Fuji-Q Highland

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag schon gestern Abend verfasst haben, aber ich war nach drei kurzen Nächten und einem langen, anstrengenden und aufregenden Tag einfach zu erschlagen. Dass ich 15 Stunden geschlafen habe, sagt wohl so einiges aus… Dafür aber jetzt die extra lange und extra motivierte Version des Eintrags!

Gestern Morgen hab ich mich nach 4 Stunden Schlaf aus dem Bett gequält und habe zum Aufwachen erstmal eine Dusche genommen. Warum tut man so etwas? Weil man einen Freizeitpark besucht! Viele unter euch kennen das bestimmt: die Nacht war kurz, aber man freut sich so auf den Freizeitpark, dass einem das egal ist. Vor allem war das hier nicht irgendein Freizeitpark, das war Fuji Q! DER Amusement Park in Japan. Seine Achterbahnen hielten oder halten immer noch einige Rekorde: Die höchste Achterbahn mit 79m (wurde abgelöst), die schnellste mit 172 km/h (wurde abgelöst, aber immer noch schnellste Startgeschwindigkeit), die steilste (121° Gefälle) und der höchste und neueste 4th-Dimension Coaster. Ihr könnt euch also meine Aufregung vorstellen. Vorm Verlassen des Dorms habe ich noch eine Hausarbeit abgeschickt und dann ging es los.: um 5.36 Uhr die Bahn am Heimbahnhof nehmen, um 6.30 Uhr in Shibuya in die Yamanote-Line einsteigen und um 6.45 Uhr in Shinjuku ankommen. Dort mussten dann noch Tickets abgeholt werden und die restliche Truppe eingesammelt werden. Insgesamt waren wir 6 Leute: Miri, Nate, seine Freundin Natsumi, sein Arbeitskollege Shogo, ein anderer Freund namens Yosuke und ich. Pünktlich, wie immer hier in Japan, ging es um 7.10 Uhr mit dem Bus los Richtung Fujiyoshida. Eigentlich hatten wir geplant auf der Hinfahrt zu schlafen, allerdings hat das nicht ganz hingehauen. Der Blick war einfach zu schön. Und wie waren absolut begeistert, dass Schnee lag. Und dass die Berge so schön sind. Und dann waren wir da.
Nein, im Ernst: Mount Fuji ist der schönste und perfekteste Berg, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Er sieht aus, als hätte ihn jemand gemalt und dann in die Landschaft gesetzt. Unglaublich. Eines schönen Tages möchte ich ihn tatsächlich besteigen.

Wir kamen gegen 8.45 Uhr in Fujiyoshida an und haben dann ein schönes Frühstücksrestaurant gefunden. Dort wurde ausgiebig gefrühstückt (ich hatte Pizzatoast und hab mir Pommes mit Miri geteilt). Es war ziemlich günstig und die Getränkebar war super. Kaffee, Kakao, Tee, Wasser, Saft, sogar Suppe!
Gegen 9.45 uhr ging es dann zurück Richtung Park. Die ungefähr dritte Schneeballschlacht wurde ausgefochten und wir hatten alle unglaublich gute Laune. Nach dem Tickets ausdrucken ging es dann rein und wir mussten entscheiden, welche Achterbahn wir als erstes nehmen wollen. Dank kurzer Wartezeit ging es auf die Fujiyama – und die trägt ihren Namen nicht umsonst! Bei der Fahrt auf den höchsten Punkt (79m) hat man einen wunderbaren Ausblick auf den schneebedeckten Fuji. Bei der ersten Fahrt war ich zu nervös, um den Ausblick richtig zu genießen; etwas später bei der zweiten dafür um so mehr. Da es bei Achterbahnen aber ja grundsätzlich nicht (nur) um den Ausblick geht, hier das Erlebnis: Wahnsinn. Die längste Achterbahnfahrt meines Lebens und das meinte ich todernst. Die Fahrt dauert gefühlte 4 Minuten und macht unfassbaren Spaß. Nach der Fahrt in der ersten Reihe bei vielleicht 5° über Null hatte ich Tränen in den Augen, aber bei dem ganzen Adrenalin war mir das völlig egal. Das Foto hat mich wunderbar erwischt: mit weit aufgerissenem Mund am Schreien.

Das Wetter war zwar kalt und ein wenig windig, aber in der Sonne war es teilweise doch so warm, dass Miri und ich unsere Jacken aushatten. Das konnte man von den Japanern natürlich nicht erwarten; die haben alle heldenhaft gefroren. Die gute Laune haben wir aber den ganzen Tag über nicht verloren, nur Shogo war des öfteren etwas panisch. Er kommt mit Achterbahnen nicht so gut klar. Oder mit Höhen. Aber er war äußerst tapfer und hat alles mitgemacht! Ein Pluspunkt des “im Winter einen Freizeitpark besuchens”: es ist wenig los. Wir haben nie länger als 50 Minuten angestanden.

