Sapporo

Nach einer ebenfalls wieder äußerst kurzen Nacht ging es am 10.02. weiter nach Sapporo – mit dem Zug. Um 6.22 Uhr. Gähn.
Da es den gesamten Montag sowie die Nacht über fleißig geschneit hatte, lagen morgens nette 20cm Neuschnee. Das ist ja wunderbar, vor allem, weil wir in Deutschland in den letzten Jahren so wenig Schnee hatten, aber nach drei Stunden Schlaf morgens um 6 Uhr 20kg bzw. 10kg schwere Koffer einen knappen Kilometer durch so viel Schnee zum Bahnhof zu schleifen, ist alles andere als spaßig. Ich war trotz Minusgraden geschwitzt und völlig fertig, als wir endlich am Bahnhof ankamen. Wir hätten auch nicht viel später dran sein dürfen, da es nur noch vier Minuten waren, um vom Eingang zum Gleis in den Zug zu kommen. Im Zug haben wir dann gemerkt, dass wir zum vordersten Waggon müssen und dann war da auch noch der Schaffnerwaggon dazwischen, so dass wir aus- und wieder einsteigen mussten, um endlich zu unserem Abteil zu kommen. Dort angelangt haben wir dann die Koffer in die Ablagen gehieft und sind auf die Sitze gefallen. Meine Arme taten so weh, dass ich sie kaum noch heben konnte. Zu allem Unglück ist dann der Schnee an den Koffern geschmolzen und hat getropft. Immerhin konnten wir sie ein Stück nach vorne schieben, so dass es auf den Boden vor die Sitze vor uns getropft hat. Dann ging es los – und alle Plagerei war vergessen. Die schneebedeckte Landschaft war wunderschön und wir hatten vier Stunden davon vor uns. Von besagter Zeit habe ich eine Dreiviertelstunde geschlafen, während Michael Fotos gemacht. Als wir gefühlte 10 Meter neben dem Meer hergefahren sind, war ich aber zum Glück wach.

DSC_7149
train ride along the coast from Hakodate to Sapporo

DSC_7160 DSC_7161 DSC_7140

Der starke Schneefall hatte anscheinend sogar die äußerst organisierten Japaner unvorbereitet getroffen, denn wir kamen mit etwa 45 Minuten Verspätung in Sapporo an. Fand ich aber nicht so schlimm.
Im Bahnhof selbst war die Hölle los; sie hatten sogar einen extra Stand aufgebaut, nur um Gepäck für die ganzen Reisenden zu lagern. Diesen Stand haben wir auch gleich genutzt und sind losgezogen, um nach einem neuen Koffer für mich zu suchen. Wir haben auch tatsächlich einen wunderschönen modernen gefunden und ich habe mit dem Verkäufer abgemacht, dass wir den später mitnehmen (wir wollten zuerst noch die Stadt anschauen) und ich den alten Koffer bei ihm abgeben kann.
Nun ging es also nach draußen – und hui, war das kalt. Ich habe annähernd sofort beschlossen, dass, wenn wir abends nochmal rausgehen, ich eine Strumpfhose unter meine Jeans ziehe. Mit zwei Kapuzen auf dem Kopf und Handschuhen ging es einigermaßen. Ich muss aber auch sagen, dass ich wohl vom warmen Wetter in Tokyo etwas verwöhnt bin…

