Fall Excursion

Heute war also der Tag unseres ersten großen Ausfluges mit der IEC-Staff gekommen. Ich habe mich wirklich total drauf gefreut und es war super, wenn auch leicht gehetzt.
Gestartet sind wir heute morgen gegen halb neun mit drei Bussen und 125 Leuten plus Begleitern. Die Fahrt in die Tochigi-Präfektur hat etwa zweieinhalb Stunden gedauert. Dort hatten wir jeweils zwanzig Minuten, um Bilder vom Kegon-Wasserfall und dem Chuzenji-See zu machen. Das war leider etwas wenig. Danach ging es nochmal 30 Minuten mit dem Bus weiter nach Nikko. Dort gab es einen Lunch, wie ihn offenbar Mönche einnehmen (ich fand ihn allerdings nicht sehr gut). Nach dem Mittagessen sind wir Richtung Nikko Toshogu Schrein gelaufen und dort hatten wir dann 40 Minuten, um alles auf eigene Faust zu erkunden. Auch hier war die Zeit knapp bemessen; zumal man allein 15 Minuten gebraucht hat, um zum Schrein ganz oben auf dem Berg zu kommen. Anschließend ging es zum Apfel pflücken auf eine große Apfelfarm. Und zugegebenermaßen habe ich noch nie derart große, schöne und runde Äpfel gesehen. Wir bekamen eine kurze Einführung und konnten uns durch ihre drei Apfelsorten probieren. Wer wollte, konnte naturtrüben (!) Apfelsaft kaufen. Im Feld durfte sich dann jeder drei Äpfel pflücken. Ich schätze, dass den Farmern pro Student etwa 2,000 Yen Umsatz verloren gegangen sind. Sie waren trotzdem äußerst freundlich und haben zum Abschied gewunken und sich verbeugt. Auf der Rückfahrt war es bis zur Pause sehr still, weil jeder geschlafen hat. Danach wurde Monster Inc. von Disney gezeigt; absolut süß, leider konnten wir nicht bis zum Ende schauen (muss ich nachholen). Zurück in Shibuya habe ich mit Miriam noch zu Abend gegessen und dann sind wir heim.
Das soll es heute auch schon von mir gewesen sein, ab jetzt lasse ich Bilder sprechen.

Lake Chuzenji
Lake Chuzenji
Kopf in den Wolken...
Kopf in den Wolken…

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viele Schälchen...
viele Schälchen…
noch mehr Schalen...
noch mehr Schalen…
meine Wenigkeit auf dem Weg zum Schrein
meine Wenigkeit auf dem Weg zum Schrein
eines der gefühlt 30 Gebäude dieser Anlage
eines der gefühlt 30 Gebäude dieser Anlage

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die japanische Version von Liebesschlössern, finde ich auch sehr schön :)
die japanische Version von Liebesschlössern, finde ich auch sehr schön :)

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Inneres eines der Schrein-Gebäude
Inneres eines der Schrein-Gebäude
Blick über einen Teil der Anlage, durch die Bäume beim Abstieg vom Gipfel
Blick über einen Teil der Anlage, durch die Bäume beim Abstieg vom Gipfel

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es ist noch höher als es aussieht...
es ist noch höher als es aussieht…
Blick durch die lange Allee der Anlage
Blick durch die lange Allee der Anlage
kawaii (^.^)
kawaii (^.^)
Äpfel!!
Äpfel!!

Nachtrag: Ich habe mein Bestes gegeben, aus meinen 170 Bildern für euch die aussagekräftigsten und schönsten herauszusuchen. Allerdings verliebt man sich manchmal doch in bestimmte Fotos, also bitte vergebt mir, wenn welche dabei sind, die euch “nichts” bringen…

Nachtrag der Zweite: Da ich offensichtlich nur eine begrenzte Anzahl an Bildern pro Eintrag hochladen kann, werde ich einen zweiten nur mit Bildern “verfassen”.