Die nächste Bahn sollte eigentlich Dodonpa sein, die Hochgeschwindigkeitsbahn. Wir standen etwa 20 Minuten an, als die Bahn Schwierigkeiten gemacht hat und kurzzeitig geschlossen wurde. Dafür bekamen wir aber einen FastPass, der es uns später erlauben würde, einfach durchzugehen ohne warten zu müssen.
Danach sind wir glaube ich auf die Takabisha; die Achterbahn mit dem steilsten Gefälle. Durch eine 90° Auffahrt und das Gefälle sieht sie aus wie ein riesiges R. Fairerweise muss man aber dazu sagen: das Gefälle ist nicht alles an der Bahn. Sie ist unglaublich gut gemacht! Das R ist auch nicht gleich zu Beginn, davor hat man erstmal eine Wahnsinnsfahrt, die am Anfang durchs Dunkle geht. Das war unglaublicher Spaß, bei der Auffahrt am R hab ich aber die Augen zugemacht, weil ich das auf dem Rücken liegen nicht so gut vertrage. Leider hab ich dann am Überhang die Augen nicht aufgemacht, was mich im Nachhinein ein wenig ärgert. Man hängt mit dem Wagen einige Sekunden auf der leichten Abfahrt des R und kann den Blick nach unten genießen, bevor es dann in das richtig steile Gefälle geht. Das Gefühl ist der Wahnsinn und der Blick… naja :D
Danach ging es glaube ich auf Eejanaika, den 4th-Dimension Coaster. Ihr wisst nicht, was das  ist? Nicht schlimm, wusste ich bis gestern auch nicht. 4th-Dimension bedeutet, dass der Achterbahnsitz in sich selbst nochmal drehbar ist, so dass der Blickwinkel verändert werden kann. Und das ist… wow. Verrückt. Und ehrlich gesagt nicht so mein Fall. Was allerdings auch an der Bahn liegen kann. Aber langsam.
Man muss seine Schuhe ausziehen, um auf die Bahn zu dürfen, was im Winter jetzt nicht so toll war. Was nimmt man aber nicht alles auf sich. Man steigt mit dem Rücken zur Fahrtrichtung in die Bahn ein und dann werden Unmengen an Sicherheitsgurten agelegt. Erst einer um Hüften, dann von beiden Seiten über die Schultern; das wird dann nochmal mit einem Gurt über die Brust gesichert. Dann wird von oben noch ein Sicherheitssystem runtergedrückt, so dass man sich nicht aus dem Sitz heben kann und DAS wird dann nochmal mit einem Gurt unten am Sitz befestigt. Das klingt jetzt vielleicht übertrieben, aber glaubt mir: ihr seid verdammt froh drum. So wie der Sitz gedreht wird, braucht man das Zeug. Es ging dann recht gemütlich los mit ein paar Drehung und einer Kippund des Sitzes nach vorne Richtung Schienen. Dann ging es rückwärts den Berg hoch. Lange. Und da man sich im Sitz nicht bewegen kann, kann man sich auch nicht umdrehen, um nachzuschauen. Oben ging es dann eine recht gemütliche Senkung runter zum nächsten Gipfel und ab da wurde es verdammt verrückt. 90° Gefälle, du schaust auf die Schienen und ab da weiss ich nicht mehr so richtig, was passiert ist. Ich hab mir die Seele aus dem Leib geschrieen, weil mit der Drehung des Sitzes die abartigsten Blickwinkel auf die Bahn möglich sind und dank der vielen Kurven, Drehungen, Inversionen und was weiss ich wurde ich ganz schön hin-und hergeschleudert. Das ist wohl auch der Grund, warum ich die Bahn nicht mag: ich finde sie unkomfortabel und rau. Definitiv ein Erlebnis, aber ich wollte sie kein zweites Mal fahren. Da war ich mir mit Natsumi sehr einig. Wir saßen nebeneinander und als die Fahrt vorbei war und wir abgebremst wurden, war es neben mir sehr leise. Viel zu leise. Da fiel mir auch auf, dass es während der Fahrt komplett still neben mir gewesen war – und aus eigener Erfahrung weiss ich, dass das kein gutes Zeichen ist. Also hab ich versucht, sie anzuschauen, hab die Hand rübergestreckt und sie gefragt, ob alles okay ist. Sie hatte während der Fahrt ziemliche Angst gehabt und konnte die Augen nicht aufmachen und es hat ihr nicht gefallen, kam dann heraus. Zuerst dachte ich, sie würde anfangen zu weinen, weil sie wirklich geschockt aussah, aber sie hat sich erstaunlich schnell gefangen. Da wir beide recht fertig waren, haben wir uns an den Händen gehalten, bis wir dann endlich raus konnten. Miri war absolut begeistert, Yosuke auch, Nate fand die Bahn auch ganz gut und Shogos Urteil gilt irgendwie nicht. Wir blieben aber bei unserem Urteil, dass wir kein zweites Mal fahren.

Der Tagesablauf ist mir nicht mehr so ganz im Kopf (zu viel Adrenalin), aber nach dieser Bahn sind wir Richtung Haunted House gelaufen. Auf dem Weg dorthin sind wir noch auf eine Wasserachterbahn, weil man dort nicht anstehen musste. Die Fahrt war nicht sehr spektakulär; das schönste ist, dass man in einem geschlossenen Boot sitzt und nicht nass werden kann. Man fährt einen Berg hinunter und am Ende dieses Berges taucht man so tief und fest in das Wasser ein, dass man im Boot ganz schön nach vorne geschleudert wird und eine Welle produziert wird, die in einem wunderhübschen Bogen 10 Meter weit bis auf den Betonplatz spritzt. Bei schönem Wetter werden dort sicherlich einige Leute sehr nass. :D
Wir waren ebenfalls noch auf einem Free Fall Tower – ich hasse und ich liebe die Dinger zur gleichen Zeit. Der hier war doch gut 40 Meter hoch und man hatte wunderbaren Ausblick. Sie haben einen auch ziemlich lange warten lassen, bis man gefallen ist. Aber sehr lustig.

