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Fieldtrip ins Life Security Center

Ja schon wieder ein neuer Eintrag, unfassbar…
Mit unserem Japanischkurs waren wir heute im Life Security Center in Tokyo. Was genau es dort alles gibt, erfahrt ihr gleich.
Mein Weg dorthin war ein ganzes Stück länger als der übliche zur Uni; immerhin musste ich nicht umsteigen. Eigentlich wollte ich zusammen mit Kaydie und Steph vom Dormitory aus starten; Kaydie war allerdings krank und Steph zu spät – da ich Deutsche bin, noch etwas zu trinken gebraucht habe und außerdem den rausgesuchten Zug nicht verpassen wollte, hatte ich drei gute Gründe, nicht länger als 5 Minuten zu warten. Glücklicherweise habe ich keinerlei Problem damit, alleine Zug zu fahren. Ich bin also zum Express gewechselt und dann etwa eine Stunde bis nach Kinshicho gefahren. Dort habe ich dann sorgfältig meinen Stadtplan studiert und bin Richtung Life Security Center marschiert. Da unsere Lehrerin sinnvollerweise den ganzen Block als Treffpunkt markiert hat, musste ich ein wenig suchen, bis ich den Eingang gefunden hatte. Ich war drei Minuten zu früh da, aber keine Lehrerin in Sicht (ich muss auch zugeben, dass ich nicht im Gebäude nachgesehen habe, weil ich vorm Gebäude treffen als einzig sinnvolle Option erachtet habe). Also habe ich einer Kommilitonin geschrieben, wo sie wäre. Ich habe sie und zwei Jungs aus dem Kurs dann an der Hauptstraße getroffen und wir haben unsere Lehrerin angerufen. Ein sehr lustiges Gepräch, das auf Japanisch stattgefunden hat.
Isaiah am Telefon: Sensei? Isaiah desu. Sensei wa doko? (Sensei= Lehrer; hier ist Isaiah. Wo sind Sie?) Sensei: …. Isaiah: Wakarimasen. (Verstehe/weiss ich nicht) Sensei: …. Isaiah: Wakarimasen. [Morgan und ich bekommen einen Lachanfall] Sensei: …. Isaiah: Honjo Fire Station no chikaku (bei der Honjo Fire Station) Sensei: …. Isaiah: Aaaaah wakatta wakatta (verstanden) [legt auf] She’s inside the building.
Nach dieser aufschlussreichen Konversation sind wir dann reingegangen, wo sie tatsächlich gewartet hat. Ich habe Kaydie entschuldigt und Verspätung sowohl für Steph als auch für Alejandro und Brady angekündigt (mit denen stand ich in LINE-Kontakt, sie sind von der Station aus in die falsche Richtung gelaufen. Wozu schicke ich Stadtpläne herum??). Anstatt 12.45 Uhr war es dann nach 13.00 Uhr bis wir anfangen konnten. Zuerst wurde ein Film gezeigt über die Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis am 11.3.2011 (kurz vor Anfang haben Alejandro und Brady uns dann tatsächlich gefunden).

Der Film war interessant, aber auch unglaublich schockierend. Man hat ja schon viele Bilder der Überschwemmung gesehen, aber Videos davon zu sehen, wie der Tsunami Schutzwälle einfach überrollt und Autos, Häuser und Schiffe mit sich reißt, war wirklich schockierend. Die Zerstörung an der Ostküste Japans ist wirklich verheerend; da wurden ganze Städte einfach ausgelöscht von Wasser, das teilweise so hoch stand wie mehrstockige Gebäude. Die Messgeräte waren nicht mehr in die Lage, die Höhe des Tsunamis zu messen, weil sie bei 9,30 Metern aufhören… Nach dem Tsunami kamen dann große Feuer in vielen Regionen dazu. Sogar in Tokyo sind Menschen durch das Erdbeben gestorben und viele Pendler sind nicht nach Hause gekommen. Am gruseligsten waren aber die Bilder von Hochhäusern in Shinjuku, die hin und her geschwankt sind – allerdings mehrere Meter!

Danach ging dann der lustige Teil los: erlebe, wie stark Wasser sein kann, das gegen eine Tür drückt; erlebe ein Erdbeben (Boden und Hochhaus); lösche einen Brand und erlebe einen Taifun. Den Tsunami haben sie glücklicherweise nicht nachgestellt…
Die Instruktionen waren zwar komplett auf Japanisch, weswegen man leider nicht alle interessanten Zusatzinformationen mitbekommen hat, aber unsere Lehrerin hat alles auf “einfaches” Japanisch übersetzt, sodass wir wussten, was wir zu tun hatten.

Erster Teil: Drücke eine normale Tür bzw. eine Autotür auf, gegen die Wasser strömt
Klingt einfach, ist es aber nicht. Das Ganze wurde natürlich nicht mit Wasser, sondern mit Elektrik simuliert, seinen Zweck erfüllt hat es aber trotzdem.
An der normalen Wohnungstür hab es die Höhen 10, 20, 30 und 40 Zentimer. 10 und 20 ist okay, 30 fand ich schon ziemlich schwer und 40 habe ich grade einen Fingerbreit aufbekommen, obwohl ich mich mit dem ganzen Körper dagegen geworfen habe. Ein Einziger von uns – ein Deutscher!  :D – hat es geschafft, im zweiten Anlauf und mit viel Mühe. Soweit ich verstanden habe, sind es bei 40 cm Wasserhöhe 64 Kilogramm, die gegen die Tür drücken. Wow…
An der Autotür habe ich kläglich versagt. Dadurch, dass man eine sehr viel ungünstigere Hebelwirkung hat, da man sitzt, hab ich nicht mal die 30 cm Wasserhöhe nicht geschafft. Hier haben glaube ich alle Jungs die 40 cm geschafft – allerdings mit Mühe (und ich durfte trainierte Rückenmuskeln bewundern ^_^ ).

Zweiter Teil: Erlebe ein Erdbeben der Stärke 7 (11.3.2011)
Eine Plattform war als Raum eingerichtet mit Herd, Schränken aus Schaumstoff und einem Tisch, dessen Beine und Platte gepolstert waren. Die Anweisung war: während dem Erdbeben auf den Boden knien, an den Tischbeinen festhalten, Kopf unter den Tisch halten. Nach dem Beben mit einem Kissen den Kopf schützen, Gas am Herd ausmachen und die Tür checken.
Wir haben also in Viererteams die Plattform geentert, die dann ein Stück hochgefahren wurde.
Der erste Teil war zwar nicht wirklich angenehm, vor allem, wenn man bedenkt, dass in der Wirklichkeit Tischbeine nicht gepolstert sind, aber ganz gut auszuhalten. Ich habe dann die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, das Gas auszumachen.
Der zweite Teil simuliert dann die gleiche Stärke, allerdings mit dem Zusatz, dass man sich in einem Hochhaus befindet (und zwar nicht im ersten Stock!!). Da war der Spaß dann vorbei. Ich habe mich nur noch panisch an mein Tischbein geklammert und versucht, nicht überall anzustoßen. Der Tisch ist auch noch durch die Gegend gerutscht. Hier sind dann auch die Schaumstoffschränke umgefallen (ein Glück war das näher an Alejandro als an mir). Es hat sich angefühlt, als würde das Beben Ewigkeiten dauern und als es endlich vorbei war, habe ich es kaum geschafft, aufzustehen und das Gas auszumachen. Alejandro, der faule Kerl, blieb schön auf dem Boden knien und hat mir Anweisungen gegeben. :D
Wir sind dann von der Plattform gewankt und waren froh, als wir auf stabilem Untergrund 5 Minuten sitzen und einen Film schauen konnten. Morgans Kommentar: “If I have to experience that during my stay here, then Sayonara Japan!” (Wenn ich das während meinem Aufenthalt hier erleben muss, dann auf Wiedersehen Japan!) Sehr treffend…
Was ich gelernt habe: Während einem Erdbeben möchte ich nicht in einem richtig hohen Hochhaus sein (20. Stock aufwärts). Bei einem Beben dieser Stärke bleibt kein Mensch aufrecht stehe und Tische – egal, ob gepolstert oder nicht – sind wirklich ein sehr willkommenes Überlebensutensil, auch wenn sie verrutschen.