Wir sind vom Bahnhof in den Odori-Park gelaufen; eine der drei Stätten, an denen das Yukimatsuri, zu Deutsch Schneefestival, stattfindet. Der Park ist gute 15 Blocks lang und an diesem Nachmittag haben wir es nicht geschafft, alles anzuschauen. Da wir aber ohnehin abends, wenn alles beleuchtet ist, nochmal kommen wollten, war das kein Drama. Im Park gab es eine Skisprungschanze, an der Wettbewerbe ausgeführt wurden. Wir haben da ein wenig zugeschaut und es gab sehr, sehr gute Springer – und einen, der die Landung nicht geschafft hat. Er hat sich aber nichts Schlimmes getan, so dass wir das Finale sorgenfrei genießen konnten.
Gegen 15.00 Uhr haben wir beschlossen, wieder zurück zum Bahnhof zu laufen. Ich habe Michael noch ins Yodobashi entführt; ein riesiger Elektronikladen. Das hat ihm auch ganz gut gefallen; wir haben einen LAN-Adapter gekauft und uns noch etwas umgeschaut. Als wir den Laden verlassen wollten, das große Drama: Michaels Mütze war verschwunden. Also haben wir in allen Stockwerken gesucht; ich habe zwei Verkäufer gefragt, aber da war nichts. Also sind wir unsere genaue Route abgelaufen und glücklicherweise habe ich die Mütze an einem Regal gefunden. Michael war glücklich und wir sind nun tatsächlich zum Bahnhof, um den Koffer zu kaufen. Gesagt, getan; dann haben sich aber weitere Probleme ergeben. An diesem neumodischen Koffer kann man die Metallverschlüsse des Reisverschlusses in zwei Schlösser drücken und das Ganze absperren. Wurde uns im Geschäft erklärt, die Schlüssel dazu gabs auch, alles kein Problem. Bis wir schließlich zum Umpacken vom alten in den neuen Koffer das Schloss öffnen wollten und das nicht funktioniert hat. Panik war angesagt, denn wir hatten beide gesehen, wie der Verkäufer die Schlüssel in den Koffer getan hatte. Also alles zusammenpacken, mit inzwischen drei Koffern durch den halben Bahnhof, drei Etagen hoch und wieder ins Geschäft. Ich habe dem Verkäufer das Problem erklärt, er schaut mich verwundert an, hebt den Koffer auf den Tisch, drückt das Schloss zur Seite und siehe da – Sesam öffne dich, die Reisverschlüsse sprangen raus. Michael und ich waren beide sehr verwirrt, denn wir waren sicher gewesen, dass abgesperrt war. Wie dem auch sei…
Wir durften schließlich sogar im Geschäft die Koffer umpacken, der alte wurde doppelt gecheckt und abgegeben und dann war der Verkäufer wohl heilfroh, als wir auf Nimmerwiedersehen aus seinem Laden verschwunden sind…

Mit den Koffern sind wir dann zu unserem Hotel gelaufen, was nette zwei Kilometer waren. Fanden wir aber nicht schlimm, denn so ganz nebenbei kamen wir auch noch an der zweiten Stätte des Schneefestivals vorbei, Susukino. Dort wird ein Eisskulpturenwettbewerb veranstaltet und meine Güte, haben die tolle Sachen… Also mussten wir doch einige Fotos machen, bevor es dann wirklich zum Hotel und zum Einchecken ging. Wir haben das Eckzimmer im 14. Stock mit wunderbarem Blick Richtung TV-Tower (der Turm mit der großen Digitaluhr, den ihr noch auf einigen Bildern sehen werdet). Vorerst also kein Grund zur Beschwerde; wir sind eingezogen, haben direkt ein furchtbares Chaos veranstaltet, da unsere Koffer sehr ungleich gepackt waren und haben kurz ausgeruht. Schließlich ging es (bei mir) mit Thermo-Strumpfhose, Jeans, Stulpen und Turnschuhen wieder raus. Dazu natürlich Kapuzenpulli, Winterjacke und Handschuhe. Wir haben die U-Bahn ausprobiert, was ziemlich gut funktioniert hat und sind in Susukino ausgestiegen, um dort etwas zu Essen. Unser Reiseführer hatte uns ein Restaurant namens Yosoro-no-Jingisukan empfohlen und ich muss sagen: Es war eine Erfahrung wert. Vor einem steht eine mit Gas beheizte, schräg zulaufende Platte, auf der von Anfang an schon einige Zwiebeln liegen sowie zwei Fettstückchen, mit denen man die Platte fetten kann. Die Bestellung war etwas schwierig, da es keine Speisekarte auf Englisch gab und ich keine Ahnung hatte, was es überhaupt gibt. Mit Hilfe einer Übersetzer-App und der Bedienung haben wir uns schließlich entschieden: Michael hat Lammmfleisch genommen und ich Maru-no-Jingisukan. Das waren runde, circa 15cm im Druchmesser große Fleischstücke, die man ganz auf den Grill gelegt hat. Gratis gab es zwei Saucen sowie Salz.  Sein Essen am Tisch selbst zu grillen war eine interessante Erfahrung, die ich ziemlich gut fand, Die Atmosphäre war auch sehr schön. Nach dem Fleisch habe ich noch eine Eiersuppe bestellt (klingt seltsam, ist aber sehr lecker) sowie unaussprechliche Nudeln. Die Bedienung hat mir zwar versucht zu erklären, was genau diese Nudeln sind und was dabei ist, aber mein Japanisch war nicht gut genug, um ihn zu verstehen und sein Englisch nicht gut genug, um mir das genau beizubringen. Also habe ich einfach eine halbe Portion auf gut Glück bestellt und siehe da – es war recht gut. Den Großteil habe ich Michael überlassen, da der das sehr mochte und ich schon die Eiersuppe hatte, die er wiederum nicht so gerne mochte.