Nun zum Haunted House: Es ist eines der gruseligsten der Welt und hat Platz in einem verlassenen Krankenhaus. Es gibt auch keine Bahn, die hindurch führt, sondern man läuft. Wir mussten fast eine Stunde warten, bis wir rein durften. Zu Beginn gab es eine Einführung von einer Krankenschwester im blutverschmierten Kittel, dann ging es in einen kleinen Raum, in dem uns ein kurzer Horrorfilm gezeigt wurde, wie das Krankenhaus zu einem von Zombies besetzten Ort wurde. Weiter ging es in eine kleine Kammer, in der Fotos gemacht wurden. Hier gab es den ersten, kleinen Schock, damit die Fotos besser werden. Dann wurden wir in das Krankenhaus entlassen. Es gab Pfeile, die den Weg wiesen und darum war ich auch ganz froh. Und dann habe ich fast den ersten Zombie verpasst. Ich hatte meine ganze Konzentration nach vorne gerichtet und auf einmal hab ich jemanden kreischen hören, irgendetwas oder irgendjemand hat sich schmerzhaft in meinen Arm gekrallt, Miri schießt an mir vorbei und als ich mich umdrehe, steht hinter mir ein Zombie. Zum Glück schon ein paar Meter weg, aber pfüh! Danach hatte ich panische Angst, letzte in der Gruppe zu sein und habe mich immer wieder umgeschaut.
Das Haunted House ist wahnsinnig gut hergerichtet: man schaut um eine Ecke, sieht einen Flur mit vielen Türen runter und denkt sich: das ist eine äußerst schlechte Idee. Man überlebt den Flur, kommt in Räume, die mit Vorhängen abgetrennt sind, macht sich beinahe in die Hose vor den Gestalten auf den Betten und dann, ja dann kommt man in einen engen, dunklen Flur, vollgestellt mit Wägen voller Zeugs. Auch das überlebt man, ohne vor Angst zu sterben und dann generiert Nate, der vorne geht, den schlimmsten Gruselmoment selbst, indem er gegen das von der Decke hängende Schild mit dem Pfeil läuft und hysterisch anfängt zu schreien, was die ganze Gruppe in helle Panik versetzt. Anschließend Lachen, aber erst Panik.
Die Runde durch das Krankenhaus dauert etwa 40 Minuten; es gibt Notausgänge, für die, die es nicht mehr aushalten. Die Akteure, alle wahnsinnig gut als Zombies verkleidet, sind sporadisch eingesetzt – die Deko nimmt schon viel Gruselarbeit ab! -, aber unglaublich gut. Was bedeutet, dass man sich bei jedem Akteur beinahe ins Hemd macht vor Angst. Vor allem, weil sie einem nachlaufen. Brrr. Beste Szene: du betrittst einen Raum, recht übersichtlich, du denkst dir: ach ja, geht ja. Dann bemerkst du, dass hinten, direkt vorm Ausgang, etwas auf einem Schaukelstuhl sitzt und schaukelt. Du hoffst, dass es eine Puppe ist, aber dir ist klar: damit kommst du nicht durch. Also gehst du langsam durch den Raum, krallst dich schon panisch an deiner Nachbarin fest. Du bist fast an der Türe, als der Zombie auf gruseligste Art und Weise aus seinem Schaukelstuhl aufspringt. Du schreist und begehst mit deiner Freundin einen großen Fehler: Anstatt vorwärts zu rennen, weichst du zurück. Zack bist du von der Gruppe getrennt und der Zombie hat sein Ziel erreicht. Da standen also Miri und ich, völlig panisch aneinander gekrallt. Und in diesem Moment beweist ausgerechnet Shogo den größten Mut: er kommt zu uns zurück. Am Zombie vorbei. Er holt uns und wir rennen schreiend am Zombie vorbei durch die Tür.
Es gab noch einige erwähnenswerte Szenen: Nate, der versucht Natsumi durch eine Tür zu tragen, während sie sich am Türrahmen festkrallt; ein Faden, der mir ins Gesicht schlägt, als wir durch einen Flur laufen (Schreianfall); eine Metallstange, die irgendwo dagegen schlägt und Nate so erschreckt, dass er zwei Meter nach links gegen die nächste Wand springt, während Natsumi schreiend auf den Boden fällt. Und so weiter.
Die Tour ist so riesig und so gut gemacht, dass ich immer noch keine Ahnung habe, wie viele Etagen das Krankenhaus eigentlich hat und wo wir überall lang sind. Nur eines steht fest: Treppen sind sicheres Gelände.