Dritter Teil: Lösche ein Feuer, das nach einem Erdbeben ausgebrochen ist
Auch hier haben wir wieder in Viererteams gearbeitet. Das Feuer war natürlich nicht echt, sondern nur auf einem Screen dargestellt. Wir haben mit Wasser gelöscht und dort, wo der Wasserstrahl den Screen getroffen hat, wurden Sensoren ausgelöst und das Feuer ging aus. Das erste Team hat überlebt, meines leider nicht (auf meiner Seite war ordentlich gelöscht, ich schwöre!). Das fand ich im Bezug auf Erdbeben jetzt nicht besonders spektakulär, aber für den Alltag doch sehr praktisch: bis heute wusste ich nämlich nicht, wie man einen Feuerlöscher bedient. Wichtige Alltagsdinge, die einem niemand beibringt… Was diese Übung dann aufgeworfen hat, war die Frage, ob alle in ihren Wohnungen einen Feuerlöscher in greifbarer Nähe haben. Ich im Dorm hab einen eine Tür weiter, aber sowohl Morgan und Isaiah als auch Alejandro und Brady haben keinen in der Wohnung. Über eine Anschaffung wird jetzt ernsthaft nachgedacht.

Vierter Teil: Erlebe einen starken Taifun
Dafür durften wir uns alle in Schale werfen – Regenjacke mit Schutzvisier vorne, Regenhose und Gummistiefel. Dann ging es in den Simulationsraum, wo es die Instruktionen gab. Der Instructor hat sich im Vorhinein schon entschuldigt, was einiges heißen will.
Als es dann losging, hab ich verstanden, warum. Wind ohne Ende, Wasser, das einem horizontal ins Gesicht bzw. das Schutzvisier klatscht – unschön. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man normalerweise nicht so gut ausgerüstet ist. Jetzt verstehe ich auch völlig, warum hier die Uni ausfällt, wenn ein Taifun angekündigt ist und warum man das Haus nicht verlassen soll…

bevor die Taifun-Simulation losging
bevor die Taifun-Simulation losging

Danach war unser Erlebnis auch schon rum, aber ich muss sagen: es war lustig, interessant und hat einem die Augen geöffnet dafür, wie stark die Natur wirklich ist…
Nach dem Fieldtrip bin ich zurück zur Uni, wo ich mit Miri und Nate zu Abend gegessen hab und dann bin ich direkt heim, um euch das Erlebte mitzuteilen.

Ein weiteres, unschönes Erlebnis möchte ich aber auch noch mit euch teilen: als ich letzten Samstag zur Uni fahren wollte und am Bahnhof ankam, stand eine riesige Menschenmenge vor den Barrieren und niemand ging rein. Ich war zuerst verwirrt, weil ich die Ansagen nicht verstanden habe und auch die Laufschrift auf den Displays nicht entziffern konnte. Eine Kommilitonin hat mich dann aufgeklärt: es gab einen Unfall auf den Schienen und von Azamino (eine Station vor uns) bis nach Nagatsuta (fünf Stationen hinter uns) fuhr kein Zug mehr. Anderthalb Stunden lang. Wir hatten dann einen komplizierten und langen Weg zur Uni, aber meine Gedanken sind eher bei dem Menschen, der es als letzten Ausweg gesehen hat, sich vor einen Zug zu werfen. Befremdlich war auch, dass die Menschen hier von so etwas nicht mehr schockiert oder entsetzt sind; es scheint zum Alltag zu gehören. Ich bete für diesen Menschen und seine Familie – und dafür, dass unsere Gesellschaft Suizid nicht als alltäglich akzeptiert…

