongi zu fahren, da wir dort auch nichts bestimmtes vorhatten, habe ich mir als Abendessen mein erstes (!) Reisbällchen in Japan gekauft und wir sind zurück nach Shibuya gefahren. Dort haben sich dann unsere Wege getrennt; ich bin heim, habe noch kurz mit Miri geredet, zu Abend gegessen und dann geschlafen.

Fazit des Tages: wir haben weit mehr gesehen, als wir eigentlich vorhatten, aber es hat sich auch alles gelohnt. Wie immer! :)

Tokyo Station
Tokyo Station

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beautiful plaza
beautiful plaza
Gebäude auf dem Gebiet des Emperor's Palace
Gebäude auf dem Gebiet des Emperor’s Palace

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weitere Gebäude
weitere Gebäude

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Kreuzung^^
Kreuzung^^
blühende Bäume und sich färbende Blätter sind kein Widerspruch in Japan!
blühende Bäume und sich färbende Blätter sind kein Widerspruch in Japan!
Regierungsgebäude
Regierungsgebäude
solche Tore...
solche Tore…
... Gebäude...
… Gebäude…
... Schreine findet man in japanischen Hinterhöfen des öfteren!
…  und Schreine findet man in japanischen Hinterhöfen des öfteren!
Tokyo Tower!
Tokyo Tower!
Blick auf Roppongi Hills
Blick auf Roppongi Hills
... Tokyo ^_^
… Tokyo ^_^
Blick auf den Hafen
Blick auf den Hafen
Lukaaaaas! *_*
Lukaaaaas! *_*
Straßenfest
Straßenfest
Aufführung
Aufführung

Asakusa

Heute nach dem Japanischunterricht bin ich spontan mit Lukas nach Asakusa gefahren; ein Stadtteil Tokyos, der an der Ginza-Line liegt. Dort gibt es auch den berühmten Skytree zu besichtigen.
Lukas wollte in Asakusa Souvenirs shoppen – diese Mission haben wir auch erfolgreich abgeschlossen – und hat mich gefragt, ob ich mitkomme. Da ich nichts besseres zu tun hatte und noch nie in Asakusa war, bin ich mit. Einziger Nachteil dieser Spontanaktion war, dass ich keine Kamera dabei hatte. Also werde ich diesen Trip demnächst noch einmal mit Kamera wiederholen und dann wahrscheinlich auch den Ueno-Park besuchen. Ein paar Bilder lade ich heute aber trotzdem schon hoch.

In der Omote-sando Station, von der wir abgefahren sind, haben wir noch zu Mittag gegessen – im DeliFrance, ein absolut leckeres, französisches Café (der Name verräts). Wir haben beide eine Mini-Quiche gegessen, die unfassbar lecker war und ich habe außerdem eine Creamcheese – Apple Pie gegessen. Die war so gut, dass wir fast geweint hätten…
Frisch gestärkt haben wir dann die halbe Stunde Fahrt nach Asakusa auf uns genommen. Dort angekommen, konnte ich Lukas’ Meinung nur bestätigen: Asakusa ist der erste wirklich touristische Ort, den ich in Tokyo gesehen habe. Es gibt eine Shopping-Straße, in der man alles bekommt von Fächern über Essstäbchen, Glückskatzen und allem Nippes, den man sich vorstellen kann. Diese Straße führt auf den Tempel zu. Und der ist wirklich schön und hat außerdem eine Pagode.

Wir haben dann ausgiebig für Lukas Souvenirs besorgt und uns den Tempel angeschaut; danach ist er nach Akihabara gefahren und ich bin zum Skytree gelaufen. Einmal, weil ich ihn unbedingt von Nahem sehen wollte und andererseits, weil ich von dort aus mit der Hanzomon-Linie direkt nach Hause durchfahren konnte. Ich habe also eine schöne rote Brücke überquert, Bilder von einem goldenen Spermium und einer lustigen Bank gemacht und bin einfach nach Sichtkontakt zum Skytree gelaufen. Das ist etwas, was ich mir auch erst hier angewöhnt habe: sich nicht stressen. Man braucht nicht immer GoogleMaps, um anzukommen. Es geht auch ohne – und das viel entspannter. Ich ruhe bei solchen Allein-Abenteuern sehr viel mehr in mir selbst als früher.