Nach dem Haunted House sind wir in eine weitere Attraktion, in der man in Zweier- oder Dreierteams Aufgaben lösen muss. Es gibt mehrere Level, die man alle durchstehen muss. Klingt ganz interessant, allerdings sind die Rätsel so schwer, dass wir alle direkt zu Anfang gescheitert sind. Dafür haben sich die 50 Minuten Anstehen leider nicht gelohnt.
Hiernach gab es Essen bei Mo’s Burger und wir sind endlich auf die Dodonpa gekommen. Nicht Anstehen müssen hat die Sache noch schöner gemacht. Ich saß mit Miri in der zweiten Reihe und los ging es. Erstmal gemütlich um eine Kurve gefahren und dann auf die gerade, übertunnelte Strecke, auf der man abgeschossen wird. Man verbringt einige bange Sekunden, bis der Countdown beginnt. Da ich schon Erfahrung mit der Blue Fire gemacht hab, hab ich bei eins eingeatmet, was die Sache wesentlich angenehmer macht. Miri wusste das nicht und hat absichtlich ausgeatmet. Problem: Wenn du in 1,8 Sekunden von 0 auf 172 km/h beschleunigt wirst, ist Atmen nicht drin. Die Fahrt ist super, sehr schnell (haha) und hat einige gute Kurven und Berge drin. Kurzer Schockmoment: ich hab die Arme hochgerissen und habe unglaublichen Spaß, als wir über einen Berg katapultiert wurden. Und in diesem Moment wurde ich dank Fliehkräften ein ganzes Stück aus meinem Sitz gehoben (kein Sicherheitssystem, das über die Schulter geht, sondern nur an den Hüften). Aus meinen Freudenschreien wurden kurzzeitig Panikschreie, aber ich habs überlebt. Ich glaube auch nicht, dass ich hätte rausfallen können, aber mit Festhalten ist man an dieser Stelle doch gut bedient. Aber das wäre ja langweilig.
An diesem Punkt des Tages waren wir schon alle ziemlich müde. Ich habe gemerkt, dass wegen der anstrengenderen und spannenderen Fahrten ich sehr viel fertiger bin, als das in deutschen Vergnügungsparks der Fall ist. Es war auch schon dunkel, damit sehr viel kälter und wir diskutierten also, was wir als nächstes tun sollten. Miri wollte nochmal auf eine große Fahrt, aber irgendwie waren wir alle recht entscheidungsunfreudig. Schließlich sind wir auf Pizza-la (ja, es heißt echt so). Da ist ein riesiger Ring, an dem man außen sitzt. Über-Schulter-Gurte versprachen Spaß – und den bekamen wir. Shogo war hier nicht dabei, weil er Nackenschmerzen hatte. Der Boden klappte nach innen ein, das Ras bewegte sich leicht zur Seite – und im nächsten Moment befanden wir uns schon gut 15 Meter über dem Boden. Das Rad ist wie eine riesige Schiffschaukel konzipiert,  nur dass es sich dabei noch dreht. Es geht auch gut über den 90° Winkel zum Boden hinaus, was noch viel mehr Spaß macht. Fazit: es war super, aber unfassbar kalt. Meine Hände waren abgefroren danch. Handschuhe mitzunehmen wäre ja auch zu viel Gepäck gewesen…
Wir haben also Shogo nochmal aufgesammelt, waren auf einem Karussel mit Pferden (ich habe keine Ahnung, wie man die nennt) und diesmal – ja liebster Freund, das ist an dich gerichtet! – hatte ich ein Pferd, das hoch und runter ging! So. :P
Anschließend wollten wir eigentlich Eis laufen gehen. Die Bahn war riesig und wunderschön angelegt mit beleuchteten Bäumen. Ein Augenschmaus. Leider war die Schlittschuhmiete aber sehr hoch, also haben wir das gelassen. Da es schon 10 Minuten vor Parkschluss waren, haben wir es “call it a day” genannt und Schluss gemacht. Wir haben den Park verlassen, Miri und ich haben uns noch einen Crepe geholt und wir sind durch “La ville de Gaspard et Lisa” gelaufen. Süß angelegt und außerdem gab ein zwei animierte Kurzfilme; einer hat ein wenig durch Paris geführt und der andere war einfach nur zuckersüß. Da wir zwischendurch einen angeschalteten Heizpilz gefunden haben, war uns sogar recht warm. Nach den Filmchen sind wir Richtung Busstation und dort ins Cafe. Wir haben noch Postkarten gekauft und dann einfach nur da gesessen und gewartet, bis der Bus kam. Auf dem Rückweg habe ich mit nur kurzen Unterbrechungen durchgeschlafen und als Miri mich in Shinjuku geweckt hat, sah ich aus wie der König der Zombies. Ringe unter den Augen und irgendwie zerknautscht. Zudem hatte ich noch Nackenschmerzen. Ein paar Schlucke kaltes Wasser haben mich wieder unter die Lebenden gebracht (Miris Kommentar: “Du hast ja Augen!”) und die Kälte beim Aussteigen sowieso. Zusammen sind wir dann in die Yamanote-Line eingestiegen und zurück nach Shibuya gefahren. Dort haben sich alle Wege getrennt, aber wir waren uns einig, dass der Tag super war. Miri und ich wollten eigentlich noch Brot kaufen, allerdings war uns nicht klar, dass kurz vor Ladenschluss das Angebot wohl nicht mehr sehr groß sein würde. Immerhin haben wir eins rausgefunden: Im Gegensatz zu vielen deutschen Bäckereien reduzieren japanische nicht das Essen vor Ladenschluss.
Wir haben den Local heimgenommen; die längere Fahrt war uns egal, wir wollten einfach nur sitzen. Zu Hause hab ich dann nur noch kurz Emails gecheckt, was Kleines gegessen und nach Abschminken und Zähne putzen war ich noch im Ohuro, dem heißen Bad. Nach dem langen, anstrengenden, kalten Tag einmal mit über 40° heißem Wasser komplett durchgewärmt zu werden, ist wundervoll. Und hilft beim Einschlafen! Um 23.00 Uhr war mein Tag also zu Ende, aber er hat sich absolut gelohnt!

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Minato Mirai

Eigentlich sollte ich ja zu Hause sein und brav an Hausarbeiten schreiben und Videos machen und und und… ABER: Jetzt, wo das Heimkommen in greifbare Nähe gerückt ist, habe ich einfach jegliche Motivation verloren, noch irgendetwas zu machen. Ich will, dass das Semester rum ist, dass mein Freund hier ist; ich will reisen, Japan erleben, mein Japanisch ausprobieren, Lukas und Lukas treffen, einen Abschiedsabend in Tokyo veranstalten, eine über 30-stündige Reise auf mich nehmen und dann endlich zu Hause sein!!! In weniger als 6 Wochen bin ich wieder zu Hause. Und von diesen 6 Wochen werden 3 Wochen Durchs-Land-Reiserei sein. Also ist es im Grunde genommen nicht mehr lange. Und trotzdem zieht es sich so unendlich… Die Lage im Dorm macht es nicht besser: verdreckte öffentliche Räume wie Duschen und Toiletten (die werden von Tag zu Tag schlimmer), nicht sonderlich gutes Essen und ständiger Straßenlärm. Ich bin froh, wenn ich ausziehen kann und trotzdem tut es mir irgendwie leid, dass ich nicht das neue Dorm in Ikebukuro (sehr viel zentraler und näher an der Uni sowie mit eigenem Bad und Küchenzeile) erleben kann.  Ich will keinesfalls sagen, dass mein Aufenthalt hier schlecht oder unbefriedigend war – im Gegenteil: wer meinen Blog gelesen hat, weiss, was ich hier Tolles, Unbeschreibliches, Verrücktes und Ungewohntes erlebt habe und dass ich es genossen habe. Aber zu Hause ist zu Hause und mit einem fixen Termin wird alles schlimmer…

Jetzt aber zum eigentlichen Sinn dieses Blogeintrages:
Statt zu Lernen war ich heute mit Miri in Minato Mirai. Das ist in Yokohama – und es ist wunderschön. Wir haben uns noch mit Marlin, einem Freund von Miri verabredet. Allerdings waren wir Mädels sehr viel früher da, also haben wir uns die wunderschöne Station angeschaut, in der wir angekommen sind. Japaner bauen desöfteren Malls über größere Zugstationen und das war hier definitiv der Fall. Eines der ersten Male, dass ich eine Station von innen fotografiert habe.

das rechts an der Wand ist übrigens ein Gedicht von Friedrich Schiller, das auf Deutsch und Japanisch niedergeschrieben ist
das rechts an der Wand ist übrigens ein Gedicht von Friedrich Schiller, das auf Deutsch und Japanisch niedergeschrieben ist

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riesige Rolltreppe!
riesige Rolltreppe!