Advent, Advent – kein Lichtlein brennt

Mein letzter Blogeintrag ist wirklich schändlich lange her, aber es ist zugegebenermaßen auch nicht allzu viel interessantes geschehen (aus meiner Sicht).
Samstag, den 29.11., hatten wir eine Doppelstunde Global Business mit zwei Gastsprechern, die beide äußerst interessant waren. Einer von ihnen, Makoto Okubo, reist für die OECD um die Welt und besucht Konferenzen. Er hat uns seine internationalen Erfahrungen mitgeteilt und die unterschiedlichen Kommunikationsarten verschiedener Nationen auf sehr interessante und humorvolle Weise dargestellt. Der nächste Gastsprecher kam von der AP Bank und ist eigentlich Manager einer erfolgreichen japanischen Musikgruppe. Mit dem Geld, das diese Gruppe verdient, haben sie die Bank eröffnet und stellen sich tagtäglichen Problemen entgegen: sie verleihen Kredite an Leute, die nicht bei einer großen Firma angestellt sind (in Japan bekommen diese Leute normalerweise keinen Kredit), sie führen eine eigene Farm, die auch mehrere firmeneigene Restaurants beliefert, sie leisten Hilfe in Fukushima und einiges mehr. Beide Vorträge waren äußerst kurzweilig und haben einiges Wissenswerte fürs Leben mitgegeben. Abends habe ich dann mehr Leben genossen als mich weiterzubilden und bin ausgegegangen.
Den nächsten Samstag hatten wir auch wieder einen Gastsprecher, diesmal ein Deutscher namens Jesper Koll. Er ist vor 20 Jahren in Japan gestrandet und arbeitet jetzt bei JP Morgan und ist ein angesehener Ökonom. Er sagt der japanischen Wirtschaft eine durchaus rosige Zukunft voraus, während unser Dozent den Teufel an die Wand malt. Um so spannender (und für uns lustiger) war natürlich die Diskussion der beiden nach dem Vortrag: unser Dozent wurde richtig emotional und aufgeregt, während Jesper total cool geblieben ist, den Studenten Grimassen geschnitten hat und immer gute Gegenargumente hatte (überzeugt hat er mich trotzdem nicht ganz). Am meisten bewundert habe ich ihn allerdings dafür, wie er unserem Dozenten die Stirn geboten hat: es ist wirklich schwer gegen ihn eine Diskussion zu gewinnen – geschweige denn zu Wort zu kommen -, besonders, wenn man kein Englischmuttersprachler ist. Jesper hat das ganz souverän gemacht, hat ihn auch mal unterbrochen und sich nie aus dem Konzept bringen lassen. Nach dem Kurs standen wir noch draußen mit ihm und haben uns unterhalten; er ist – zumindest nach dieser kurzen Zeit zu urteilen – ein Mensch, der enormes Wissen und Erfahrung besitzt und auch gerne mal Tipps gibt, wie man im Leben voran kommt.
Ab dem Mittwoch letzter Woche habe ich intensiv an einer Hausarbeit gearbeitet, die – man glaubt es kaum – ein sehr interessantes Thema hatte: Peacekeeping Operations der UN während dem Bosnienkrieg. Ich bin jetzt um einiges schlauer, was Peacekeeping überhaupt und den Bosnienkrieg im Speziellen angeht und ich war überrascht und schockiert, wie Bürokratie und der Streit um Prinzipien zur nicht-Verhinderung eines Genozids geführt haben. Diese Hausarbeit war mittwochs fällig; nebenbei habe ich diesen Montag dann noch eine zweite, kürzere Hausarbeit für Dienstag fertig gestellt. Mittwoch und Donnerstag war ich dann schändlich faul und erst heute habe ich mit Miri nach unseren Kursen einen kleinen Ausflug nach Futako-Tamagawa gemacht. Dort haben wir ein wenig entspannt und ich habe Fotos gemacht (weiter unten).
Außerdem habe ich letzten Donnertag Lukas verabschiedet, der früher nach Hause geflogen ist. Tränen und ein langer Abschied wurden verhindert, aber ich fühle mich durchaus ein wenig verlassen – und absolut neidisch, weil er jetzt auf Weihnachtsmärkten Glühwein trinken kann!!
Apropos Weihnachtsmarkt und Glühwein… Der eigentliche Zweck dieses Eintrags ist es, Weihnachten in Japan ein wenig zu beschreiben. Zuallerst: ich fühle mich absolut nicht weihnachtlich. Ist auch schwierig bei 10° und strahlendem Sonnenschein. Ich laufe immer noch in dünnen Pullis rum und trage meine Stiefel höchstens mal zu einem Rock…
Weitere Gründe, warum ich mich nicht weihnachtlich fühle: es gibt keine Adventskränze (und ich habe keinen Adventskalender).  Ich musste grade auf dem Kalender nachschauen, um herauszufinden, welcher Advent denn am Sonntag ist. Das sollte einiges aussagen darüber, wie weihnachtlich es hier ist. Das ist andererseits aber auch verständlich, da in Japan das Christentum nicht allzu weit verbreitet ist. Es ist zwar überall schön weihnachtlich dekoriert, es laufen Weihnachtslieder in den Supermärkten, aber ansonsten hat sich nichts wesentlich verändert: es sind so viele Menschen in den Geschäften wie immer und sie sehen nicht weniger und nicht mehr gestresst aus als sonst.
Miri, die Chatleader an der Aogaku ist, hat mir erzählt, dass sie während einer Session die Teilnehmer gefragt hat, was sie denn so an Weihnachten vorhaben. Pärchen gehen aus und der Rest arbeitet. Das fanden wir ebenfalls äußerst deprimierend, wenn man bedenkt, wie wir es gewohnt sind, Weihnachten zu verbringen. Andere Länder, andere Sitten…
Miri und ich werden an Weihnachten wohl gemeinsam Essen gehen und für die Ferien haben wir uns schon einiges vorgenommen, so dass uns im Dorm nicht völlig die Decke auf den Kopf fällt. Ansonsten werde ich die freie Zeit wohl mit Hausarbeiten schreiben verbringen. Außer an Silvester. Da werde ich ausgehen und Feuerwerk schauen und das Nachtleben hier in Tokyo genießen. Darauf freue ich mich auch schon richtig.
So ganz nebenbei habe ich Ferien auch langsam dringend nötig. Zu Hause fängt das Semester schließlich ganze vier Wochen später an und ich habe weniger zu tun. Man fühlt sich wie in der langen Schulzeit zwischen Oster – und Sommerferien: man geht jeden Tag hin, weil man muss, aber man zählt die Tage, bis man endlich frei hat. Nächste Woche haben wir allerdings einen ganz interessant Fieldtrip ins Life Security Center: dort werden Erdbeben, Taifune und Tsunamis simuliert und man lernt, wie man sich in welcher Situation richtig verhält. Das hätte ich zu Beginn meines Aufenthalts sinnvoller gefunden, aber so wird es bestimmt auch lustig und lehrreich. Schließlich ist man von Deutschland derlei Naturereignisse ja nicht gewohnt.
Jetzt aber einige Bilder vom weihnachtlichen Japan und der nächste Beitrag wird nicht so lange auf sich warten lassen, versprochen…

Kapelle auf dem Campus
Kapelle auf dem Campus
campuseigener Wihnachtsbaum
campuseigener Wihnachtsbaum
Weihnachtsbaum in einem Schaufenster
Weihnachtsbaum in einem Schaufenster
Weihnachtsbaum in Futakotamagwa Station
Weihnachtsbaum in Futakotamagawa Station
kleines Wihnachtsbaum-Schlitten-Panorama
kleines Wihnachtsbaum-Schlitten-Panorama
wunderschön geschmückte kleine Bäumchen
wunderschön geschmückte kleine Bäumchen
... von der anderen Seite
… von der anderen Seite
geschmückte Fassaden in Futakotamagawa
geschmückte Fassaden in Futakotamagawa

Touri-Tag und Fall Leaves

Eigentlich wollte ich den Blogeintrag ja schon gestern verfassen, allerdings war ich vom Tag so müde, dass ich es nicht mehr geschafft habe, Fotos zu sortieren und zu schreiben…

Lukas und ich haben uns gestern um 10.00 Uhr in Shibuya getroffen (verwunderlich, dass Studenten so etwas freiwillig an einem freien Tag tun, nicht wahr?) und sind dann eine halbe Stunde bis an die Tokyo Station gefahren. Die ist sehr groß und auch etwas verwirrend, aber wir haben den richtigen Ausgang genommen und als ich mich draußen zur Station umgedreht habe, war ich verwundert wie unglaublich schön sie von außen ist! Auch das ganze Stadtviertel, in dem wir angelangt waren (Chiyoda), war anders, als ich es bisher von Tokyo gewohnt bin. In Shibuya und Harajuku und besonders in Shinjuku gibt es überall kleine Seitensträßchen, die nicht mal gut geteert sind und in denen man sich unglaublich schnell verläuft. Davon war hier weit und breit nichts zu sehen. Lukas hat das sehr schön auf den Punkt gebracht: “Hier sieht es so aus, als hätte sich tatsächlich mal ein Städteplaner hingesetzt und sich überlegt, wie man so etwas offen, übersichtlich und schön gestaltet!” Das trifft völlig zu. Das heißt aber auch nicht, dass Shibuya keinen Charme hat; im Gegenteil…
Wie dem auch sei: wir sind dann eine sehr schöne Allee runtergelaufen zum Emperor’s Palace. Den Palast selbst sieht man leider nicht, aber der Park und die Umgebung sind wirklich lohnenswert! Vor allem mit den bunten Blättern momentan… Ihr werdet euch in diesem Eintrag sehr viele Bilder von Bäumen anschauen müssen; einfach, weil der Herbst in Japan unglaublich schön ist und sooo anders als in Deutschland…

Lustige Anekdote: ich habe grade ein Bild gemacht, als ich gesehen habe, dass jemand auf mich zukommt und sich neben mich stellt. Da ich weiss, wie schwierig es ist, in Japan ein Bild zu machen, in das kein Mensch reinläuft, wollte ich weggehen. – da hält mich dieser Mann auf! Ich verstand erst gar nicht, was er von mir wollte, bis ich nach einigen Gesten gemerkt hab, dass der unbedingt ein Foto mit mir haben will! Also habe ich mein schönstes Gaijin-Lächeln aufgesetzt und mit ihm posiert (er war allerdings auch Ausländer). Lukas hat sich kaputt gelacht über meinen verwunderten Gesichtsausdruck, aber ich habe gehört, dass Ausländerinnen das dort öfters passiert…