Am Skytree angekommen, war ich erstmal überwältigt davon, wie riesig dieses Gebäude wirklich ist. Vor allem abends, wenn es beleuchtet ist, sieht es total beeindruckend aus. Ich freue mich schon unfassbar darauf, im Februar endlich hoch auf die Aussichtsplattform zu fahren! Ich habe dann etwas gestaunt und wollte schließlich zu meinem Zug. Ich bin den Schildern “Oshiage Station” gefolgt und lief und lief… Irgendwann habe ich in meinem besten Japanisch einen Parkeinweiser gefragt, ob das denn wirklich der Weg zur Station ist. Jaja, an der nächsten Ampel links und dann geradeaus. Ich lief und lief. Zwischendurch habe ich noch Bilder von mit Lichterketten behängten Bäumen gemacht – beziehungsweise machen wollen. Mein Handy wollte nämlich nicht. Bitte entschuldigt also die teilweise schlechte Qualität. Nach etwa 10 Minuten Weg – und ich gehe nicht langsam! – bin ich endlich an der Station angekommen und in der letzten Sekunde noch in einen Express reingesprungen. Ich dachte: Juhu, dann bist du ja schnell zu Hause! Da hatte ich mich allerdings geschnitten. Auf der Hanzomon-Linie gibt es keinen Express. Sie hat zwar nur 14 Stationen, aber das dauert trotzdem 35 Minuten. Ab Shibuya ging es dann endlich mit dem Express weiter (die Hanzomon-Linie ändert sich ab Shibuya zur Den-en-toshi-Linie, mit der ich nach Hause komme). Nach über einer Stunde war ich dann endlich zu Hause. Der Weg hat sich aber auf jeden Fall gelohnt!

Am Montag ist hier mal wieder Feiertag und Lukas und ich wollen zum Kaiserpalast fahren. Da nehme ich dann die Kamera mit und dann gibt es wohl auch den nächsten Bericht. Jetzt erstmal Fotos. Ich hoffe, euch gefällt, was ihr seht!

Eingang zum Tempel
Eingang zum Tempel
Shoppingstraße
Shoppingstraße
Donnertor
Donnertor
Skytree bei Tag vom Tempel aus
Skytree bei Tag vom Tempel aus
riesige Pagode
riesige Pagode
Weg zum Tempel, inklusive Weihrauchgefäß, an dem man sich reinigt
Weg zum Tempel, inklusive Weihrauchgefäß, an dem man sich “reinigt”
Deckenbemalung
Deckenbemalung
Schreininneres
Schreininneres
Eingangstüren
Eingangstüren
Skytree und goldenes Spermium
Skytree und goldenes Spermium
rote Brücke
rote Brücke
Skytree bei Nacht
Skytree bei Nacht
lustige Bank :D
lustige Bank :D

Fall Excursion

Heute war also der Tag unseres ersten großen Ausfluges mit der IEC-Staff gekommen. Ich habe mich wirklich total drauf gefreut und es war super, wenn auch leicht gehetzt.
Gestartet sind wir heute morgen gegen halb neun mit drei Bussen und 125 Leuten plus Begleitern. Die Fahrt in die Tochigi-Präfektur hat etwa zweieinhalb Stunden gedauert. Dort hatten wir jeweils zwanzig Minuten, um Bilder vom Kegon-Wasserfall und dem Chuzenji-See zu machen. Das war leider etwas wenig. Danach ging es nochmal 30 Minuten mit dem Bus weiter nach Nikko. Dort gab es einen Lunch, wie ihn offenbar Mönche einnehmen (ich fand ihn allerdings nicht sehr gut). Nach dem Mittagessen sind wir Richtung Nikko Toshogu Schrein gelaufen und dort hatten wir dann 40 Minuten, um alles auf eigene Faust zu erkunden. Auch hier war die Zeit knapp bemessen; zumal man allein 15 Minuten gebraucht hat, um zum Schrein ganz oben auf dem Berg zu kommen. Anschließend ging es zum Apfel pflücken auf eine große Apfelfarm. Und zugegebenermaßen habe ich noch nie derart große, schöne und runde Äpfel gesehen. Wir bekamen eine kurze Einführung und konnten uns durch ihre drei Apfelsorten probieren. Wer wollte, konnte naturtrüben (!) Apfelsaft kaufen. Im Feld durfte sich dann jeder drei Äpfel pflücken. Ich schätze, dass den Farmern pro Student etwa 2,000 Yen Umsatz verloren gegangen sind. Sie waren trotzdem äußerst freundlich und haben zum Abschied gewunken und sich verbeugt. Auf der Rückfahrt war es bis zur Pause sehr still, weil jeder geschlafen hat. Danach wurde Monster Inc. von Disney gezeigt; absolut süß, leider konnten wir nicht bis zum Ende schauen (muss ich nachholen). Zurück in Shibuya habe ich mit Miriam noch zu Abend gegessen und dann sind wir heim.
Das soll es heute auch schon von mir gewesen sein, ab jetzt lasse ich Bilder sprechen.