Wieder ein Wochenende vorbei…

Es ist Sonntagabend und mein Wochenende ist mal wieder vorbei – viel zu schnell natürlich. Zugegebenermaßen habe ich auch heute einiges vom Tag verschlafen, weil ich erst um 7 Uhr zu Hause war…

Diese Woche war relativ unspektakulär, Uni halt. Einer unserer Professoren hat uns allerdings verkündet, dass er in zwei Wochen gerne ein 5-seitiges Assignment von uns hätte; es kommt also langsam wirklich Arbeit auf mich zu.
Donnerstag war ich mit “meinen” beiden deutschen Jungs in Harajuku essen. Leider muss ich gestehen, dass Okonomiyaki nicht mein Fall ist. Man bekommt eine Schüssel, in der Gemüse, je nach dem auch Fleisch, und Ei ist. Das Ganze vermischt man dann und brät es auf einer heißen Platte, die in den Tisch eingelassen ist. Es schmeckt nicht sonderlich stark, es sei denn, man benutzt die spezielle Okonomiyaki-Sauce (die ich allerdings nicht mag) und viel Mayo (mag ich auch nicht).
Freitag habe ich auf unerwartete Art und Weise jemand Neues kennengelernt. Ich habe mit Miriam, eine der Deutschen, die mit mir im Dorm wohnt, auf dem Campus gesessen und geredet. Sie musste dann los und ich war grade am überlegen, was ich mit meiner einen Stunde, die ich noch bis zum unterricht hatte, anfangen sollte,  als mich jemand angesprochen hat. Sie hatte gesehen, dass ich mich mit Miriam unterhalten hatte und dachte, sie setzt sich zu mir, als die gegeangen ist. Fand ich sehr spontan und sehr nett und wir haben uns auch wirklich gut unterhalten. Sie hat mir erzählt, dass sie Russisch lernt und das, was sie mir da erzählt hat, klingt schon ziemlich professionell, dafür, dass sie erst ein halbes Jahr lernt! Sie würde gerne mal nach Deutschland, vielleicht auch für ihr Auslandssemester, und ich hab ihr dann einiges über unser schönes Land erzählt.

Die Halloween-Party Freitagabend habe ich ausfallen lassen (ich wollte schon geskippt schreiben, Englisch und Deutsch vermischen sich bei mir auch imemr mehr…), weil ich für den Unterricht am Samstag eine Präsentation vorbereiten musste. Die Präsentation war auch ganz gut, obwohl ich länger gebraucht habe, als ich wollte.
Nach dem Kurs war ich mit Lukas etwas essen und bin dann shoppen gegangen. Das erste Mal, seit ich hier bin. Und teilweise war es durchaus frustrierend. Ich kann hier nichts kaufen, das kleiner als Größe L ist und viele Kleider sind mir dank meiner Größe einfach zu kurz. Gott sei Dank habe ich dann doch etwas gefunden, allerdings war ich viiiel zu spät dran.
Nasti (die andere Deutsche im Dorm) und ich wollten um 19.00 Uhr los, weil wir um 19.50 Uhr Tala am Hachiko treffen wollten. Da ich erst um 18.40 Uhr nach Hause kam und noch duschen, umziehen und Make up machen musste, konnte das natürlich nicht passen. Wir haben allerdings 20.00 Uhr pünktlich geschafft und uns mit unserer Gruppe getroffen. Wir waren zu fünft – Nasti, ihre Tutorin Moeko, Tala, ihr Tutor Yoshiki und ich. Tala musste noch Schminke kaufen und derweil wurde Nasti auf Japanisch fürs Fernsehen interviewt, das kann einem in Shibuya durchaus mal passieren. Wir haben uns auf dem Weg zur Bar gemacht und gerade als wir dort ankamne, hat Alejandro mir geschrieben, dass er und noch drei Freunde grade in Shibuya angekommen sind. Sie würden gerne noch mitkommen, was trinken, bevor es losgeht in den Club und ich sollte sie doch bitte abholen. Yoshiki hat mich Gott sei Dank begleitet, weil ich nicht sicher war, ob ich den Weg zurück gefunden hätte. Als wir dann endlich um 21.00 Uhr in der Bar ankamen, wollten wir zwei Stunden Nomihodai buchen, als Alejandro plötzlich meinte, dass er nicht so viel Zeit hat, weil er ziemlich direkt nach Einlassbeginn in den Club wollte – und das war um 21.30 Uhr. Ich war ziemlich wütend; er und seine Kollegen sind dann gegangen, während wir zu fünft noch zwei lustige Stunden in der Bar verbracht haben.