Nachdem wir uns den Park angeschaut hatten, sind wir weiter. Auf unserem Weg habe wir dann eine interessante Gebäudespitze gesehen und dachten, dass wir uns das mal näher anschauen. Offensichtlich war das das Parlamentsgebäude (oder irgendein anderes Regierungsgebäude); davon wurden dann natürlich auch gleich Fotos gemacht. Danach haben wir uns in der Nähe in einen Park gesetzt und noch etwas geredet. Weil es noch recht früh war, haben wir uns dazu entschlossen, auch noch zum Tokyo Tower zu laufen. Das hat etwas über 20 Minuten gedauert; wir haben auf unserem Weg über Kanji gerätselt, in Hinterhöfen Tempel entdeckt und so weiter. Was einem in Japan halt so passiert.
Da die Fahrt auf die erste Plattform des Tokyo Towers nur 800 Yen kostet, wenn man Student ist, haben wir das dann spontan auch noch gemacht. Die Aussicht dort war leider nicht so gut, weil es gestern ziemlich neblig war (deswegen auch keine weiteren Bilder vom Skytree). Aber der Rundblick war doch sehr interessant; wir haben sogar Stadtviertel und Gebäude erkannt.
In den Geschäften unter dem Tokyo Tower haben wir eine leckere japanische Rice Bowl gegessen – Lukas mit Lachssashimi und ich mit Garnelen und zwei weiteren Fischsorten. Nachtisch haben wir uns auch gegönnt

Danach sollte es eigentlich nach Akihabara gehen, aber da das in der Nähe des Ueno-Parks liegt, sind wir zuerst dorthin, weil sich der Park im Hellen natürlich mehr lohnt. Dort gab es eine Art Straßenfest mit ganz vielen Essensständen und einem Truck, auf dessen Bühne als Ninja verkleidete Kinder zu HipHop Liedern getanzt haben.
Außerdem waren noch viele andere Straßenkünstler da; ein Mann, der wie ein Roboter getanzt hat, einer, der Kunststücke mit Reifen gemacht hat und eine Gruppe von Männern und Frauen in Kimono, die einen traditionellen Tanz aufgeführt haben.

Schlussendlich ging es noch nach Akihabara ins Yodobashi, ein riesiges Einkaufszentrum, in dem wir einfach ein bisschen “geschnust” und uns umgeschaut haben. Da wir uns aus Müdigkeits- und Fußschmerz-Gründen dazu entschlossen hatten, nicht mehr nach Roppongi zu fahren, da wir dort auch nichts bestimmtes vorhatten, habe ich mir als Abendessen mein erstes (!) Reisbällchen in Japan gekauft und wir sind zurück nach Shibuya gefahren. Dort haben sich dann unsere Wege getrennt; ich bin heim, habe noch kurz mit Miri geredet, zu Abend gegessen und dann geschlafen.

Fazit des Tages: wir haben weit mehr gesehen, als wir eigentlich vorhatten, aber es hat sich auch alles gelohnt. Wie immer! :)

Tokyo Station
Tokyo Station

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beautiful plaza
beautiful plaza
Gebäude auf dem Gebiet des Emperor's Palace
Gebäude auf dem Gebiet des Emperor’s Palace

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weitere Gebäude
weitere Gebäude

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Kreuzung^^
Kreuzung^^
blühende Bäume und sich färbende Blätter sind kein Widerspruch in Japan!
blühende Bäume und sich färbende Blätter sind kein Widerspruch in Japan!
Regierungsgebäude
Regierungsgebäude
solche Tore...
solche Tore…
... Gebäude...
… Gebäude…
... Schreine findet man in japanischen Hinterhöfen des öfteren!
…  und Schreine findet man in japanischen Hinterhöfen des öfteren!
Tokyo Tower!
Tokyo Tower!
Blick auf Roppongi Hills
Blick auf Roppongi Hills
... Tokyo ^_^
… Tokyo ^_^
Blick auf den Hafen
Blick auf den Hafen
Lukaaaaas! *_*
Lukaaaaas! *_*
Straßenfest
Straßenfest
Aufführung
Aufführung

Asakusa

Heute nach dem Japanischunterricht bin ich spontan mit Lukas nach Asakusa gefahren; ein Stadtteil Tokyos, der an der Ginza-Line liegt. Dort gibt es auch den berühmten Skytree zu besichtigen.
Lukas wollte in Asakusa Souvenirs shoppen – diese Mission haben wir auch erfolgreich abgeschlossen – und hat mich gefragt, ob ich mitkomme. Da ich nichts besseres zu tun hatte und noch nie in Asakusa war, bin ich mit. Einziger Nachteil dieser Spontanaktion war, dass ich keine Kamera dabei hatte. Also werde ich diesen Trip demnächst noch einmal mit Kamera wiederholen und dann wahrscheinlich auch den Ueno-Park besuchen. Ein paar Bilder lade ich heute aber trotzdem schon hoch.

In der Omote-sando Station, von der wir abgefahren sind, haben wir noch zu Mittag gegessen – im DeliFrance, ein absolut leckeres, französisches Café (der Name verräts). Wir haben beide eine Mini-Quiche gegessen, die unfassbar lecker war und ich habe außerdem eine Creamcheese – Apple Pie gegessen. Die war so gut, dass wir fast geweint hätten…
Frisch gestärkt haben wir dann die halbe Stunde Fahrt nach Asakusa auf uns genommen. Dort angekommen, konnte ich Lukas’ Meinung nur bestätigen: Asakusa ist der erste wirklich touristische Ort, den ich in Tokyo gesehen habe. Es gibt eine Shopping-Straße, in der man alles bekommt von Fächern über Essstäbchen, Glückskatzen und allem Nippes, den man sich vorstellen kann. Diese Straße führt auf den Tempel zu. Und der ist wirklich schön und hat außerdem eine Pagode.

Wir haben dann ausgiebig für Lukas Souvenirs besorgt und uns den Tempel angeschaut; danach ist er nach Akihabara gefahren und ich bin zum Skytree gelaufen. Einmal, weil ich ihn unbedingt von Nahem sehen wollte und andererseits, weil ich von dort aus mit der Hanzomon-Linie direkt nach Hause durchfahren konnte. Ich habe also eine schöne rote Brücke überquert, Bilder von einem goldenen Spermium und einer lustigen Bank gemacht und bin einfach nach Sichtkontakt zum Skytree gelaufen. Das ist etwas, was ich mir auch erst hier angewöhnt habe: sich nicht stressen. Man braucht nicht immer GoogleMaps, um anzukommen. Es geht auch ohne – und das viel entspannter. Ich ruhe bei solchen Allein-Abenteuern sehr viel mehr in mir selbst als früher.