Dann ging es raus – und meine Güte, war das kalt!!! Dazu muss man sagen, dass es hier in Tokyo Mitte Januar angenehme 9-12° sind, meistens sonnig und nicht allzu windig; also sehr gut auszuhalten. Wir haben in Mianto Mirai die Station verlassen und wurden erst einmal beinahe vom Wind umgepustet. Wow. Kalt. Sehr kalt. Ich habe mich über mich selbst geärgert, dass ich keine Handschuhe dabei gehabt habe, da mir beim Fotografieren beinahe die Hände abgefroren sind. Sogar Miri hatte kalt (das kann man fast als 8. Weltwunder deklarieren); im Gegensatz zu mir friert sie aber gerne. Uah.
Wir haben draußen Straßenkünstlern zugeschaut und sind dann rüber zu dem kleinen Vergnügungspark, der Minato Mirai 21 ausmacht. Dazu gehören kleinere Attraktionen und – ein Riesenrad!!

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das Riesenrad! Gleichzeitig auch Uhr^^
das Riesenrad! Gleichzeitig auch Uhr^^

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Fluss, der den Vergnügungspark und das Stadtviertel teilt
Fluss, der den Vergnügungspark und das Stadtviertel teilt
ein einsame Palme
ein einsame Palme

Marlin hatte uns aber gebeten, damit auf ihn zu warten. Da er sich zwischendurch ein wenig verlaufen hatte und damit länger gebraucht hatte, sind wir schon mal auf zwei Attraktionen gestiegen und hatten unglaublichen Spaß. Danach hatten wir kalt und wollten zwecks Bekämpfung besagter Kälte eine heiße Schokolade. Freudig haben wir also das Krispy Kreme Donuts geentert und festgestellt: die haben keinen Kakao! Das fanden wir unverschämt, also ließen wir die lecker aussehenden Donuts links liegen und haben uns auf die Suche nach dem Starbucks gemacht. Das war etwas schwieriger als erwartet, dabei haben wir aber eine sehr leckere Bäckerei gefunden, in der wir zwei süße Teilchen für jeden gekauft haben. Im Starbucks gabs dann noch einen heißen Kakao und dann war Marlin endlich da. Ich habe ihn heute erst kennengelernt (Schreiben im Gruppenchat auf Facebook und Line zählt nicht), aber er war mir sofort äußerst sympathisch, als er gesagt hat: “Wir kennen uns zwar nicht, aber ich umarme dich jetzt einfach trotzdem zur Begrüßung!” Tatsächlich ist er wirklich ein ganz toller Mensch. Wir haben über den Abend schon beschlossen, dass wir uns noch zum Sushi essen treffen wollen, bevor ich abreise.
Mit Marlin sind wir dann noch auf zwei weitere Attraktionen, bevor es dann endlich aufs Riesenrad ging. Wir haben mit Absicht gewartet, bis es dunkel wurde, weil die Stadt dann so schön beleuchtet ist. Ganz nebenbei war es das erste Mal, dass ich Riesenrad gefahren bin. Das Erste, was Marlin sagt, als wir einsteigen und uns setzen: “Wow, als ihr euch gesetzt habt, hat sich die Gondel aber ganz schön in eure Richtung bewegt!” Danke. Vielen Dank, Marlin. Zwei Personen sind halt schwerer als eine! Mensch.
Man hat vom Riesenrad wirklich einen wunderbaren Ausblick über die Stadt. Ich hab Fotos gemacht, aber auf keinem kommt die Atmosphäre so wirklich rüber. Leider… Irgendwann habe ich egoistischerweise beschlossen, es aufzugeben, Bilder machen zu wollen und habe einfach die Aussicht genossen.
Nach der Fahrt waren wir noch in einem großen (und warmen!!) Gebäude, das wie eine Arcade ist, in der man alle erdenklichen Spiele spielen kann. Wir haben versucht, einen Teddy zu angeln, aber als es beim dritten Versuch nicht geklappt hat, haben wir aufgegeben. Anschließend wollten wir eigentlich was Essen gehen. Ja, wir waren sogar schon auf dem Weg dorthin, als Miri und ich die Schnapsidee hatten, bei gefühlten 0° Außentemperatur Wasserachterbahn fahren zu wollen. Die sich natürlich im Freien befindet. Marlin hat das kategorisch abgelehnt und hat schon mal in der warmen Mall gewartet. Miri zund ich haben uns eiskalt (haha, Wortwitz…) Tickets gekauft und sind los. Hier eine Sache, die mich an japanischen Achterbahnfahrten UNFASSBAR stört: Man muss immer seinen Schal ausziehen. Leute, die mich gut kennen, wissen, wie heilig mir meine Schals sind (vor allem im Winter!). Die werden nur dann ausgezogen, wenn ICH will. Nicht, wenn Andere wollen. Mein Freund erinnert sich bestimmt an die Gelegenheit, bei der ich fünf Minuten mit dem Angestellten an einer Achterbahn diskutiert habe, bis er aufgegeben hat und ich meinen Schal anlassen durfte. Was soll schon passieren, wenn mein Schal hinter meinem Jackenkragen versteckt ist und nicht mal am Hals rausschaut?! Genau: rein gar nichts. In Japan geht das so leider nicht. Zum Ersten kann ich ihnen nicht erklären, dass ich nicht gewillt bin meinen Schal auszuziehen und dass schon nichts passieren wird und zum Zweiten wäre es ihnen wohl auch egal, selbst, wenn ich es ihnen in fließendem Japanisch erklären könnte. Ich mich also meinem Schicksal ergeben (allerdings nicht, ohne auf Deutsch rumzumeckern) und die Fahrten am Hals frierend genossen. Die Wasserachterbahn war super: zwei Berge, der letzte richtig steil. Wir sind Deutsche, also haben wir uns nicht drum gekümmert, wie laut wir schreien. Die am Rand stehenden Japaner fandens witzig. Ich saß vorne und bin nicht mal allzu nass geworden – was zum Erfolg der Fahrt beigetragen hat. Wir haben dann den ergeben wartenden Marlin gejoint und sind Ramen essen gegangen. Nach dem Ramen haben wir uns entschlossen, dekadent zu sein und Crêpe zu essen. Allerdings nicht puren Crêpe; das wäre ja zu einfach. Nein! Mein Crêpe war mit Sahne und Schokoeis gefüllt. Zu dem Schokoeis waren dann noch Schokosoße, Schokotropfen sowie Browniestücke hinzugefügt. Miri und Marlin hatten Vanilleeis mit Sahne,  Schokosoße und Bananenstückchen. Diabetes, here we go! War uns aber egal. Während dem Essen haben wir uns dann langsam Richtung Bahnhof bewegt, das es inzwischen schon halb neun war. Am Bahnhof gabs dann wieder eine Umarmung und wir haben uns auf den einstündigen Heimweg gemacht. Es war ein teurer Tag, aber er war es definitiv wert. Ich werde auch meinen Freund (ja, Warnung an dich!) nach Minato Mirai schleifen. Und wieder Riesenrad fahren! Jetzt greife ich aber schon mal vor und zeige euch einige Bilder. :)