Die beiden Tutoren sind leider nicht mit in dem Club und wir kamen dann zu dritt gegen 0.00 Uhr in Nihonbashi an. Den Bass der Musik hat man schon zwei Stockwerke unter dem eigentlichen Stockwerk gehört, aber wen stört das schon.
Wir kamen also rein, ich hab noch mit Alejandro gemeckert und dann haben wir unseren ersten Drink geholt.  Die Musik war ziemlich gut und es war auch recht voll. Man hat die verrücktesten Kostüme gesehen; am besten gefallen hat mir aber ein echt lebenstreuer Ironman. Geschockt hat mich ein Kerl, der nur mit einer Art Handtuch bedeckt war, aber solange er was drunter hat, für den Fall, dass er es verliert, ist das seine Sache.
Was mich wirklich umgehauen, war die Bondage-Show, die sie gezeigt haben. Alejandro, David und ich hatten grade Glück, dass wir Richtung Ausgang standen, sonst hätten wir es verpasst. Leider habe ich wegen der Menschenmasse nicht alles mitbekommen, aber es war durchaus faszinierend. Die müssen schon sehr genau wissen, was sie da machen…

Gegen halb drei haben wir den Club verlassen und haben nach ewigerei Lauferei ein Restaurant gefunden, in dem wir gegessen haben. Danach sind wir in eine Karaokebar gegangen; das ist echt immer lustig. Besonders in einer großen Gruppe kommen dann die unterschiedlichsten Lieder zusammen und es macht super viel Spaß mizusingen – auch wenn man mal grade kein Mikro in der Hand hat. Gegen 5.15 Uhr haben wir die Karaokebar verlassen und sind Richtung Bahnhof. Dort gab es dann einige Verwirrung, wer wo lang muss und welche Linie wir nehmen, damit wir nicht so ewig unterwegs sind. Wir haben uns dann auf Ginza geeinigt und sind runter zum Bahnsteig. Princess musste dann noch ihre Karte aufladen – natürlich kam gerade da der Zug. Die Gruppe hat sich dann gespalten, weil Tala, Nasti und Kevin den Zug genommen haben und Alejandro und ich auf Princess gewartet haben. Ein Glück kam der nächste Zug schon 5min später.  Princess ist in Omote-sando ausgstiegen und Alejandro und ich haben dann eine Station später in Shibuya den Rest wiedergetroffen, der auf uns gewartet hat. Jeder hat dann seine Linie Richtung nach Hause genommen und wir drei Mädels kamen dann gegen 7 Uhr im Dorm an. Ich habe noch kurz aufgeräumt und bin dann schlafen…

Heute Abend habe ich also endlich mal wieder Beiträge geschrieben und werde gleich ein braver Student sein und den Unterricht morgen vorbereiten.

Disneyland

Es ist schon eine Woche her, dass ich im Disneyland war, aber irgendwie komme ich unter  der Woche nicht zum Schreiben. Ich möchte dem Besuch im Disneyland einen eigenen Beitrag widmen, weil er absolut eine Erfahrung wert war.

