Semesterende bis Urlaubsanfang

Der Urlaub hat eigentlich schon gestern angefangen, da ich aber in letzter Zeit zu faul war, Blog zu schreiben und das nicht in meinem ersten Urlaubseintrag nachholen möchte, jetzt eine kurze Darstellung meines Lebens in den letzten zwei Wochen:

Bis einschließlich des 28.1. habe ich noch an meiner letzten Hausarbeit geschrieben, die ich dann im Student Center eingereicht habe. Am gleichen Tag musste ich mich auch schon von einem Freund verabschieden, der kurz darauf das Reisen angefangen hat und nach Spanien fliegt, bevor ich wieder in Tokyo bin. Ein Glück ist er aber Deutscher und da wir eine Deutschen-Reunion planen, sollte ich ihn Ende des Jahres wiedersehen.
Nach der Abgabe der Hausarbeit war ich mit Miri Pancakes essen und – passend zu der schlechten Laune, die ich aus welchem Grund auch immer hatte – hatte ich die Plastiköffnungslasche einer Milchtüte in meinem Milchschaum auf dem Chai-Tee. Zusätzlich hatte ich mir die Zunge am Essen verbrannt, was meine Laune nicht verbessert hat. Entsprechend hate ich eigentlich keine Lust auf Shogo’s Geburtstagsfeier, die an dem Abend stattfinden sollte. Die ganze FujiQ-Gruppe hatte sich versammelt, um das angemessen zu zelebrieren. Natsumi, Yosuke, Miri und ich haben uns um 21.15 Uhr am Hachikou getroffen und sind zu einer mexikanischen Bar gegangen. Nate und Shogo kamen später, aber bis dahin hatten wir schon jeder einen Drink intus. Mri und ich hatten uns Erdbeermargeritas bestellt, aber Miri war ihrer zu stark, deswegen durfte ich den dann mittrinken. Nebenbei hatten wir noch eine lustige Begegnung mit einem Mexikaner: Der war schon vor uns in der Bar und hat dauernd herumgegrölt.  Natsumi hat irgendwann den Fehler begagngen, sich zu dem umzudrehen, was er als Anlass genommen hat, rüberzukommen und uns anzusprechen. Er hat sie auf Spanisch angesprochen, was sie natürlich nicht verstanden hat. Ich hab dann übersetzt und mich kurz mit dem Kerl unterhalten. Er fand es sehr beeindruckend, dass ich Spanisch speche und hat mich “Bonita” genannt. Ich habe ihn trotzdem nicht an unserem Tisch sitzen lassen… ;)
Als Nate und Shogo eingetroffen sind, haben wir noch gegessen und dann wurde plötzlich die Bar abgedunkelt und auf einem Teller wurde eine kleine Torte für Shogo reingebracht, in die eine Wunderkerze gesteckt war. Ich hab mich total gefreut und geklatscht und auf einmal kam noch ein zweiter Teller, der dann MIR überreicht wurde. Ich war etwas verwirrt, schließlich hatte ich ja keinen Geburtstag – das wurde dann aufgeklärt: Sie hatten mir eine Abschiedstorte bestellt! Das fand ich so süß… Wir haben Sombreros bekommen, einen Tequilashot getrunken, uns nebenbei mit Torte gefüttert und sind dann weitergezogen in eine Karaokebar.  Die haben wir für fünf Stunden gebucht und dann gings los. Kreuz und quer durch alle bekannten Songs – Abba, Linkin Park, Adele und japanische Lieder. Nate ist irgendwann in einer Ecke eingeschlafen und hat sich nicht davon stören lassen, dass drei betrunkene Japaner und zwei Deutsche aus vollem Hals Lieder gesungen  haben. Fand ich bewunderswert. Morgens um halb 6 sind wir dann nach Hause gefallen.

Sombrero- Übergabe!
Sombrero- Übergabe!
Gruppenfoto!
gute Laune :D
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Gruppenfoto!
nothing more to say
nothing more to say

Ich hab den ganzen nächsten Tag geschlafen, während Miri morgens Chatroom hatte und Klausur geschrieben hat. Sie hat mich um halb sechs abends geweckt und war ganz aufgedreht. Ich hab dann entdeckt, dass David mir eine Nachricht geschrieben hat mit der Frage, ob ich heute Abend gerne was trinken gehen würde. Ich hab mich zwar etwas geniert, bin dann aber doch mit. Also haben Alejandro, David und ich uns um 22.00 Uhr am Hachikou getroffen und sind los ins Hub. Dort haben wir dann einen netten Menschen aus Bangladesh kennengelernt, mit dem wir später noch in einem Club sind. Ich bin also wieder erst vormittags nach Hause gekommen und habe mich dann den Freitag erstmal ausgeruht.