Nach dem Essen ging es dann zum Odori-Park und die Schneefiguren waren beleuchtet noch sehr viel schöner! Wir sind den gesamten Park einmal hoch und wieder runter, kurz vor Ende ist dann der Kameraakku gestorben und wir haben beschlossen, irgendwo noch etwas Heißes zu trinken, da es doch ziemlich kalt war (vor allem an den Händen und Füßen). Tatsächlich haben wir in einem kleinen Stand, der noch offen hatte, einen unfassbar guten Kakao bekommen, auf dem sogar drei kleine Marschmallows geschwommen sind! Dazu habe ich noch ein Gebäckteil mit roter Bohnenmus-Füllung gegessen und war so gestärkt für eine weitere Runde Kälte und den Weg zum Hotel. Dort sind wir ziemlich direkt schlafen gegangen, da wir dank kurzer Nacht und spannendem Tag doch recht fertig waren.

Am nächsten Morgen haben wir es erst um 11 Uhr aus dem Bett geschafft und sind dann gegen halb ein los Richtung Tsudome. Das ist der dritte Ausrichtungsort, der weniger auf Kunst ausgelegt ist denn auf Spaß. Zunächst mussten wir zu einer anderen U-Bahn-Station als gewohnt und von dort aus bis an die Endhaltestelle. Dann mit dem Shuttlebus bis zum eigentlichen Veranstaltungsort. Dort haben wir uns weniger umgesehen als direkt an einiger riesigen Schneerutsche angestellt. Da wir aber keinen Blick auf die Wartezeit geworfen haben, wurde uns erst nach einer Viertelstunde klar, dass das noch etwas dauern könnte. Im Endeffekt waren es dann knapp eineinviertel Stunden, aber dann ging es endlich los! Wir bekamen einen Luftreifen, mit dem wir die Treppen hochgestapft sind. Oben wurden wir an verschiedene Bahnen verteilt; an jeder ein Aufpasser. Der hat den Reifen gehalten, während man sich reingesetzt hat und hat einen angeschubst. Und Mensch, war das eine Fahrt! Es ging richtig schnell den Berg runter – ich hatte dank des Eiswindes Tränen in den Augen – und kurz vor Ende der Bahn habe ich natürlich angefangen mich zu drehen! :D Zum Glück kam ich aber doch vorwärts unten im Auslauf an. Der war übrigens äußerst intelligent konstruiert, da er ein Stück den Hang hochging und einen so sehr gut gebremst hat. Mein Problem war allerdings meine Schnelligkeit – ich bin etwa 10 Meter zurück in die Bahn gerutscht, da ich soweit den Hügel hochgesaust bin! Die Aufapsserin unten ist mir verzweifelt hinterhergelaufen, während ich vor Lachen und Entschuldigen kaum noch Luft bekam. Schließlich hatten wir uns und ich konnte mit meinem Reifen die Bahn verlassen. Unten habe ich dann auf Michael gewartet und wir waren uns einig, dass das eine äußerst gute Bahn war! Schließlich wollte ich aber doch ins Warme (Hände und Füße waren abgefroren) und wir gingen ins Innere des Domes, der normalerweise für Baseballspiele herhält. Hier waren jetzt sowohl Essens- als auch Merchandisestände aufgebaut sowie Rutschen und Vergnügungssachen für Kinder. Insgesamt ist dieser Teil des Schneefestivals sehr auf Spaß und Kinder ausgelegt. Nach einem Mittagessen ging es dann nochmal raus und wir sind zu der zweiten Fahrt, die wir unbedingt mitmachen wollten: man sitzt in einem Boot, wie sie normalerweise für Wasserachterbahnen gedacht sind und wird von einem Schneemobil gezogen. Das war ziemlich lustig und hat sich wirklich gelohnt. Wir haben sogar unser Foto gekauft. Danach wollten wir eigentlich was heißes zu trinken, aber im Gegensatz zum Odori-Park gab es hier keine kleinen Stände mit guten heißen Getränken, also haben wir uns draußen alles angeschaut, haben noch einen Ausflug in den Dome unternommen und wollten dann den Shuttle-Bus zur Station nehmen. Wir entschieden uns dann um zu Odori-Park, aber auch das hat nicht hingehauen. Irgendwie sind wir ohne anzuhalten über Odori und Susukino gefahren bis zur JR Sapporo Station, wo wir dann rausgesprungen sind. Von dort sind wir tatsächlich zum Odori-Park gelaufen, haben fotografiert, gefilmt, einen Crepe gegessen, den Skispringern zugeschaut und und und. Danach ging es in den Untergrund, wo wir durch Aurora Town sind, noch bei (ja, ich gebe es zu) McDonald’s was gegessen haben und dann nach Susukino gelaufen sind. Dort haben wir sämtliche Eisskulpturen fotografiert sowie die Eisbar und so weiter. Dann ging es langsam zurück zum Hotel, wo ich Koffer und Zimmer aufgeräumt habe und viel mehr ist dann auch nicht mehr passiert.