Am Skytree angekommen, war ich erstmal überwältigt davon, wie riesig dieses Gebäude wirklich ist. Vor allem abends, wenn es beleuchtet ist, sieht es total beeindruckend aus. Ich freue mich schon unfassbar darauf, im Februar endlich hoch auf die Aussichtsplattform zu fahren! Ich habe dann etwas gestaunt und wollte schließlich zu meinem Zug. Ich bin den Schildern “Oshiage Station” gefolgt und lief und lief… Irgendwann habe ich in meinem besten Japanisch einen Parkeinweiser gefragt, ob das denn wirklich der Weg zur Station ist. Jaja, an der nächsten Ampel links und dann geradeaus. Ich lief und lief. Zwischendurch habe ich noch Bilder von mit Lichterketten behängten Bäumen gemacht – beziehungsweise machen wollen. Mein Handy wollte nämlich nicht. Bitte entschuldigt also die teilweise schlechte Qualität. Nach etwa 10 Minuten Weg – und ich gehe nicht langsam! – bin ich endlich an der Station angekommen und in der letzten Sekunde noch in einen Express reingesprungen. Ich dachte: Juhu, dann bist du ja schnell zu Hause! Da hatte ich mich allerdings geschnitten. Auf der Hanzomon-Linie gibt es keinen Express. Sie hat zwar nur 14 Stationen, aber das dauert trotzdem 35 Minuten. Ab Shibuya ging es dann endlich mit dem Express weiter (die Hanzomon-Linie ändert sich ab Shibuya zur Den-en-toshi-Linie, mit der ich nach Hause komme). Nach über einer Stunde war ich dann endlich zu Hause. Der Weg hat sich aber auf jeden Fall gelohnt!

Am Montag ist hier mal wieder Feiertag und Lukas und ich wollen zum Kaiserpalast fahren. Da nehme ich dann die Kamera mit und dann gibt es wohl auch den nächsten Bericht. Jetzt erstmal Fotos. Ich hoffe, euch gefällt, was ihr seht!

Eingang zum Tempel
Eingang zum Tempel
Shoppingstraße
Shoppingstraße
Donnertor
Donnertor
Skytree bei Tag vom Tempel aus
Skytree bei Tag vom Tempel aus
riesige Pagode
riesige Pagode
Weg zum Tempel, inklusive Weihrauchgefäß, an dem man sich reinigt
Weg zum Tempel, inklusive Weihrauchgefäß, an dem man sich “reinigt”
Deckenbemalung
Deckenbemalung
Schreininneres
Schreininneres
Eingangstüren
Eingangstüren
Skytree und goldenes Spermium
Skytree und goldenes Spermium
rote Brücke
rote Brücke
Skytree bei Nacht
Skytree bei Nacht
lustige Bank :D
lustige Bank :D

Zwei-Wochen-Rückblick

Die letzten beiden Wochen war ich zwar eine gute Studenten, aber eine äußerst schlechte Blog-Schreiberin. Das möchte ich heute ändern – und außerdem gibt es auch einiges zu erzählen.

Die Uni läuft wie gewohnt; ich habe mein erstes Assignment geschrieben und abgegeben, das nächste kommt auf mich zu und ich habe meine zweite Präsentation auf Japanisch gehalten. Sie war weit weniger schlimm als die erste, was ich als ziemlich positiv bewerte.
Letzten Samstag hatten wir in unserer Global Business Class eine äußerst heiße Diskussion darüber, ob man Gambling in Japan erlauben sollte oder nicht (wir können natürlich nichts daran ändern) und ich war mal wieder überrascht von der unglaublich überzeugenden Art unseres Professors, zu sprechen. Abgesehen davon, dass er wirklich Ahnung von dem hat, worüber er redet, würde man sich auch von ihm überzeugen lassen, ohne dass er valide Argumente hätte. Einfach, weil er so eine charismatische Vortragsweise hat.

Vorvorletzten Montag, das war schon der 27.10., waren wir mit unserem gesamten Japanischkurs auf der Ramenshow in Tokyo, präziser: im Olypmischen Park in Komazawa. Ramenshow bedeutet, dass dort über einen Zeitraum von zwei Wochen verschiedene Ramen angeboten werden. Verschiedene Brühen, verschiedene Nudeln, verschiedene Zutaten. Wir sollten uns im Voraus anschauen, was es geben würde und unser Ramen dann holen, essen und bewerten. Wir alle haben als “Eintritt” 850 Yen bezahlt, damit hat man dann aber auch sein Ramen bekommen. Und ich muss sagen: das Geld hat sich gelohnt! Es war das beste Ramen, das ich je gegessen habe.

Vorletzten Montag, dem 03.11., war hier nationaler Feiertag und ich habe die Gelgenheit genutzt, um das Deutschlandfest in Roppongi zu besuchen. Eigentlich wollte ich mit einem Freund hin; der war allerdings katastrophal zu spät und ich bin alleine drüber geschlendert. Es war ganz interessant, was an deutscher Kultur ausgestellt wurde. Es waren einige große Firmen vertreten, aber auch einige, die man jetzt wirklich nicht erwartet hätte. Ich habe ein deutsches Brot gekauft – es war genauso gut, wie es aussah -, habe mit einem netten Thüringer gesprochen, der in Lederhosen Brezeln verkaufen musste und bin von einem Japaner angesprochen worden, der es ganz toll fand, dass ich Deutsche bin und mir direkt Florena Handcreme für 650 Yen verkaufen wollte. Das habe ich dann doch abgelehnt…
Es gab natürlich auch Essen und Getränke. Hauptsächlich gab es (völlig überteuerte) Würstchen und Bier. Wer wollte, konnte allerdings auch Rotkäppchensekt trinken.
Nach dem Fest – als besagter Freund endlich angekommen war – waren wir dann noch Ramen essen. Ramen geht immer.

Diesen Montag (anscheinend passieren wirklich alle interessanten Dinge an Montagen) haben wir in unserer Japanese Culture&Society Class einen Taiko-Lehrer da gehabt (Taiko sind japanische Trommeln). Wow, einfach nur wow. Abgesehen davon, dass dieser Mann absolut sympathisch war, haben wir ihn auch den Großteil der Zeit verstanden, obwohl er Japanisch gesprochen hat. Ein echtes Erfolgserlebnis! Er hat uns dann erzählt, was er in seinem Leben alles so gemacht hat und dass er sich seit einigen Jahren nur noch Taiko widmet. Er hatte fünf Trommeln dabei, vier große und eine kleine, und die teuerste war dann doch ganze 20.000$ wert. Und die sollten wir spielen. Ich war absolut entsetzt, weil ich mich und meine Ungeschicklichkeit kenne und Angst hatte, dass ich seine Trommel zerstöre, aber dieser Mann war absolut gelassen. Davor habe ich riesigen Respekt; wären das meine Trommeln, würde ich da keine “Gaijins” – sowieso niemanden! – dran lassen.
Es hat aber unfassbaren Spaß gemacht. Er hat uns verschiedene Arten gezeigt, die Taiko zu spielen und dann durften wir selbst ran. Er hat uns dann die Basic- Spielweise beigebracht und verschiedene Tricks mit dem Drumsticks. Die sehen übrigens nicht aus wie normale Drumsticks, sondern sind kürzer und etwa dreimal so dick. Später ging es dann auf Rhythmus und das war manchmal schon hart, da mitzuhalten. Aber er hat das alles mit viiiel Humor und Witz genommen. Er ist auch ziemlich berühmt und hat momentan so an die hundert Schüler; ich glaube, da lernt man einiges an Gelassenheit…

Im Übrigen war ich inzwischen dann auch in Japan shoppen. Das zweite Mal war sehr viel zufrieden stellender als das erste. Ich habe mich bisher nur ins H&M und ins Forever21 getraut; alles Japanische ist mir suspekt. Vor allem, da ich in oben genannten Läden schon eine Nummer größer kaufen muss; zumindest was Röcke angeht. Schuhe habe ich mich noch nicht getraut, da ich mit Größe 39 hier zu den Leuten mit Riesenlatschen gehöre…