Bevor es losging, gab es erst eine lange Diskussion, ob wir nun ins Disneyland gegen oder ins DisneySea, was hier in Tokyo direkt nebendran liegt. Samstag wurde dann aber fürs Disneyland entschieden und einige Leute haben dann im Disneystore Karten für die ganze Gruppe gekauft, damit wir uns morgens die ewige Ansteherei sparen.
Ausgemachter Treffpunkt war das Haupttor unserer Uni, Zeit: 9.00 Uhr. Damit musste ich zwar relativ früh los, aber das war ja okay.Samstagabend war ich nochmal in Ikebukuro im Café, das war auch ein recht lustiger Abend und ich war gegen 0.30 Uhr zu Hause. Ich dachte mir: Check noch schnell die Gruppe, ob sich am Treffpunkt oder der Uhrzeit was geändert hat. Ja, es hatte sich etwas geändert: wir würden uns um 6.15 Uhr treffen statt um 9.00 Uhr. 6.15 Uhr!! Das hat mich ziemlich umgehauen, denn um pünktlich zu sein, müsste ich um 5.20 Uhr das Dormitory verlassen. Meeeeh…

Ich hab mich also nach 3 Stunden Schlaf aus dem Bett gequält und gleich gemerkt, dass ich keine gute Laune hatte. Ich bin los und habe in der Shibuya Station noch Lukas getroffen, mit dem ich dann zur Uni gelaufen bin. Wir waren um 6.13 Uhr da und der Einzige, der auch schon da war, war Benni, der dritte Deutsche, der mitgehen würde. Die Deutschlandfraktion war also da – und dann kam erstmal ganz lange keiner. Lustigerweise hat es alle Vorurteile zur Pünktlichkeit der Deutschen bestätigt, aber meine Laune hat es nicht gehoben. Um 6.40 Uhr kamen wir dann endlich los und dann hieß es auf einmal “hurry  up, guys”. Das hat mich unfassbar wütend gemacht – ich lasse mir äußerst ungern von Leuten, die 20min zu spät kommen, sagen, dass ich mich beeilen soll, weil wir spät dran sind.
Wir haben eine Stunde bis ins Disneyland gebraucht und dort haben schon Zehntausende Menschen auf den Einlass gewartet…

Gegen halb neun waren wir dann endlich drin und es ging los. Wir haben uns einen FastPass für eine sehr gefragte Attraktion geholt und sind dann erstmal durchs Disneyland geschlendert. Der Park ist wunderschön gemacht, absolut süß gestaltet und so weiter. Leider war es unglaublich voll und unsere Gruppe war eigentlich zu groß, um zusammenbleiben – das hat dem Ganzen ein wenig den Spaß genommen. Außerdem hat bei der zweiten Attraktion, für die wir uns einen FastPass geholt haben, meine Eintrittskarte nicht funktioniert und ich habe keinen Pass bekommen. Den Vorschlag, mich zu einigen Japanern, die mit uns unterwegs waren, in die Schlange zu stellen und  zu warten, habe ich abgelehnt – stattdessen habe ich mir etwas leckeres zu Essen und zu Trinken geholt (ich war am verhungern) und etwas Zeit für mich genossen. Danach ging es mir auch gleich viel besser.

Nach der Attraktion haben die anderen zu Mittag gegessen, wir  haben uns eine Parade angeschaut und sind viel durch den Park gelaufen. Wir hatten noch einen der letzten FastPass für HauntedHouse bekommen; die Fahrt war aber erst um 20.45 Uhr, also hatten wir viel Zeit.
Mit der großen Gruppe waren wir leider etwas unflexibel und wegen der Massen an Menschen (geht niemals an einem Sonntag ins Disneyland!!) kamen wir auch auf keine großen Attraktionen. Zusammen haben wir noch eine Lightshow gesehen und dann sind wir in die Shops. Dort haben wir uns irgendwie verloren und ich war mit Lukas ein wenig durch die Läden, wir haben gegessen, die Lichtparade im Dunkeln gesehen, das Feuerwerk beobachtet und dann die Fahrt gemacht. Danach sind wir auch heim, denn es war schon halb zehn und wir waren beide super müde.