abends ist das Riesenrad wunderschön beleuchtet!
abends ist das Riesenrad wunderschön beleuchtet!

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Eingang zu einem Teil des Vergnügungsparks
Eingang zu einem Teil des Vergnügungsparks

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leuchtendes Herz...
leuchtendes Herz…
... mit meiner Wenigkeit davor
… mit meiner Wenigkeit davor
nochmal das Riesenrad
nochmal das Riesenrad
auch die anderen Achterbahnen sind beleuchtet
auch die anderen Achterbahnen sind beleuchtet
wunderschön beleuchtete Bäume
wunderschön beleuchtete Bäume
Blick über Yokohama
Blick über Yokohama
Tokyo ist weitläufig...
Tokyo ist weitläufig…
einfach, weil es schön aussieht
einfach, weil es schön aussieht

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An dieser stelle ein großes Danke schön, an alle, die immer noch meinen Blog lesen. Ich freue mich, euch alle bald wiederzusehen!!! <3

Eulencafe

Ja, ihr habt richtig gelesen: Eulencafe. Davon gibt es mehrere in Tokyo. Manche sind als richtiges Cafe gestaltet, in dem man Essen und Trinken bekommt und die Vögel hinter Glas sind. Es gibt nur noch ein weiteres Cafe neben unserem, in dem es nur Eulen gibt und das den Besuch mehr als Erlebnis gestaltet.

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Ich habe Samstag eine Reservierungsemail losgeschickt und für Sonntag, 18.00-19.00 Uhr eine Bestätigung erhalten. Miri und ich sind heute gegen 16.00 Uhr aufgebrochen und nach Akihabara gefahren. Wir haben das Cafe recht gut gefunden und da wir noch Zeit hatten, bevor es losging, haben wir noch eine heiße Schokolade getrunken und uns etwas umgesehen. In der Email hieß es, dass man sich vor dem Cafe aufstellen und warten soll; mindestens fünf Minuten vor der reservierten Zeit. Wir sind Deutsche, also waren wir früher da. Wir wurden dann freundlich gebeten, noch zu warten. Einige Japaner sind dann noch zu uns gestoßen und dann ging es los: zuerst wurden Hefte ausgeteilt, in denen Regeln zum Umgang mit den Eulen standen. Zum Glück gab es die auf Englisch…. Während wir gewartet haben, kamen die Besucher vor uns raus und haben ihr Abschiedsgeschenk erhalten. Dann durften wir endlich rein. Bezahlen, Jacke ausziehen und Handtasche abstellen, Hände desinfizieren und ein Getränk aussuchen. Es gab nur Wasser in Flaschen, was daran liegt, dass die Eulen frei im Raum auf Stangen sitzen und alles andere hygienisch nicht zu verantworten ist.
Wir wurden also gebeten, uns zu setzen und es gab eine Einführung in Japanisch (von der ich ehrlich gesagt kein Wort verstanden habe). Dann durften wir aufstehen und uns umsehen. Man durfte alle Eulen streicheln und fotografieren; wenn man sie auf die Hand nehmen wollte, musste man sich an das Personal wenden. Ich habe mir erst alle Eulen angeschaut, ein paar gestreichelt und dabei viele Fotos gemacht. Dann habe ich die erste auf die Hand genommen – ich habe klein angefangen und das war auch glaube ich gut so. Ich hatte noch nie einen Vogel auf der Hand und es ist doch etwas gewöhnungsbedürftig. Ich habe mich zuerst gar nicht getraut, mich zu bewegen; das wurde dann aber besser. Und: Eulen sind unglaublich weich. Ihre Federn sind so zart, das ist unbeschreiblich!!
Ich hatte insgesamt drei Eulen auf dem Arm: eine kleine, eine etwas größere und dann eine mittelgroße. In Miri’s Liga (Uhu) habe ich mich aber nicht getraut…
Das Personal war super freundlich, hilfsbereit und obwohl wir mindestens 12 Leute waren, immer schnell da, wenn man sie gebraucht hat. Die Stunde war leider viel zu schnell rum…
Beim Rausgehen haben wir unser Foto bekommen, sogar laminiert, und ein Abschiedsgeschenk. Wir waren super euphorisch und haben einstimmig entschieden, dass die 1.500 Yen gut angelegt waren! Jetzt aber endlich Eulenfotos!