Sapporo Station
Sapporo Station
Star Wars sculpture
Star Wars sculpture
Alice in Wonderland
Alice in Wonderland

DSC_7195

whom of you knew that this existed? :D
whom of you knew that this existed? :D

DSC_7207 DSC_7232

shrine near the hotel
shrine near the hotel

DSC_7242

Tsudome site
Tsudome site
funny ride in a boat pulled by a snowmobile
funny ride in a boat pulled by a snowmobile

DSC_7256

they displayed a breathtaking light-and videoshow on this horse
they displayed a breathtaking light-and videoshow on this horse

DSC_7302

ice sculpture and TV Tower in the background
ice sculpture and TV Tower in the background
promotion at Susukino site :D
promotion at Susukino site :D
cool smoking areas
cool smoking areas

DSC_7370

two eskimos!
two eskimos!

Donnerstagmorgen sind wir gegen halb zehn zum Frühstück im Restautrant gegangen, haben uns danach aber Zeit gelassen und sind wieder gegen halb ein Uhr los. Zuerst mit der U-Bahn zum Odori- Park, von wo aus wir dann zum Clock Tower gelaufen sind. In unser “Heimatstation” habe ich mich noch sehr geschickt ein- bzw. ausgeschlossen, da ich mit meiner Karte aus Versehen an den Ticketgates am Ausgang ausgecheckt habe. Anders als in Tokyo ist kein Bahnangestellter direkt in der Nähe und da ich weder vor noch zurück kam, musste Michael Hilfe holen und der Bahnhofsbeamte hat mich sehr nett aus meiner misslichen Lage befreit. Am Odori-Park wurden wir dann schon Zeugen, wie alles vom Festival abgerissen wurde – Skulpturen, Hütten etc.
Der Clock-Tower ist sehr schön; innendrin ist auch die Geschichte Hokkaidos, Sapporos und des Turms selbst dargestellt. Zu manchem gab es englische Übersetzungen, zu anderem nicht, aber eines steht fest: Meine Kanjikenntnisse werden besser. Im Obergeschoss haben wir uns dann noch einen Film angesehen darüber, wie die Uhr funktioniert. Der war komplett auf japanisch; zum Glück sprechen die meisten Bilder für sich. Trotzdem war ich stolz, dass ich einiges verstanden habe und manches sogar lesen konnte. Kleine Erfolge…