Fazit dieses Besuchs:
Disneyland ist wunderschön, der Park ist unglaublich liebevoll gestaltet und die Paraden sind super! Aus meiner Sicht sind die Attraktionen allerdings ein Minuspunkt; ich gehe dann doch lieber mehr auf “richtige” Achterbahnen. Es hat sich wirklich gelohnt hinzufahren, aber nie wieder an einem Sonntag im Disneyland. Es ist einfach viel zu voll.

 

Aristocats
Aristocats
Schloss bei Nacht
Schloss bei Nacht
irgendwo im Park
irgendwo im Park
Blick aufs Schloss
Blick aufs Schloss
Lukas versucht mich zu fressen!
Lukas versucht mich zu fressen!

Alltägliches

Irgendwann in den letzten zwei oder zweieinhalb Wochen hat sich meine Zeitwahrnehmung völlig umgekehrt. In den ersten vier Wochen hatte ich das Gefühl, dass die Zeit unglaublich langsam vergeht – ich fühlte mich, als wäre ich seit Monaten hier und es waren nur einige Wochen. Und gestern habe ich auf den Kalender geschaut – und es waren schon sechs Wochen! Momentan empfinde ich die Zeit sehr viel kürzer, als sie eigentlich ist. Es fliegt alles an mir vorbei und ich habe das Gefühl, nicht genügend Zeit hier zu haben. Was hoffentlich nicht stimmt.
Ich finde immer mehr Freunde – sowohl Austauschstudenten als auch Japaner – und auch wenn Japanisch sprechen immer noch frustrierend ist, fühle ich mich momentan äußerst wohl hier. Ich verbessere sowohl mein Japanisch als auch mein Englisch und meine Kurse sind größtenteils auch recht interessant. Manchmal hab ich das Gefühl, zu wenig zu unternehmen; trotzdem nimmt man jeden Tag viel Neues auf.
Diesen Sonntag werde ich mit einigen Freunden ins Disneyland fahren; nächste Woche Freitag ist eine Halloween-Party, die von einer Studentenvereinigung ausgerichtet wird und ich suche noch ein Kostüm dafür. Ich sollte davon wohl Fotos machen, bevor ich auf die Party gehe… Für den Tag danach hab ich von einem Freund eine Freikarte für einen Club bekommen – ich sehe mich jetzt schon den letzten Zug verpassen. Sonntag werde ich dann wohl von den Tagen davor ausruhen. Aber das berichte ich, wenn das Wochenende vorbei ist.

Letzten Samstag war ich hier das erste Mal richtig aus; erst auf einer internationalen Party in einem Café in Ikebukuro, dann in einigen Bars in Shinjuku. Ich habe morgens um halb fünf Sushi gegessen, bin danach Karaoke singen gegangen und habe dann zwei angetrunkene Jungs zum Bahnhof gelotst. Es war eine absolut verrückte und lustige Nacht – und das quasi ohne Alkohol (zumindest für mich; die Jungs waren da sehr viel besser dabei). Ich bin morgens um 8.40 Uhr im Dormitory angekommen und war bester Laune. Absolut erfolgreicher Samstagabend.