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Sitzgelegenheit und beleuchtete Bäume nahe des Bahnhofs
Sitzgelegenheit und beleuchtete Bäume nahe des Bahnhofs
zwei süße kleine Kerle; der rechts hatte gerade Pause, weswegen man ihn nicht hochnehmen konnte
zwei süße kleine Kerle; der rechts hatte gerade Pause, weswegen man ihn nicht hochnehmen konnte

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Yamashita san, ein unglaublich putziges und freches Kerlchen
Yamashita san, ein unglaublich putziges und freches Kerlchen
meine erste Eule
meine erste Eule

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müde Eule... ich dachte zuerst, sie wäre nicht echt und bin erschrocken, als sie sich bewegt hat :D
müde Eule… ich dachte zuerst, sie wäre nicht echt und bin erschrocken, als sie sich bewegt hat :D
Pause... schlafen...
Pause… schlafen…
Takoyaki, der Größte im ganzen Cafe
Takoyaki, der Größte im ganzen Cafe
Eulenübergabe
Eulenübergabe
etwas unsicher mit diesem großen Vogel auf dem Arm
etwas unsicher mit diesem großen Vogel auf dem Arm
schon etwas bessere Freunde...
schon ein wenig vertrauter…
hübscher Kerl!
hübscher Kerl!
HILFE!! Was tut er?!?!
HILFE!! Was tut er?!?!
wieder Freunde...?
wieder Freunde…?
Klar! Freunden gibt man Küsschen ;)
Klar! Freunden gibt man Küsschen  ;)
die beiden mochten sich (^_^)
die beiden mochten sich (^_^)
entspanntes Pärchen
entspanntes Pärchen
Miri und der zweite Uhu (ich habe seinen Namen vergessen)
Miri und der zweite Uhu (ich habe seinen Namen vergessen)
sie scheinen sich sehr gut zu verstehen, aber mir war das ne Nummer zu groß
sie scheinen sich sehr gut zu verstehen, aber mir war das ne Nummer zu groß
so bekommen die Eulen ihr Wasser zwischendurch
so bekommen die Eulen ihr Wasser zwischendurch
müde!
müde!
ihn hatte ich auch noch auf dem Arm; leider scheint das einhändige Foto machen aber nicht geklappt zu haben...
ihn hatte ich auch noch auf dem Arm; leider scheint das einhändige Foto machen aber nicht geklappt zu haben…

Das war nur eine Auswahl an Fotos (ich habe gut 130), aber ich habe versucht, alle Eulen zu zeigen und euch anhand von Bildern die lustige Geschichte von mir und der großen Eule zu erzählen. Miri hat sich tot gelacht über mich… Allerdings habe ich den Kerl auch einmal souverän wieder eingefange, als er losgeflogen ist. Das kann einen ganz schön erschrecken, vor allem, weil die Flügel viel länger sind, als man es erwartet, wenn man sie nur am Körper sieht… An dieser Stelle großen Dank an Miri, die all die Fotos von mir und meinem großen Eulenfreund gemacht hat. Sind wunderbare Schnappschüsse dabei, wie man sieht. Ich glaube, sie hatte großen Spaß beim Fotografieren :D
Wenn ihr mal die Gelegenheit dazu habt, lasst euch auf keinen Fall ein Eulencafe entgehen. Es lohnt sich…