Lukas und ich wollten am Dienstag eigentlich einen Taiyaki-Laden in Shibuya suchen und auf unserem Weg dorthin sind wir über ein paar Straßenstände gefallen, die sonst nicht dort stehen. Und was es dort für leckeres Zeug gab! Takoyaki (mit Oktopus gefüllte Teigbällchen), Kartoffelpfannkuchen mit Gemüsefüllung, Bacon und Würstchen am Spieß, Schokobananen… Man hätte alles kaufen können! Wir haben dann einen Kartoffelpfannkuchen und eine Schokobanane geteilt; der Taiyaki-Laden ist ausgefallen…

Da es jetzt langsam, aber sicher auf Weihnachten zugeht, fragen Miri und ich uns, ob es in Japan auch Adventskalender gibt. Wenn wir genaueres darüber herausgefunden haben, werde ich euch informieren. Miri hat übrigens einen Laden gefunden, in dem es gutes Brot gibt (es schmeckt deutsch!). Das bedeutet, dass wir in Zukunft wahrscheinlich einmal die Woche eine Brotorgie feiern werden… :D

Bevor ich jetzt zu den Bildern übergehe, möchte ich noch eine Sache erwähnen: Miri, die auch Deutsche ist und mit mir im Dorm lebt, schreibt auch einen Blog, auch auf Deutsch. Dort findet ihr noch einiges mehr an Bildern und könnt nachlesen, was sie so treibt und wie ihre Sicht auf Dinge ist, die wir gemeinsam erleben:

http://kokoro-no-kuni.blogspot.jp/

das ist übrigens Miri!
das ist übrigens Miri!

Außerdem habe ich meine Meinung (und einen Beitrag) geändert. Im DisneyLand Beitrag findet ihr jetzt doch ein paar Bilder :)

Eingang zum Platz
Eingang zum Platz
Schlaaaand! :D
Schlaaaand! :D
vertretene Firmen
vertretene Firmen
große Märklin-Eisenbahn
große Märklin-Eisenbahn
Die Sendung mit der Maus!!
Die Sendung mit der Maus!!
Taiko
Taiko
Hannah und Stephanie voll dabei
Hannah und Stephanie voll dabei

 

Fall Excursion

Heute war also der Tag unseres ersten großen Ausfluges mit der IEC-Staff gekommen. Ich habe mich wirklich total drauf gefreut und es war super, wenn auch leicht gehetzt.
Gestartet sind wir heute morgen gegen halb neun mit drei Bussen und 125 Leuten plus Begleitern. Die Fahrt in die Tochigi-Präfektur hat etwa zweieinhalb Stunden gedauert. Dort hatten wir jeweils zwanzig Minuten, um Bilder vom Kegon-Wasserfall und dem Chuzenji-See zu machen. Das war leider etwas wenig. Danach ging es nochmal 30 Minuten mit dem Bus weiter nach Nikko. Dort gab es einen Lunch, wie ihn offenbar Mönche einnehmen (ich fand ihn allerdings nicht sehr gut). Nach dem Mittagessen sind wir Richtung Nikko Toshogu Schrein gelaufen und dort hatten wir dann 40 Minuten, um alles auf eigene Faust zu erkunden. Auch hier war die Zeit knapp bemessen; zumal man allein 15 Minuten gebraucht hat, um zum Schrein ganz oben auf dem Berg zu kommen. Anschließend ging es zum Apfel pflücken auf eine große Apfelfarm. Und zugegebenermaßen habe ich noch nie derart große, schöne und runde Äpfel gesehen. Wir bekamen eine kurze Einführung und konnten uns durch ihre drei Apfelsorten probieren. Wer wollte, konnte naturtrüben (!) Apfelsaft kaufen. Im Feld durfte sich dann jeder drei Äpfel pflücken. Ich schätze, dass den Farmern pro Student etwa 2,000 Yen Umsatz verloren gegangen sind. Sie waren trotzdem äußerst freundlich und haben zum Abschied gewunken und sich verbeugt. Auf der Rückfahrt war es bis zur Pause sehr still, weil jeder geschlafen hat. Danach wurde Monster Inc. von Disney gezeigt; absolut süß, leider konnten wir nicht bis zum Ende schauen (muss ich nachholen). Zurück in Shibuya habe ich mit Miriam noch zu Abend gegessen und dann sind wir heim.
Das soll es heute auch schon von mir gewesen sein, ab jetzt lasse ich Bilder sprechen.

Lake Chuzenji
Lake Chuzenji
Kopf in den Wolken...
Kopf in den Wolken…

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viele Schälchen...
viele Schälchen…
noch mehr Schalen...
noch mehr Schalen…
meine Wenigkeit auf dem Weg zum Schrein
meine Wenigkeit auf dem Weg zum Schrein
eines der gefühlt 30 Gebäude dieser Anlage
eines der gefühlt 30 Gebäude dieser Anlage

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die japanische Version von Liebesschlössern, finde ich auch sehr schön :)
die japanische Version von Liebesschlössern, finde ich auch sehr schön :)

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Inneres eines der Schrein-Gebäude
Inneres eines der Schrein-Gebäude
Blick über einen Teil der Anlage, durch die Bäume beim Abstieg vom Gipfel
Blick über einen Teil der Anlage, durch die Bäume beim Abstieg vom Gipfel

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es ist noch höher als es aussieht...
es ist noch höher als es aussieht…
Blick durch die lange Allee der Anlage
Blick durch die lange Allee der Anlage
kawaii (^.^)
kawaii (^.^)
Äpfel!!
Äpfel!!

Nachtrag: Ich habe mein Bestes gegeben, aus meinen 170 Bildern für euch die aussagekräftigsten und schönsten herauszusuchen. Allerdings verliebt man sich manchmal doch in bestimmte Fotos, also bitte vergebt mir, wenn welche dabei sind, die euch “nichts” bringen…

Nachtrag der Zweite: Da ich offensichtlich nur eine begrenzte Anzahl an Bildern pro Eintrag hochladen kann, werde ich einen zweiten nur mit Bildern “verfassen”.

Wieder ein Wochenende vorbei…

Es ist Sonntagabend und mein Wochenende ist mal wieder vorbei – viel zu schnell natürlich. Zugegebenermaßen habe ich auch heute einiges vom Tag verschlafen, weil ich erst um 7 Uhr zu Hause war…

Diese Woche war relativ unspektakulär, Uni halt. Einer unserer Professoren hat uns allerdings verkündet, dass er in zwei Wochen gerne ein 5-seitiges Assignment von uns hätte; es kommt also langsam wirklich Arbeit auf mich zu.
Donnerstag war ich mit “meinen” beiden deutschen Jungs in Harajuku essen. Leider muss ich gestehen, dass Okonomiyaki nicht mein Fall ist. Man bekommt eine Schüssel, in der Gemüse, je nach dem auch Fleisch, und Ei ist. Das Ganze vermischt man dann und brät es auf einer heißen Platte, die in den Tisch eingelassen ist. Es schmeckt nicht sonderlich stark, es sei denn, man benutzt die spezielle Okonomiyaki-Sauce (die ich allerdings nicht mag) und viel Mayo (mag ich auch nicht).
Freitag habe ich auf unerwartete Art und Weise jemand Neues kennengelernt. Ich habe mit Miriam, eine der Deutschen, die mit mir im Dorm wohnt, auf dem Campus gesessen und geredet. Sie musste dann los und ich war grade am überlegen, was ich mit meiner einen Stunde, die ich noch bis zum unterricht hatte, anfangen sollte,  als mich jemand angesprochen hat. Sie hatte gesehen, dass ich mich mit Miriam unterhalten hatte und dachte, sie setzt sich zu mir, als die gegeangen ist. Fand ich sehr spontan und sehr nett und wir haben uns auch wirklich gut unterhalten. Sie hat mir erzählt, dass sie Russisch lernt und das, was sie mir da erzählt hat, klingt schon ziemlich professionell, dafür, dass sie erst ein halbes Jahr lernt! Sie würde gerne mal nach Deutschland, vielleicht auch für ihr Auslandssemester, und ich hab ihr dann einiges über unser schönes Land erzählt.