Nach dem Clocktower sind wir zur Sapporo Factory gelaufen. Das ist eine alte Fabrik, vielleicht war es auch eine Brauerei; das wissen wir nicht so genau. Heute ist es jedenfalls eine riesige Shoppingmall, die wir ausgiebig erkundet haben. In einem Stockwerk stellen Künstler und Handwerker aus. Wahnsinn, was es da für Dinge gibt. Handgemachter Schmuck, gestrickte Kleidung, Schnitzereien – so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Ich habe das wirklich ausgiebig bestaunt. Im Gegensatz zum Rest der Mall ist es irgendwie ruhiger und beschaulicher.
Die Mall hat ein wunderschönes Atrium  und da Michaels Geburtstag war, haben wir uns gegen halb vier dort in ein Cafe gesetzt und Kakao getrunken sowie ein Stück Kuchen gegessen. Dann waren wir shoppen und haben neue Schuhe sowie eine neue Jeans für Michael erworben. Ganz nebenbei haben wir auch noch den Deckel für die Kamera verloren. Besser gesagt: Fallen lassen. Von der Brüstung aus wollten wir das Atrium fotografieren und dabei ist Michael der Deckel aus der Hand geglitten und vor dem Geländer auf den Boden gefallen. Da es vor dem Geländer tiefer war als dahinter, waren unsere Chancen, den Deckel aufzuheben, ziemlich schlecht. Da wir auch nicht rausgeworfen werden wollten, ist Michael nicht über die Brüstung geklettert und so liegt der Deckel immer noch da. Das Schlimme daran: Hätte er ihn 5cm weiter nach vorne geworfen, wäre er ein Geschoss tiefer ins Wasser gefallen und wir hätten ihn ganz leicht rausfischen können. Nun denn. Schicksal.
Eigentlich wollten wir abends in Susukino zu einem Italiener Essen gehen, aber dann haben wir in der Mall ein Restaurant entdeckt, das ein Buffet anbietet. Und was für eins. Zwei Stunden für 1590 Yen, für 200 Yen zusätzlich bekam man noch die Drinkbar dazu. Das Angebot haben wir uns nicht entgehen lassen und es war tatsächlich eines der besten, wenn nicht DAS beste Buffet, das ich jemals gegessen habe. Es gab Tapas, Salat, Suppen, als Hauptgerichte konnte man Pizza, Nudeln, Paella oder anderes haben (gedünsteter und in Butter geschwenkter Brokkoli war mein persönlicher 7. Himmel, da der Brokkoli im Dorm immer eingelegt war) und dann waren da noch die Desserts…
Wir haben mit Tapas angefangen, sind zur Suppe übergegangen (Eiersuppe, Minestrone und eine dickere Suppe) und hatten dann Pizza. Zugegebenermaßen war das erste Stück Pizza eine negative Überraschung, da statt wie erwartet roter Zwiebeln seltsamer Fisch drauf war, aber später gab’s Margerita mit Basilikum, die sehr lecker war. Nach der Pizza bin ich zu Paella, Brokkoli und Zwiebel-Bohnen-Würstchen-Irgendwas übergegangen, während Michael Nudeln und Fleischklößchen hatte. Schließlich wieder Salat und Tapas und dann die Desserts. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass es tatsächlich einen Schokobrunnen gab! Aber zuerst hatte ich Joghurt mit Cornflakes und Blaubeersoße, Michael hatte das mit Erdbeersoße und wir haben uns Kuchen geteilt. Danach hatte ich Schokopudding und Mandelpudding und habe die Zutaten für den Schokobrunnen gecheckt. Bananen, belgische Waffelstückchen und – Marshmallows!! Wow. Das war der Zuckerschock schlechthin. Als Abschluss ein erfrischendes kleines Joghurt und eine leckere, selbstgemachte Limonade und man konnte mich rollen. Michael erst recht, denn  der hatte mehr vom Schokobrunnen und noch ein Eis.
Wir sind also aus der Factory rausgefallen und erstmal Richtung Odori-Park gelaufen. Ich wollte ganz laufen, Michael nicht. Die Einigung haben wir vor uns hergeschoben und schließlich hat sich das Problem von selbst erledigt, da wir bei der Susukino Station noch was sehen wollten. Also sind wir den kompletten Weg zurück zum Hotel, was uns auch sehr gut getan hat. Dort habe ich die Fotos der letzten drei Tage gecheckt, geskypt und angefangen, den Blog zu schreiben.

foudn this very interesting
foudn this very interesting
Clocktower (tokeidai)
Clocktower (tokeidai)
model of the clock
model of the clock

DSC_7398

little Christian church (the first in Hokkaido, I guess...)
little Christian church (the first in Hokkaido, I guess…)

DSC_7414

atrium at Sapporo Factory
atrium at Sapporo Factory

DSC_7428

...and with lights on!
…and with lights on!

DSC_7466

nice building named "Noah" (why...?) near the hotel
nice building named “Noah” (why…?) near the hotel