Heute war ich auswärts essen – und zwar Kebab! Letzten Samstag habe ich im Café einen Japaner kennengelernt, der mir dann erzählt hat, dass er einen Kebabladen in Harajuku besitzt. Ich war absolut begeistert, denn europäisches Essen fehlt mir doch immer noch sehr. Also habe ich mich mit Alejandro und Nasti verabredet und wir wollten heute Essen gehen. Ich habe mich schon seit Dienstag drauf gefreut! Alejandro hat leider kurzfristig absagen müssen, aber dafür sind Tala und ihr Tutor Yoshiki mitgegangen. Wir sind also von Shibuya nach Harajuku gelaufen und haben den Laden auch tatsächlich gefunden. Er ist in einer Art Mall, in der auch gleichzeitig ein Konzert stattgefunden hat – dort scheinen jede Woche lokale Bands zu spielen. Der Besitzer hat uns eigenhändig unseren Kebab-Wrap zubereitet und uns extra den mit pürierten Kartoffeln empfohlen. Ich war erst etwas skeptisch, aber es hat göttlich geschmeckt! Unglaublich, wie glücklich Essen machen kann…
Wir haben aber doch festgestellt, dass der Döner hier sehr viel kleiner ist als der in Deutschland. Deswegen der Wrap.
Nach dem Essen sind wir noch ein bisschen durch Harajuku gelaufen, waren noch in einem Starbucks und haben in einem Dachgarten auf einer Mall gesessen. Da hat man doch glatt die Großstadt um sich rum vergessen.
Danach gings dann zurück nach Shibuya und heim – und hier habe ich also endlich wieder was zum Lesen für euch verfasst. Jetzt also die Bilder.

Dachgarten (leider etwas dunkel)
Dachgarten (leider etwas dunkel)
happy^^
happy^^

Kebab all

ich musste es hochladen - es gehört einem Freund und versüßt mir jeden Tag :D
ich musste es hochladen – es gehört einem Freund und versüßt mir jeden Tag :D

Little Paradise Tama-gawa

Ich fühle mich wirklich wie ein äußerst schlechter Mensch, dass ich diese wunderschönen Fotos nicht schon früher mit euch geteilt habe. Ich hatte ehrlich gesagt keine Geduld, alle Bilder vom Handy auf den PC zu schicken (ja ich war bisher noch zu faul einen SD-Kartenadapter zu kaufen…), aber heute Abend bin ich irgendwie sehr motiviert.

Ich überquere diesen Fluss jeden Tag auf meinem Weg nach Shibuya und zurück und seit ich ihn das erste Mal gesehen habe, wollte ich unbedingt hin. Das habe ich dann vor etwa drei Wochen auch getan. Und es ist wirklich paradiesisch. Ihr denkt vielleicht: “Naja, es ist nur ein Fluss, kann man überall haben.” Das stimmt. Wenn man allerdings in einer Millionenstadt lebt, in der man von allen Seiten beschallt wird, ständig von tausenden von Leuten umgeben ist und eigentlich nie richtig zur Ruhe kommt, dann ist das etwas Besonderes.
Ich war etwa anderthalb Stunden am Tama-River, bin etwas spaziert und habe am Flussufer gesessen – und die Ruhe genossen. Das Rauschen des Wassers, einfach mal auf einem Stein in der Sonne sitzen und an nichts denken. Es ist faszinierend: alle Menschen, die ich dort getroffen habe, sahen total ruhig und entspannt aus. Wir kommen eben doch aus der Natur und sie gibt uns etwas, was eine Stadt aus Glas und Beton niemals kann.
Jetzt hab ich aber genug philosophiert. Sicher ist, dass ich dort wieder hingehen werde, wenn ich Ruhe brauche, weil mir das Großstadtleben zu viel wird.

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Hochhäuser scheinen so weit weg zu sein...
Hochhäuser scheinen so weit weg zu sein…

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bei Niedrigwasser kann man zwischen den Brückenpfeilern stehen
bei Niedrigwasser kann man zwischen den Brückenpfeilern stehen
...bis ins Wasser :)
…bis ins Wasser :)
Wasseranlage neben dem Fluss
Wasseranlage neben dem Fluss