Die Halloween-Party Freitagabend habe ich ausfallen lassen (ich wollte schon geskippt schreiben, Englisch und Deutsch vermischen sich bei mir auch imemr mehr…), weil ich für den Unterricht am Samstag eine Präsentation vorbereiten musste. Die Präsentation war auch ganz gut, obwohl ich länger gebraucht habe, als ich wollte.
Nach dem Kurs war ich mit Lukas etwas essen und bin dann shoppen gegangen. Das erste Mal, seit ich hier bin. Und teilweise war es durchaus frustrierend. Ich kann hier nichts kaufen, das kleiner als Größe L ist und viele Kleider sind mir dank meiner Größe einfach zu kurz. Gott sei Dank habe ich dann doch etwas gefunden, allerdings war ich viiiel zu spät dran.
Nasti (die andere Deutsche im Dorm) und ich wollten um 19.00 Uhr los, weil wir um 19.50 Uhr Tala am Hachiko treffen wollten. Da ich erst um 18.40 Uhr nach Hause kam und noch duschen, umziehen und Make up machen musste, konnte das natürlich nicht passen. Wir haben allerdings 20.00 Uhr pünktlich geschafft und uns mit unserer Gruppe getroffen. Wir waren zu fünft – Nasti, ihre Tutorin Moeko, Tala, ihr Tutor Yoshiki und ich. Tala musste noch Schminke kaufen und derweil wurde Nasti auf Japanisch fürs Fernsehen interviewt, das kann einem in Shibuya durchaus mal passieren. Wir haben uns auf dem Weg zur Bar gemacht und gerade als wir dort ankamne, hat Alejandro mir geschrieben, dass er und noch drei Freunde grade in Shibuya angekommen sind. Sie würden gerne noch mitkommen, was trinken, bevor es losgeht in den Club und ich sollte sie doch bitte abholen. Yoshiki hat mich Gott sei Dank begleitet, weil ich nicht sicher war, ob ich den Weg zurück gefunden hätte. Als wir dann endlich um 21.00 Uhr in der Bar ankamen, wollten wir zwei Stunden Nomihodai buchen, als Alejandro plötzlich meinte, dass er nicht so viel Zeit hat, weil er ziemlich direkt nach Einlassbeginn in den Club wollte – und das war um 21.30 Uhr. Ich war ziemlich wütend; er und seine Kollegen sind dann gegangen, während wir zu fünft noch zwei lustige Stunden in der Bar verbracht haben.

Die beiden Tutoren sind leider nicht mit in dem Club und wir kamen dann zu dritt gegen 0.00 Uhr in Nihonbashi an. Den Bass der Musik hat man schon zwei Stockwerke unter dem eigentlichen Stockwerk gehört, aber wen stört das schon.
Wir kamen also rein, ich hab noch mit Alejandro gemeckert und dann haben wir unseren ersten Drink geholt.  Die Musik war ziemlich gut und es war auch recht voll. Man hat die verrücktesten Kostüme gesehen; am besten gefallen hat mir aber ein echt lebenstreuer Ironman. Geschockt hat mich ein Kerl, der nur mit einer Art Handtuch bedeckt war, aber solange er was drunter hat, für den Fall, dass er es verliert, ist das seine Sache.
Was mich wirklich umgehauen, war die Bondage-Show, die sie gezeigt haben. Alejandro, David und ich hatten grade Glück, dass wir Richtung Ausgang standen, sonst hätten wir es verpasst. Leider habe ich wegen der Menschenmasse nicht alles mitbekommen, aber es war durchaus faszinierend. Die müssen schon sehr genau wissen, was sie da machen…

Gegen halb drei haben wir den Club verlassen und haben nach ewigerei Lauferei ein Restaurant gefunden, in dem wir gegessen haben. Danach sind wir in eine Karaokebar gegangen; das ist echt immer lustig. Besonders in einer großen Gruppe kommen dann die unterschiedlichsten Lieder zusammen und es macht super viel Spaß mizusingen – auch wenn man mal grade kein Mikro in der Hand hat. Gegen 5.15 Uhr haben wir die Karaokebar verlassen und sind Richtung Bahnhof. Dort gab es dann einige Verwirrung, wer wo lang muss und welche Linie wir nehmen, damit wir nicht so ewig unterwegs sind. Wir haben uns dann auf Ginza geeinigt und sind runter zum Bahnsteig. Princess musste dann noch ihre Karte aufladen – natürlich kam gerade da der Zug. Die Gruppe hat sich dann gespalten, weil Tala, Nasti und Kevin den Zug genommen haben und Alejandro und ich auf Princess gewartet haben. Ein Glück kam der nächste Zug schon 5min später.  Princess ist in Omote-sando ausgstiegen und Alejandro und ich haben dann eine Station später in Shibuya den Rest wiedergetroffen, der auf uns gewartet hat. Jeder hat dann seine Linie Richtung nach Hause genommen und wir drei Mädels kamen dann gegen 7 Uhr im Dorm an. Ich habe noch kurz aufgeräumt und bin dann schlafen…

Heute Abend habe ich also endlich mal wieder Beiträge geschrieben und werde gleich ein braver Student sein und den Unterricht morgen vorbereiten.

Disneyland

Es ist schon eine Woche her, dass ich im Disneyland war, aber irgendwie komme ich unter  der Woche nicht zum Schreiben. Ich möchte dem Besuch im Disneyland einen eigenen Beitrag widmen, weil er absolut eine Erfahrung wert war.

Bevor es losging, gab es erst eine lange Diskussion, ob wir nun ins Disneyland gegen oder ins DisneySea, was hier in Tokyo direkt nebendran liegt. Samstag wurde dann aber fürs Disneyland entschieden und einige Leute haben dann im Disneystore Karten für die ganze Gruppe gekauft, damit wir uns morgens die ewige Ansteherei sparen.
Ausgemachter Treffpunkt war das Haupttor unserer Uni, Zeit: 9.00 Uhr. Damit musste ich zwar relativ früh los, aber das war ja okay.Samstagabend war ich nochmal in Ikebukuro im Café, das war auch ein recht lustiger Abend und ich war gegen 0.30 Uhr zu Hause. Ich dachte mir: Check noch schnell die Gruppe, ob sich am Treffpunkt oder der Uhrzeit was geändert hat. Ja, es hatte sich etwas geändert: wir würden uns um 6.15 Uhr treffen statt um 9.00 Uhr. 6.15 Uhr!! Das hat mich ziemlich umgehauen, denn um pünktlich zu sein, müsste ich um 5.20 Uhr das Dormitory verlassen. Meeeeh…