Am nächsten Tag sind wir morgens um punkt 11 Uhr aus dem Hotel ausgecheckt und haben die Bahn zur Sapporo Station genommen. Dort war es erstmal ein Akt, überhaupt Schließfächer für die Koffer zu finden (wir hatten keine Lust, die noch etwa 5 Stunden mit uns herumzuschleifen). Wir haben etwa eine halbe Stunde, wenn nicht mehr, gebraucht, um Schließfächer für beide Koffer zu finden. Man musste echt ausgefuchst sein und direkt hinter demjenigen, der gerade seinen Koffer rausnimmt, stehen, damit nicht jemand anderes verzweifeltes das Fach nimmt. Nach Beendigung dieser Aktion haben wir uns Ramen gegönnt – Hokkaido-Ramen. Und ich muss sagen: Ich fand ihn sehr lecker! Der mit Schweineknochenbrühe (Tonkotsu)  ist immer noch mein Liebling, aber der salzbasierte kommt direkt danach. Ich fand auch den Aufbau dieses Teils einer Etage sehr interessant: Ein Betreiber, der viele Ramenketten Hokkaidos unter einem Dach vereint. Man schaut vorher, wo man was essen möchte und dort geht man dahin. Die Restaurants sind dementsprechend nicht so groß, dafür ist es die Auswahl um so mehr.
Nach dem leckeren Mittagessen sind wir dann ein bisschen rumgeschlendert, haben in einem Cafe noch eine leckere Schokolade getrunken und Zeit totgeschlagen (Michael mit spielen, ich mit dösen und ihm zuschauen). Schließlich ging es mit dem Rapid Airport Shuttle Zug zum Flughafen. Wir waren recht früh, deshalb haben wir uns noch hingesetzt und ein bisschen geredet und Videos geschaut und haben uns gegen halb sechs auf die Suche nach dem Ticketing&Boarding-Schalter gemacht. Ab da wurde es stressig. Ich wusste nicht, wo wir uns anstellen müssen, hab aber auch niemanden gefunden, den ich hätte fragen können, da der Flughafen ein wenig chaotisch ist. Michael hat sich dann angestellt, derweil ich zur Info bin. Dort musste ich eine Viertelstunde warten, dabei habe ich Michael aus der Schlange gewunken, weil er meiner Meinung nach falsch anstand und hab ihm gesagt, dass er versuchen soll, an diesen unfassbar gemeinen Ticketmaschinen unsere Tickets auszudrucken. Dass das nicht funktioniert hat, ist kaum erwähnenswert. Glücklicherweise hat die nette Dame an der Info uns gerettet, indem sie unsere Tickets ausgedruckt hat und uns gesagt hat, wo wir anstehen müssen. Inzwischen war es 18.00 Uhr und wir hatten nur noch 40 Minuten bis der Flug gehen sollte. Wir waren also leicht angespannt; im Endeffekt hat aber doch alles geklappt. Das Gate unserer Fluges wurde noch geändert und wir sind mit Verspätung los, da durch den Schneefall den Tag über alles drunter und drüber ging am Flughafen, aber dann saßen wir endlich im Flieger und es ging los Richtung Hiroshima. Den Großteil des Fluges habe ich mit Schlafen verbracht und das war auch gut so. Hinter uns saßen nämlich drei Amerikaner, die meinten, dass sehr laut reden und so laut gähnen, dass man es drei Reihen weiter vorne noch hört, angemessen ist. Einer von denen hat es tatsächlich geschafft, derart laut zu gähnen, dass ich davon AUFGEWACHT bin!! Ich war so genervt…

Wir kamen dann um kurz nach 21.00 Uhr in Hiroshima an (die Sicht vor der Landung war wahnsinnig schön) und dank einiger Hetzerei haben wir es geschafft, die Koffer zu holen, beide auf Toilette zu gehen (abwechselnd) und den Shuttle-Bus um 21.19 Uhr  zu bekommen. Über den Bus gab es auch noch einige Verwirrung, da Google Maps mir nicht genau gesagt hat, wie die Endhaltestelle heißt. Also haben wir einfach den genommen, in dem noch Platz war und kamen schließlich am Bus-Center in Hiroshima an. Einen Teil der Fahrt habe ich wieder verschlafen (was das angeht bin ich schon richtig japanisch geworden – schlafen überall), aber trotzdem haben wir schon einen Blick auf’s Hiroshima Castle werfen können. Vom Bus-Center sind wir zum Hotel gelaufen, da das nur ein knapper Kilometer war und haben gegen 22.45 Uhr dort eingecheckt. Wir haben das Zimmer bezogen und wie immer direkt ein Chaos veranstaltet, da zwei Koffer und drei Taschen sowie Kameratasche irgendwie viel Platz wegnehmen. Wir haben noch Videos geschaut, um ein bisschen zu entspannen und sind dann ins Bett.

Was wir in Hiroshima erlebt haben, werdet ihr im nächsten Eintrag erfahren, denn ich habe fest vor, über jede Stadt, die wir besichtigen, einen Eintrag zu schreiben.
Ich hoffe, dieser Beitrag war euch nicht zu lang und ihr hattet Spaß beim Lesen und Fotos schauen! Bis bald! <3

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>