Ein Monat in Japan

Ich bin ja ehrlich gesagt ein bisschen zu spät dran, denn gestern war der Tag, an dem ich genau einen Monat hier war. Aber man kann nicht immer alles auf den Tag schaffen, schließlich hab ich hier auch noch anderes zu tun als mich um diesen wundervollen Blog zu kümmern.
Ja, was gibt es also zu berichten. Aus meiner Sicht nicht allzu viel Spannendes. Das Uni-Leben hat mich vollends eingefangen und ich mag meinen Alltag hier sehr gerne. Demnächst werde ich auch mal Fotos vom Campus posten…
Ich lerne immer noch jeden Tag neue Leute kennen, inzwischen auch mehr Japaner (alle Austauschstudenten, die man kennen will, kennt man inzwischen). Trotzdem will ich noch etwas mehr an Gruppenveranstaltungen teilnehmen und Leute kennenlernen; schließlich bin ich hier um Japanisch zu lernen und das geht am besten, wenn man mit Japanern unterwegs ist.
Es gibt hier einen Studentenvereinigung namens Lingwave, die des öfteren Partys oder Sprachaustauschabende veranstaltet; da wollte ich etwas mehr teilnehmen. Außerdem bietet das International Exchange Center (IEC) Café-Abende an und eine Halloween-Party. An Gelegenheiten wird es mir also nicht mangeln.
Ende diesen Monats steht auch unsere erste Exkursion an: es wird zu den Kegon-Wasserfällen und an einen See gehen (Ende Oktober färben sich hier die Blätter, es wird also wahrscheinlich unglaublich schön sein). Mittags besuchen wir dann noch einen Tempel und pflücken Äpfel. Ich habe ja die Hoffnung, dass ich welche mitnehmen darf, weil Obst hier unfassbar teuer ist… Von diesem Tag wird es hoffentlich viele tolle Bilder geben, die ich mit euch teilen kann! :)

Nun zu meinem Uni-Leben:
Seit dieser Woche steht mein Stundenplan fest, nachdem er letzte Woche beinahe nochmal sehr ungünstig ungeschmissen worden wäre. Um das näher zu erläutern, muss ich etwas ausholen…
Morgen geht die dritte volle Vorlesungswoche zu Ende. Wir haben ja freitags angefangen (warum auch immer) und die erste volle Woche war die sogenannte Orientierungswoche, in der man sich alle Kurse angucken konnte, die man gewählt hat. Je nach Lust und Laune konnte man sie dann behalten oder nicht, da die Registrierung für die Kurse erst eine Woche später vom 29.9. bis zum 01.10. war. Dummerweise war in dieser ersten Woche der Dienstag ein Feiertag, so dass man sich eben nicht alle Kurse anschauen konnte. Das hat mich nicht sonderlich gestört, da ich mir recht sicher war, was ich behalten wollte und was nicht. Ich hab mich also Dienstagmorgen mit meiner Tutorin getroffen und die Kurse online registriert.
Mein erster Kurs dienstags ist ein Pflichtkurs und er hat mich an diesem Tag zwar furchtbar aufgeregt, aber dagegen machen kann ich halt nichts. Diese Woche war er auch um einiges interessanter. Der Kurs nach der Mittagspause war ein Business-Kurs über Market Design und ich war echt gespannt. Die Professorin kam rein und hat dann nach einer kurzen Vorstellung angefangen, die Inhaltspunkte des Kurses an die Tafel zu schreiben. Klang auch ganz interessant. Sie hat sich ein bisschen an dem Thema “kidney exchange” aufgehängt und ein paar Minuten was darüber gemurmelt und plötzlich hat sie gar nichts mehr gesagt und nur noch verstört von der Wand zur Tafel zu uns zur Wand usw. geschaut. Wir waren erst ein bisschen verwirrt und nach vier oder fünf Minuten hat einer von uns gefragt, ob wir irgendwie eine Arbeitsanweisung verpasst hätten. Darauf hat sie nicht geantwortet, obwohl er auf Englisch und Japanisch gefragt hat. Ein japanischer Student ist dann nach vorne und hat mit ihr geredet und ein weiterer hat Leute vom Studierendensekretariat informiert. Die haben versucht mit ihr zu reden, aber sie war offensichtlich ziemlich verwirrt, ist nicht auf die Fragen eingegangen und hat auch nur Englisch geredet. An dem Punkt waren wir schon alle ziemlich besorgt, was sie wohl haben könnte. Schließlich kam der Dekan und hat sich mit ihr unterhalten und dann eine Ansage an uns auf Japanisch gemacht. Die Professorin hat dann übersetzt und gesagt: “Er sagt, dass der Kurs mit einem anderen Professor weiterlaufen wird.” Der Dekan hat noch etwas gesagt und sie hat weiter übersetzt: “Er hat gesagt, dass er mich feuern und umbringen wird!” Dabei hat sich sich mit der Hand über den Hals gefahren, als würde sie sich die Kehle durchscneiden. Spätestens da war uns dann allen klar, dass das nicht stimmen konnte; der Dekan hat uns auch dreimal versichert, dass das, was sie sagt, nicht stimmt und wir haben uns alle dafür entschieden, fluchtartig den Raum zu verlassen, weil das Ganze doch ziemlich beängstigend war. Während wir noch draußen standen, ist die Professorin dann aus dem Raum gerannt und hat offenbar auch den Campus verlassen. Wir hatten durchaus Angst, dass sie sich oder anderen etwas antut…
Nach dieser Aktion bekamen wir dann eine Email, dass noch nicht sicher ist, ob und wie der Kurs weitergeführt wird und dass “der Gesundheitszustand der Professorin noch untersucht wird”. Wir sollten uns sicherheitshalber mal noch für einen anderen Kurs registrieren. Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich gestört, weil ich meinen Stundenplan extra so gelegt habe, dass ich den Donnerstag frei habe, weil ich dafür samstags an die Uni gehe (richtig gelesen! Samstags! Gehe ich später noch drauf ein.). Ich konnte aber keinen passenden Kurs auf die restlichen Wochentage legen und hätte dann einen auf Donnerstag legen müssen. Das wäre nicht nur blöd gewesen, weil ich dann 6 Tage die Woche zur Uni gemusst hätte, sondern auch, weil ich an drei Tagen jeweils nur einen Kurs gehabt hätte. Und dreimal lohnt sich der weite Weg dann wirklich nicht… Außerdem hatte ich mich auch noch für den falschen Kurs registriert.
Um es kurz machen: diese Woche kam die Professorin wieder und wir hatten ganz normalen Unterricht. Gott sei Dank.