Ich hab mich also nach 3 Stunden Schlaf aus dem Bett gequält und gleich gemerkt, dass ich keine gute Laune hatte. Ich bin los und habe in der Shibuya Station noch Lukas getroffen, mit dem ich dann zur Uni gelaufen bin. Wir waren um 6.13 Uhr da und der Einzige, der auch schon da war, war Benni, der dritte Deutsche, der mitgehen würde. Die Deutschlandfraktion war also da – und dann kam erstmal ganz lange keiner. Lustigerweise hat es alle Vorurteile zur Pünktlichkeit der Deutschen bestätigt, aber meine Laune hat es nicht gehoben. Um 6.40 Uhr kamen wir dann endlich los und dann hieß es auf einmal “hurry  up, guys”. Das hat mich unfassbar wütend gemacht – ich lasse mir äußerst ungern von Leuten, die 20min zu spät kommen, sagen, dass ich mich beeilen soll, weil wir spät dran sind.
Wir haben eine Stunde bis ins Disneyland gebraucht und dort haben schon Zehntausende Menschen auf den Einlass gewartet…

Gegen halb neun waren wir dann endlich drin und es ging los. Wir haben uns einen FastPass für eine sehr gefragte Attraktion geholt und sind dann erstmal durchs Disneyland geschlendert. Der Park ist wunderschön gemacht, absolut süß gestaltet und so weiter. Leider war es unglaublich voll und unsere Gruppe war eigentlich zu groß, um zusammenbleiben – das hat dem Ganzen ein wenig den Spaß genommen. Außerdem hat bei der zweiten Attraktion, für die wir uns einen FastPass geholt haben, meine Eintrittskarte nicht funktioniert und ich habe keinen Pass bekommen. Den Vorschlag, mich zu einigen Japanern, die mit uns unterwegs waren, in die Schlange zu stellen und  zu warten, habe ich abgelehnt – stattdessen habe ich mir etwas leckeres zu Essen und zu Trinken geholt (ich war am verhungern) und etwas Zeit für mich genossen. Danach ging es mir auch gleich viel besser.

Nach der Attraktion haben die anderen zu Mittag gegessen, wir  haben uns eine Parade angeschaut und sind viel durch den Park gelaufen. Wir hatten noch einen der letzten FastPass für HauntedHouse bekommen; die Fahrt war aber erst um 20.45 Uhr, also hatten wir viel Zeit.
Mit der großen Gruppe waren wir leider etwas unflexibel und wegen der Massen an Menschen (geht niemals an einem Sonntag ins Disneyland!!) kamen wir auch auf keine großen Attraktionen. Zusammen haben wir noch eine Lightshow gesehen und dann sind wir in die Shops. Dort haben wir uns irgendwie verloren und ich war mit Lukas ein wenig durch die Läden, wir haben gegessen, die Lichtparade im Dunkeln gesehen, das Feuerwerk beobachtet und dann die Fahrt gemacht. Danach sind wir auch heim, denn es war schon halb zehn und wir waren beide super müde.

Fazit dieses Besuchs:
Disneyland ist wunderschön, der Park ist unglaublich liebevoll gestaltet und die Paraden sind super! Aus meiner Sicht sind die Attraktionen allerdings ein Minuspunkt; ich gehe dann doch lieber mehr auf “richtige” Achterbahnen. Es hat sich wirklich gelohnt hinzufahren, aber nie wieder an einem Sonntag im Disneyland. Es ist einfach viel zu voll.

 

Aristocats
Aristocats
Schloss bei Nacht
Schloss bei Nacht
irgendwo im Park
irgendwo im Park
Blick aufs Schloss
Blick aufs Schloss
Lukas versucht mich zu fressen!
Lukas versucht mich zu fressen!

Alltägliches

Irgendwann in den letzten zwei oder zweieinhalb Wochen hat sich meine Zeitwahrnehmung völlig umgekehrt. In den ersten vier Wochen hatte ich das Gefühl, dass die Zeit unglaublich langsam vergeht – ich fühlte mich, als wäre ich seit Monaten hier und es waren nur einige Wochen. Und gestern habe ich auf den Kalender geschaut – und es waren schon sechs Wochen! Momentan empfinde ich die Zeit sehr viel kürzer, als sie eigentlich ist. Es fliegt alles an mir vorbei und ich habe das Gefühl, nicht genügend Zeit hier zu haben. Was hoffentlich nicht stimmt.
Ich finde immer mehr Freunde – sowohl Austauschstudenten als auch Japaner – und auch wenn Japanisch sprechen immer noch frustrierend ist, fühle ich mich momentan äußerst wohl hier. Ich verbessere sowohl mein Japanisch als auch mein Englisch und meine Kurse sind größtenteils auch recht interessant. Manchmal hab ich das Gefühl, zu wenig zu unternehmen; trotzdem nimmt man jeden Tag viel Neues auf.
Diesen Sonntag werde ich mit einigen Freunden ins Disneyland fahren; nächste Woche Freitag ist eine Halloween-Party, die von einer Studentenvereinigung ausgerichtet wird und ich suche noch ein Kostüm dafür. Ich sollte davon wohl Fotos machen, bevor ich auf die Party gehe… Für den Tag danach hab ich von einem Freund eine Freikarte für einen Club bekommen – ich sehe mich jetzt schon den letzten Zug verpassen. Sonntag werde ich dann wohl von den Tagen davor ausruhen. Aber das berichte ich, wenn das Wochenende vorbei ist.

Letzten Samstag war ich hier das erste Mal richtig aus; erst auf einer internationalen Party in einem Café in Ikebukuro, dann in einigen Bars in Shinjuku. Ich habe morgens um halb fünf Sushi gegessen, bin danach Karaoke singen gegangen und habe dann zwei angetrunkene Jungs zum Bahnhof gelotst. Es war eine absolut verrückte und lustige Nacht – und das quasi ohne Alkohol (zumindest für mich; die Jungs waren da sehr viel besser dabei). Ich bin morgens um 8.40 Uhr im Dormitory angekommen und war bester Laune. Absolut erfolgreicher Samstagabend.

Heute war ich auswärts essen – und zwar Kebab! Letzten Samstag habe ich im Café einen Japaner kennengelernt, der mir dann erzählt hat, dass er einen Kebabladen in Harajuku besitzt. Ich war absolut begeistert, denn europäisches Essen fehlt mir doch immer noch sehr. Also habe ich mich mit Alejandro und Nasti verabredet und wir wollten heute Essen gehen. Ich habe mich schon seit Dienstag drauf gefreut! Alejandro hat leider kurzfristig absagen müssen, aber dafür sind Tala und ihr Tutor Yoshiki mitgegangen. Wir sind also von Shibuya nach Harajuku gelaufen und haben den Laden auch tatsächlich gefunden. Er ist in einer Art Mall, in der auch gleichzeitig ein Konzert stattgefunden hat – dort scheinen jede Woche lokale Bands zu spielen. Der Besitzer hat uns eigenhändig unseren Kebab-Wrap zubereitet und uns extra den mit pürierten Kartoffeln empfohlen. Ich war erst etwas skeptisch, aber es hat göttlich geschmeckt! Unglaublich, wie glücklich Essen machen kann…
Wir haben aber doch festgestellt, dass der Döner hier sehr viel kleiner ist als der in Deutschland. Deswegen der Wrap.
Nach dem Essen sind wir noch ein bisschen durch Harajuku gelaufen, waren noch in einem Starbucks und haben in einem Dachgarten auf einer Mall gesessen. Da hat man doch glatt die Großstadt um sich rum vergessen.
Danach gings dann zurück nach Shibuya und heim – und hier habe ich also endlich wieder was zum Lesen für euch verfasst. Jetzt also die Bilder.

Dachgarten (leider etwas dunkel)
Dachgarten (leider etwas dunkel)
happy^^
happy^^

Kebab all

ich musste es hochladen - es gehört einem Freund und versüßt mir jeden Tag :D
ich musste es hochladen – es gehört einem Freund und versüßt mir jeden Tag :D