Nachholen aus dem alten und neuen Jahr

Ihr Lieben,
ich habe mich wirklich schändlich lange nicht mehr gemeldet… Erst einmal möchte ich euch (wenn auch sehr verspätet) ein Frohes Neues Jahr wünschen! Ich hoffe, 2015 hat gut angefangen für euch.
Ich habe meine Weihnachtsferien sehr langweilig verbracht: ich war am 24. und 25. zu Hause, habe mit meiner Familie und meinem Freund geskypt und habe Weihnachtsplätzchen genascht. Am 26. war ich mit Miri in Shibuya shoppen und essen und das nächste Mal, dass ich das Haus für länger als zum Einkaufen verlassen habe, war an Silvester. Miri und ich hatten einen wundervollen Plan: Essen gehen, etwas Trinken gehen, in einen Club gehen und die Nacht durchfeiern. So weit, so gut.
Jetzt eine kurze Erklärung zu Weihnachten und Silvester in Japan: Es ist das genaue Gegenteil zu uns. An Weihnachten arbeitet man, trifft sich mit dem Partner oder Freunden und unternimmt etwas Kleines. Silvester hingegen ist Familiensache. Da trifft sich die ganze Verwandtschaft, man verbringt den Abend zusammen und geht oft auch in einen Tempel.
Das war Miri und mir auch klar. Wir hatten uns zwischenzeitlich auch schon Feuerwerk schauen aus dem Kopf geschlagen, weil das nächste am Tokyo Tower gewesen wäre und wir dann nicht mehr zum Club gekommen wären. Mit den weiteren Konsequenzen hatten wir dann aber nicht gerechnet. Wir kamen in Shibuya an und haben uns fast gefürchtet: alles dunkel und dort, wo sonst Tausende Menschen über die Straßen gehen – nichts. Wenn man einer Menschengruppe von 5 Leuten begegnet ist, dann war das viel. Natürlich hatten auch alle Restaurants zu. Statt italienisch gabs dann McDonald’s, denn Essen muss der Mensch. Besonders, wenn er vorhat, später noch etwas zu trinken. Nach unserem Festmahl sind wir dann zurück zu Hachiko und wollten von dort aus zu TGI Friday’s, um etwas zu trinken. Wir haben uns fürchterlich verlaufen und statt 10 Minuten 40 gebraucht. In der Bar haben wir Brady, einen weiteren Austauschstudenten, getroffen. Wir haben dann auch gemütlich bis etwa halb oder viertel vor elf zusammen gesessen und etwas getrunken. Brady wusste noch nicht, was er machen will und wir Mädels sind weitergefahren nach Mitsukoshimae und zum Club. Dort haben wir Mark getroffen, einen Freund, den ich über Alejandro kennengelernt habe, und der hat uns zu David (ein weiterer Austauschstudent, der mit Alejandro und Brady zusammen lebt) und ein paar japanischen Mädels geführt. Wir haben uns dann erstmal ein bisschen unterhalten, wenn auch schwierig, da die Musik gut, aber sehr laut war. Es gab Künstler, die aufgetreten sind. Naja, beschönigen wir es nicht: es waren Poledancer. Aber gute, sowohl weiblich als auch männlich. Lustige Anekdote: wir schauen ihnen zu, drei Männer tanzen gleichzeitig an und auf der Stange, als die auf einmal nicht umkippt, sondern ABKNICKT!!! Es hat sich keiner verletzt und die Tänzer haben dann ohne Stange weitergemacht, deshalb war es um so lustiger. Die angeknickte Stange war dann über die Nacht ein begehrtes Fotomotiv.
Miri und ich wollten uns eigentlich für 12 Uhr einen Sekt holen; es hat aber länger gedauert als erwartet und so waren wir zwei Minuten zu spät dran. Nichtsdestotrotz haben wir den Countdown mitgezählt und uns ein Frohes Neues gewünscht und einfach etwas später angestoßen. Danach hat es eine Stunde gedauert, bis wir Mark wiedergefunden haben – wir haben allerdings sehr begabten und zumeist gut aussehende Poledancern zuschauen dürfen. Mark hat uns dann in den VIP-Bereich gebracht, wo auch David war. Mark hatte allerdings den Fehler begangen, David mit einer Flasche Wodka alleine zu lassen und so war der etwas betrunken, als wir zu ihm gestoßen sind. Das hat zu äußerst amüsanten Gesprächen geführt. Und dazu, dass David, als er sich schräg über mich gebeugt hat, um mit Miri zu tuscheln, vom Sitz gefallen ist und auf meinem Schoß gelandet ist. Ich war recht belustigt. Miri und ich haben dann noch einige Zeit im VIP-Bereich verbracht, abwechselnd sind mal Mark, mal David, mal beide verschwunden, aber wiedergekommen sind sie immer. Gegen halb vier Uhr morgens haben wir den Club verlassen. David hat Miri noch LINE eines Kerls besorgt und hat sich dann beim Treppen runterlaufen auf unsere Schultern gelegt und jedes Mal, wenn wir etwas auf Deutsch gesagt haben, “German, German German!” gerufen. Das ist jetzt noch ein geflügeltes Wort bei uns… Davids Vorfahren sind übrigens halb deutsch, halb irisch, weswegen wir uns gezwungen gefühlt haben, ihm etwas Deutsch beizubringen. Zumal er der einzige Anwesende war, der kein Deutsch spricht/versteht, da Mark auch deutsche Vorfahren hat und als Kind viel Zeit in Stuttgart verbracht hat.
Wir haben den nächsten Zug nach Shibuya genommen und dort Tsukemen gegessen. Das ist etwas ähnliches wie Ramen, nur dass die Nudeln neben der Suppe sind, getunkt werden und die “Suppe” etwas dicker und sämiger ist. Es war ganz gut, allerdings werde ich es wohl bei einem Mal belassen.
Danach wollten David und Mark noch in einen weiteren Club bzw. eine Bar, aber Miri und ich haben dankend abgelehnt, da wir müde waren und es kalt war. Auf dem Heimweg hab ich eine Nachricht von David bekommen, dass in der Bar nur Männer sind und wir hier voll gute Aussichten hätten. Er hat das dann etwas später revidiert und festgestellt, dass die Veranstaltung für Schwule war. Ich hab mich halb tot gelacht und ihm prophezeit, dass er viele Freunde finden wird (David ist groß, schlank, blond und blauäugig – auf so etwas stehen die meisten Menschen in Japan). Miri und ich waren um viertel vor sieben zu Hause und sind auch ziemlich direkt schlafen gegangen.
Desweiteren ist nicht viel Spannendes mehr passiert, außer, dass ich am 05.01. keinen Unterricht hatte, da beide Montags-Kurse ausgefallen sind.
Diese Woche Mittwoch habe ich allerdings etwas geschafft, das mir bisher noch nicht passiert ist… Ich habe einmal eine Phase gehabt, in der ich ab und zu Kaydie auf Deutsch angesprochen habe, ohne es zu merken. Warum auch immer es ausgerechnet Kaydie war. Das hat sich aber gelegt und seitdem ist es mir nicht mehr passiert. Diesen Mittwoch sollten wir eine Gruppenarbeit machen; ich war Daniel (Brite) und Brady zugeteilt. Wir sollten uns gemeinsam ausdenken, wie man einen Satz zu Ende bringen könnte. Ich hatte eine, wie ich fand, recht gute Idee und habe die Daniel erläutert. Er antwortet irgendwas unbestimmtes wie “jaja” und ich erläutere das weiter. Er schaut mich an, grinst und sagt “German, German, German!”. Ich habe ihn völlig verdutzt angeschaut und geschlagene 15 Sekunden gebraucht, bis mir aufgefallen ist, dass ich Deutsch gesprochen habe. Aber nicht nur einmal. Nein, wenn dann macht man das richtig: man spricht Deutsch, der Andere antwortet auf Englisch, und man spricht weiter auf Deutsch (man versteht ja schließlich alles, was der Andere sagt problemlos, also ist das umgekehrt ja bestimmt genauso). Das es schon so weit mit mir gekommen ist, hat mich wirklich überrascht; allerdings hab ich mich noch nicht zwischen positiv und negativ entschieden. Alejandro hat sich kaputt gelacht, als wir ihm das freitags erzählt haben und mir diesen halb belustigten, halb resignierten Blick zugeworfen, der sagt “was du immer machst…”. Den kenne ich auch von Miri, wenn ich mal wieder aus Versehen Wörter durcheinander werfe (ihr kennt ja auch Telefonsitze, nicht wahr? An denen friert man im Winter immer fest und es ist super toll, dass die in Japan beheizt sind…)
Diese Woche ist nur eine weitere spannende Sache passiert, die ich euch aber im nächsten Eintrag mit Bildern anschaulich vorstellen werde. Erst einmal danke, dass ihr so viel Gelaber von mir ertragt! :)