Lake Chuzenji
Lake Chuzenji
Kopf in den Wolken...
Kopf in den Wolken…

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viele Schälchen...
viele Schälchen…
noch mehr Schalen...
noch mehr Schalen…
meine Wenigkeit auf dem Weg zum Schrein
meine Wenigkeit auf dem Weg zum Schrein
eines der gefühlt 30 Gebäude dieser Anlage
eines der gefühlt 30 Gebäude dieser Anlage

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die japanische Version von Liebesschlössern, finde ich auch sehr schön :)
die japanische Version von Liebesschlössern, finde ich auch sehr schön :)

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Inneres eines der Schrein-Gebäude
Inneres eines der Schrein-Gebäude
Blick über einen Teil der Anlage, durch die Bäume beim Abstieg vom Gipfel
Blick über einen Teil der Anlage, durch die Bäume beim Abstieg vom Gipfel

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es ist noch höher als es aussieht...
es ist noch höher als es aussieht…
Blick durch die lange Allee der Anlage
Blick durch die lange Allee der Anlage
kawaii (^.^)
kawaii (^.^)
Äpfel!!
Äpfel!!

Nachtrag: Ich habe mein Bestes gegeben, aus meinen 170 Bildern für euch die aussagekräftigsten und schönsten herauszusuchen. Allerdings verliebt man sich manchmal doch in bestimmte Fotos, also bitte vergebt mir, wenn welche dabei sind, die euch “nichts” bringen…

Nachtrag der Zweite: Da ich offensichtlich nur eine begrenzte Anzahl an Bildern pro Eintrag hochladen kann, werde ich einen zweiten nur mit Bildern “verfassen”.

Disneyland

Es ist schon eine Woche her, dass ich im Disneyland war, aber irgendwie komme ich unter  der Woche nicht zum Schreiben. Ich möchte dem Besuch im Disneyland einen eigenen Beitrag widmen, weil er absolut eine Erfahrung wert war.

Bevor es losging, gab es erst eine lange Diskussion, ob wir nun ins Disneyland gegen oder ins DisneySea, was hier in Tokyo direkt nebendran liegt. Samstag wurde dann aber fürs Disneyland entschieden und einige Leute haben dann im Disneystore Karten für die ganze Gruppe gekauft, damit wir uns morgens die ewige Ansteherei sparen.
Ausgemachter Treffpunkt war das Haupttor unserer Uni, Zeit: 9.00 Uhr. Damit musste ich zwar relativ früh los, aber das war ja okay.Samstagabend war ich nochmal in Ikebukuro im Café, das war auch ein recht lustiger Abend und ich war gegen 0.30 Uhr zu Hause. Ich dachte mir: Check noch schnell die Gruppe, ob sich am Treffpunkt oder der Uhrzeit was geändert hat. Ja, es hatte sich etwas geändert: wir würden uns um 6.15 Uhr treffen statt um 9.00 Uhr. 6.15 Uhr!! Das hat mich ziemlich umgehauen, denn um pünktlich zu sein, müsste ich um 5.20 Uhr das Dormitory verlassen. Meeeeh…

Ich hab mich also nach 3 Stunden Schlaf aus dem Bett gequält und gleich gemerkt, dass ich keine gute Laune hatte. Ich bin los und habe in der Shibuya Station noch Lukas getroffen, mit dem ich dann zur Uni gelaufen bin. Wir waren um 6.13 Uhr da und der Einzige, der auch schon da war, war Benni, der dritte Deutsche, der mitgehen würde. Die Deutschlandfraktion war also da – und dann kam erstmal ganz lange keiner. Lustigerweise hat es alle Vorurteile zur Pünktlichkeit der Deutschen bestätigt, aber meine Laune hat es nicht gehoben. Um 6.40 Uhr kamen wir dann endlich los und dann hieß es auf einmal “hurry  up, guys”. Das hat mich unfassbar wütend gemacht – ich lasse mir äußerst ungern von Leuten, die 20min zu spät kommen, sagen, dass ich mich beeilen soll, weil wir spät dran sind.
Wir haben eine Stunde bis ins Disneyland gebraucht und dort haben schon Zehntausende Menschen auf den Einlass gewartet…