Sonntag haben wir uns mit Nate und Natsumi getroffen und haben in der Wohnung von Natsumis Eltern in Yokohama gekocht. Es gab wunderbar leckere selbstgemachte Burger und wir haben zwei Filme geschaut. Der Tag war super schön und entspannt, wir hatten viel Spaß und Miri und ich haben die Aussicht aus der Wohnung genossen. Diese liegt im 45. Stock und man kann über ganz Yokohama und Tokyo schauen – gratis gibt’s dann auch noch den Fuji dazu. Wir waren völlig begeistert und hätten kaum was anderes als die Aussicht gebraucht. :D

mehr Bilder befinden sich leider nicht in meinem Besitz...
mehr Bilder befinden sich leider nicht in meinem Besitz…

Dienstag fand die von der Universität ausgerichtete Farewell-Party statt. Miri und ich hatten uns ein wenig schick gemacht, da wir dachten: naja, Abschlussfeier, warum nicht. Wir waren dann auch sehr froh drum, als wir herausgefunden haben, dass die Feier in einem äußerst schicken Komplex stattfinden würde, der irgendwie Eventhalle, Hotel und Brautmodenladen in einem ist.
Es gab mehrere Reden, Unmengen an leckerem Essen und dann haben Studenten der Uni verschiedene Sachen aufgeführt wie Tänze oder Gesang. Es wurde auch ein, von einem Studenten angefertigtes, Dankes-Video gezeigt mit vielen Bildern aus dem vergangengen Semester. Anschließend wurden die Austauschstudenten auf die Bühne gerufen, das Abschiedsgeschenk (ein Handtuch mit eingesticktem Aoyama Gakuin Logo) überreicht und dann die Tutoren geehrt. Das war dann auch schon die Veranstaltung und wir haben beschlossen, etwas Trinken zu gehen, da der Abend noch jung war. Also sind Miri, Alejandro, Daniel und ich losgezogen. Ich wollte uns eigentlich in die mexikanische Bar bringen, aber leider war die voll und wir hätten eine Stunde warten müssen. Das sahen wir dann doch nicht ein und sind weitergezogen. Es war definitiv ein lustiger Abend, nur das schlussendliche Verabschieden hat mir nicht gefallen – es ist wirklich schwer, Leute, mit denen man in den letzten Monaten Unmengen an Zeit verbracht hat, zum letzten Mal zu sehen.

Zumindest bei Alejandro war es dann doch nicht das letzte Mal, da David darauf bestanden hat, donnerstags was mit mir zu trinken (schließlich ist es das letzte Mal, dass ich ihn sehen kann – EVER! :D). Wir waren also in einer Bar, haben auch Bekannte wiedergtroffen, aber Miri und ich haben uns doch für den letzten Zug verabschiedet, da wir beide am nächsten Tag Packen mussten. Es hat bestimmt fünf Minuten gedauert, bis wir schließlich loskamen, da abwechselnd Alejandro, Brady und David umarmt wurden und die Leute, die uns begleitet hatten auch, aber schlussendlich haben wirs geschafft. Im Aufzug haben wir dann noch Ausländer getroffen, die uns ein nettes “take care” auf den Weg mitgegeben haben und dann gings heim. Dort habe ich noch mit Michael geskypt – das letzte Mal vor seinem Flug – und bin schlafen gegangen.
Das Packen freitags hat mich mehr deprimiert, als ich eigentlich zugeben wollte. Ich hab Koffer gepackt, noch ein Paket nach Hause losgeschickt, Missverständnisse mit dem Dorm Manager gehabt übers Bezahlen und und und. Samstagmorgen habe ich geduscht, gefrühstückt, gepackt und Miri verabschiedet, die sich zusammen mit Eliza auf den Weg nach Sapporo gemacht hat. Leider schaffen wir es nicht, uns dort zu treffen…
Gegen halb elf habe ich meinen Zimmerschlüssel zurückgegeben und mit dem Dorm Manager den Roomcheck gemacht. Wobei Roomcheck eigentlich übertrieben ist: Er hat nur in zwei Schränke geschaut und dann gesagt, dass alles in Ordnung ist. Da ich aber spät dran war und wusste, dass ich nichts vergessen hatte, war mir das auch recht.
Um 10.55 Uhr habe ich das Dorm verlassen und mich auf die Weltreise zum Narita Airport begeben. Was auf dem Weg alles passiert ist, erfahrt ihr aber erst im nächsten Eintrag, da ab jetzt der Urlaub angefangen hat! :)

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