Zum Samstagskurs: Ich wollte mir den probehalber mal ansehen, weil die Bewertungen des Kurses sehr gut waren. Ich bin also hin und der Raum war auch recht voll. Der Professor kam mir schon recht sympathisch vor und als er dann angefangen hat zu reden, hat man im ganzen Raum keinen Mucks mehr gehört. Er ist nicht nur ein brillanter Redner, sondern hat auch absolut Ahnung und verschont einen nicht vor unangenehmen Wahrheiten; besonders was Japan angeht. Und über dieses Land gibt es einige unangenehme Dinge zu erfahren: eine der höchsten Selbstmordraten der Welt, eine unglaublich schnell alternde Bevölkerung, lange Arbeitszeiten, Mobbing im Kindergarten (!), in der Schule und am Arbeitsplatz und eine extrem hohe Verschuldung sind nur einige Probleme. Wir werden in diesem Kurs sicher einige sehr interessante Dinge ansprechen und ich habe jetzt schon die rosa-rote Japanbrille verloren.
Ich möchte an dieser Stelle auf den Film zur Selbstmordprävention hinweisen, den unser Professor gedreht hat. Nicht nur, weil er sehr informativ und berührend ist, sondern auch, weil Selbstmord natürlich nicht nur in Japan geschieht. Schaut euch diesen Film an, wenn ihr die Zeit dafür findet; es lohnt sich auf jeden Fall. Und auch wenn ihr nicht die Zeit dafür findet – manchmal kann man Menschen unglaublich helfen, indem man ihnen einfach nur zuhört und ihnen Zeit schenkt.
Hier der Film:

Mit diesem Thema möchte ich dann auch meinen heutigen Beitrag beenden.