Gegen halb neun waren wir dann endlich drin und es ging los. Wir haben uns einen FastPass für eine sehr gefragte Attraktion geholt und sind dann erstmal durchs Disneyland geschlendert. Der Park ist wunderschön gemacht, absolut süß gestaltet und so weiter. Leider war es unglaublich voll und unsere Gruppe war eigentlich zu groß, um zusammenbleiben – das hat dem Ganzen ein wenig den Spaß genommen. Außerdem hat bei der zweiten Attraktion, für die wir uns einen FastPass geholt haben, meine Eintrittskarte nicht funktioniert und ich habe keinen Pass bekommen. Den Vorschlag, mich zu einigen Japanern, die mit uns unterwegs waren, in die Schlange zu stellen und  zu warten, habe ich abgelehnt – stattdessen habe ich mir etwas leckeres zu Essen und zu Trinken geholt (ich war am verhungern) und etwas Zeit für mich genossen. Danach ging es mir auch gleich viel besser.

Nach der Attraktion haben die anderen zu Mittag gegessen, wir  haben uns eine Parade angeschaut und sind viel durch den Park gelaufen. Wir hatten noch einen der letzten FastPass für HauntedHouse bekommen; die Fahrt war aber erst um 20.45 Uhr, also hatten wir viel Zeit.
Mit der großen Gruppe waren wir leider etwas unflexibel und wegen der Massen an Menschen (geht niemals an einem Sonntag ins Disneyland!!) kamen wir auch auf keine großen Attraktionen. Zusammen haben wir noch eine Lightshow gesehen und dann sind wir in die Shops. Dort haben wir uns irgendwie verloren und ich war mit Lukas ein wenig durch die Läden, wir haben gegessen, die Lichtparade im Dunkeln gesehen, das Feuerwerk beobachtet und dann die Fahrt gemacht. Danach sind wir auch heim, denn es war schon halb zehn und wir waren beide super müde.

Fazit dieses Besuchs:
Disneyland ist wunderschön, der Park ist unglaublich liebevoll gestaltet und die Paraden sind super! Aus meiner Sicht sind die Attraktionen allerdings ein Minuspunkt; ich gehe dann doch lieber mehr auf “richtige” Achterbahnen. Es hat sich wirklich gelohnt hinzufahren, aber nie wieder an einem Sonntag im Disneyland. Es ist einfach viel zu voll.

 

Aristocats
Aristocats
Schloss bei Nacht
Schloss bei Nacht
irgendwo im Park
irgendwo im Park
Blick aufs Schloss
Blick aufs Schloss
Lukas versucht mich zu fressen!
Lukas versucht mich zu fressen!

Little Paradise Tama-gawa

Ich fühle mich wirklich wie ein äußerst schlechter Mensch, dass ich diese wunderschönen Fotos nicht schon früher mit euch geteilt habe. Ich hatte ehrlich gesagt keine Geduld, alle Bilder vom Handy auf den PC zu schicken (ja ich war bisher noch zu faul einen SD-Kartenadapter zu kaufen…), aber heute Abend bin ich irgendwie sehr motiviert.

Ich überquere diesen Fluss jeden Tag auf meinem Weg nach Shibuya und zurück und seit ich ihn das erste Mal gesehen habe, wollte ich unbedingt hin. Das habe ich dann vor etwa drei Wochen auch getan. Und es ist wirklich paradiesisch. Ihr denkt vielleicht: “Naja, es ist nur ein Fluss, kann man überall haben.” Das stimmt. Wenn man allerdings in einer Millionenstadt lebt, in der man von allen Seiten beschallt wird, ständig von tausenden von Leuten umgeben ist und eigentlich nie richtig zur Ruhe kommt, dann ist das etwas Besonderes.
Ich war etwa anderthalb Stunden am Tama-River, bin etwas spaziert und habe am Flussufer gesessen – und die Ruhe genossen. Das Rauschen des Wassers, einfach mal auf einem Stein in der Sonne sitzen und an nichts denken. Es ist faszinierend: alle Menschen, die ich dort getroffen habe, sahen total ruhig und entspannt aus. Wir kommen eben doch aus der Natur und sie gibt uns etwas, was eine Stadt aus Glas und Beton niemals kann.
Jetzt hab ich aber genug philosophiert. Sicher ist, dass ich dort wieder hingehen werde, wenn ich Ruhe brauche, weil mir das Großstadtleben zu viel wird.

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Hochhäuser scheinen so weit weg zu sein...
Hochhäuser scheinen so weit weg zu sein…

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bei Niedrigwasser kann man zwischen den Brückenpfeilern stehen
bei Niedrigwasser kann man zwischen den Brückenpfeilern stehen
...bis ins Wasser :)
…bis ins Wasser :)
Wasseranlage neben dem Fluss
Wasseranlage neben dem Fluss